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Kritikalitätsbewertung technischer Anlagen

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Kritikalitätsbewertung technischer Anlagen für resiliente Hochschulgebäude und Betriebssicherheit

Kritikalitätsbewertung technischer Anlagen für Universitäten

Die Kritikalitätsbewertung technischer Anlagen ist ein zentraler Prozess im Facility Management von Universitäten. Sie dient dazu, technische Infrastrukturen, Systeme und Versorgungsleistungen nach ihrer Bedeutung für Forschung, Lehre, Sicherheit, IT-Betrieb, Energieversorgung und Notfallmanagement zu bewerten. Ziel ist es, Ausfälle frühzeitig zu priorisieren, Risiken gezielt zu reduzieren und die Betriebskontinuität der Universität sicherzustellen.

Kritikalitätsbewertung technischer Anlagen

Zweck

Der Zweck der Kritikalitätsbewertung besteht darin, technische Anlagen und Systeme zu identifizieren, die für den sicheren und kontinuierlichen Betrieb einer Universität wesentlich sind. Dabei wird bewertet, welche Auswirkungen ein Ausfall auf Lehrbetrieb, Forschungsprozesse, Gebäudenutzung, Sicherheit, digitale Dienste und Notfallfähigkeit hätte.

Die Bewertung unterstützt das Facility Management dabei, Instandhaltungsmaßnahmen, Investitionen, Ersatzteilstrategien und Notfallpläne risikoorientiert zu steuern.

Hauptziele

Ziel

Beschreibung

Betriebskontinuität

Sicherstellung unterbrechungsarmer universitärer Kernprozesse

Risikoreduzierung

Erkennung technischer Schwachstellen und betrieblicher Risiken

Ressourcenpriorisierung

Unterstützung von Budget-, Investitions- und Instandhaltungsentscheidungen

Notfallvorsorge

Verbesserung von Reaktions-, Wiederherstellungs- und Eskalationsprozessen

Infrastrukturzuverlässigkeit

Erhöhung der technischen Verfügbarkeit und Systemresilienz

Einbezogene Infrastrukturbereiche

Technischer Bereich

Bewertungsschwerpunkt

Forschungseinrichtungen

Sicherstellung wissenschaftlicher und laborbezogener Betriebsabläufe

Lehrinfrastruktur

Unterstützung von Vorlesungen, Seminaren, Prüfungen und digitalen Lehrformaten

Sicherheitssysteme

Schutz von Personen, Gebäuden, Zutrittsbereichen und sensiblen Einrichtungen

IT-Infrastruktur

Verfügbarkeit von Daten, Kommunikation, Netzwerken und digitalen Diensten

Energieversorgungssysteme

Zuverlässigkeit elektrischer und technischer Versorgungsleistungen

Laborbetrieb

Abhängigkeiten von Umweltbedingungen, Medienversorgung und Sicherheitsfunktionen

Notfallmanagementsysteme

Fähigkeit zur Alarmierung, Koordination und Wiederherstellung im Ereignisfall

Die Bewertung sollte alle Gebäudetypen und technischen Bereiche einbeziehen, deren Ausfall den Universitätsbetrieb beeinträchtigen kann. Dazu gehören insbesondere:

  • Lehr- und Verwaltungsgebäude

  • Forschungs- und Speziallabore

  • Rechenzentren und Serverräume

  • Energiezentralen und technische Versorgungsräume

  • Sicherheits- und Leitstellenbereiche

  • Räume für Notfallkoordination und Krisenmanagement

Für jeden Bereich ist zu dokumentieren, welche technischen Anlagen vorhanden sind, welche Funktionen sie erfüllen und welche universitären Prozesse von ihnen abhängig sind.

Bewertungskriterien

Ein einheitliches Bewertungsrahmenwerk stellt sicher, dass technische Anlagen nachvollziehbar und vergleichbar eingestuft werden. Die Bewertung sollte nicht nur den technischen Zustand berücksichtigen, sondern auch die betrieblichen Folgen eines Ausfalls.

Bewertungskriterium

Bewertungsaspekt

Betriebliche Auswirkungen

Einfluss eines Ausfalls auf Forschung, Lehre, Verwaltung und Gebäudebetrieb

Sicherheitsrisiko

Gefährdung von Studierenden, Mitarbeitenden, Besuchenden und Einsatzkräften

Forschungsabhängigkeit

Bedeutung für laufende Experimente, Daten, Proben und Spezialgeräte

Lehrabhängigkeit

Einfluss auf Unterricht, Prüfungen, digitale Lehre und Raumverfügbarkeit

Wiederherstellungszeit

Zeitbedarf bis zur Wiederaufnahme des Betriebs

Finanzielle Folgen

Kosten durch Ausfall, Schäden, Projektverzögerungen oder Ersatzmaßnahmen

Einhaltung von Vorschriften

Relevanz für gesetzliche, institutionelle und sicherheitstechnische Anforderungen

Kritikalitätsklassifizierung

Kritikalitätsstufe

Beschreibung

Hohe Kritikalität

Ein Ausfall verursacht unmittelbare und schwerwiegende Auswirkungen auf Sicherheit, Forschung, IT, Energieversorgung oder zentrale Betriebsprozesse.

Mittlere Kritikalität

Ein Ausfall führt zu spürbaren betrieblichen Einschränkungen, kann jedoch mit definierten Ersatzmaßnahmen oder Priorisierung beherrscht werden.

Niedrige Kritikalität

Ein Ausfall verursacht begrenzte Auswirkungen und kann in der Regel im Rahmen der normalen Instandhaltung behoben werden.

Die Einstufung sollte regelmäßig überprüft werden, da sich Nutzung, technische Abhängigkeiten und Forschungsanforderungen verändern können.

Der Bewertungsprozess sollte strukturiert und dokumentiert erfolgen:

  • Identifikation technischer Anlagen und Systeme

  • Zuordnung zu Gebäuden, Nutzungen und Betriebsprozessen

  • Erfassung von Abhängigkeiten zwischen Anlagen, Forschung, Lehre, IT und Sicherheit

  • Bewertung der Folgen eines Ausfalls

  • Analyse von Risiken, Wiederherstellungszeiten und Ersatzmöglichkeiten

  • Priorisierung der Anlagen nach Kritikalitätsstufe

  • Dokumentation der Ergebnisse in einem Kritikalitätsregister

  • Regelmäßige Überprüfung und Aktualisierung der Bewertung

Bedeutung der Forschungskontinuität

Forschungseinrichtungen sind häufig stark von stabilen technischen Systemen abhängig. Bereits kurze Unterbrechungen können Experimente verfälschen, Proben unbrauchbar machen, Messreihen unterbrechen oder sensible Geräte beschädigen.

Für das Facility Management bedeutet dies, dass forschungskritische Anlagen besonders eng überwacht und mit geeigneten Redundanzen, Wartungsplänen und Notfallmaßnahmen abgesichert werden müssen.

Wesentliche Anforderungen sind:

  • Schutz der experimentellen Integrität

  • Sicherung von Forschungsdaten

  • Aufrechterhaltung definierter Umweltbedingungen

  • Funktionsfähigkeit empfindlicher Geräte

  • Kontinuität langfristiger Forschungsprojekte

Kritische Forschungsinfrastruktur

Anlage oder System

Betriebliche Bedeutung

Laborlüftungs- und Klimasysteme

Sicherstellung stabiler Umweltbedingungen und sicherer Luftführung

Notstromversorgung

Weiterbetrieb kritischer Geräte bei Stromausfall

Kühl- und Tiefkühllager

Erhaltung von Proben, Reagenzien und Forschungsmaterialien

Datenspeicher- und Backup-Systeme

Schutz von Forschungsdaten und Messergebnissen

Spezialgeräte und technische Medienversorgung

Sicherstellung präziser und kontinuierlicher Forschungsabläufe

Bei der Bewertung forschungskritischer Anlagen sind folgende Risiken besonders zu berücksichtigen:

  • Verlust oder Beschädigung von Forschungsdaten

  • Ausfall kostenintensiver oder schwer ersetzbarer Geräte

  • Unterbrechung laufender Experimente

  • Verzögerung geförderter Forschungsprojekte

  • Nichterfüllung regulatorischer oder sicherheitstechnischer Anforderungen

  • Verlust von Proben, Zellkulturen oder Langzeitmessungen

Für hochkritische Forschungsbereiche sollten klare Eskalationswege, priorisierte Entstörungsprozesse und dokumentierte Wiederanlaufverfahren vorhanden sein.

Abhängigkeit von technischer Infrastruktur

Der Lehrbetrieb einer Universität ist unmittelbar von zuverlässiger technischer Infrastruktur abhängig. Moderne Lehrformate benötigen funktionsfähige Stromversorgung, Raumtechnik, Netzwerke, digitale Plattformen und angemessene Raumklimabedingungen.

Ein Ausfall kann Vorlesungen, Prüfungen, hybride Veranstaltungen, Laborpraktika und digitale Lernangebote beeinträchtigen.

Wichtige Abhängigkeiten bestehen bei:

  • Medientechnik in Hörsälen und Seminarräumen

  • Campusnetzwerken und WLAN

  • Stromversorgung und Beleuchtung

  • digitalen Lernplattformen

  • Heizungs-, Lüftungs- und Klimasystemen

Kritische Lehrsysteme

System

Betriebliche Rolle

Netzwerkinfrastruktur

Zugang zu digitalen Lehrinhalten, Lernplattformen und Kommunikationsdiensten

Audio-Video-Systeme

Durchführung von Vorlesungen, Präsentationen und hybriden Formaten

Stromverteilung

Betrieb von Unterrichtsräumen, Geräten und Beleuchtung

Gebäude-HLK-Systeme

Nutzbarkeit, Komfort und Sicherheit in Lehrbereichen

Lernplattformen

Aufrechterhaltung digitaler Lehre, Kursmaterialien und Prüfungsprozesse

Um die Lehrfähigkeit auch bei technischen Störungen aufrechtzuerhalten, sollten folgende Maßnahmen vorgesehen werden:

  • Ersatzräume oder alternative Lehrorte

  • Notfallkommunikation für Lehrende und Studierende

  • redundante Netzwerkverbindungen für zentrale Lehrbereiche

  • Verfahren zur kurzfristigen Umplanung von Veranstaltungen

  • definierte Priorisierung von Störungsbehebungen während Prüfungs- und Vorlesungszeiten

Diese Maßnahmen sollten mit Fakultäten, zentraler IT, Raumplanung und Sicherheitsmanagement abgestimmt werden.

Bedeutung der Sicherheitsinfrastruktur

Sicherheitssysteme dienen dem Schutz von Personen, Gebäuden, Forschungseinrichtungen, sensiblen Informationen und universitärem Eigentum. Ihre Kritikalität ist besonders hoch, wenn sie mit Brandfallsteuerungen, Zutrittskontrolle, Alarmierung oder Krisenkommunikation verbunden sind.

Ein Ausfall sicherheitsrelevanter Systeme kann nicht nur den Betrieb beeinträchtigen, sondern auch rechtliche, organisatorische und personelle Risiken verursachen.

Kritische Sicherheitseinrichtungen

Sicherheitssystem

Funktion

Zutrittskontrollsysteme

Steuerung und Überwachung sensibler oder eingeschränkter Bereiche

Videoüberwachung

Lagebeurteilung, Prävention und Unterstützung bei Ereignisaufklärung

Brandmeldeanlagen

Früherkennung, Alarmierung und Einleitung von Evakuierungsprozessen

Einbruchmeldeanlagen

Schutz von Gebäuden, Laboren, Sammlungen und technischen Bereichen

Notfallkommunikationssysteme

Koordination von Krisenmeldungen, Warnungen und Einsatzinformationen

Bei sicherheitskritischen Anlagen sind insbesondere folgende Punkte zu bewerten:

  • Verfügbarkeit während Strom- oder Netzwerkausfällen

  • Anbindung an Notstrom- oder Batterieversorgung

  • Integration mit Brandschutz-, Evakuierungs- und Leitstellensystemen

  • Wiederherstellungsfähigkeit nach Störungen

  • regelmäßige Funktionsprüfung und dokumentierte Wartung

  • klare Zuständigkeiten für Alarmierung und Eskalation

Sicherheitssysteme sollten immer gemeinsam mit dem Notfallmanagement und den Betreiberpflichten betrachtet werden.

Rolle der IT-Infrastruktur

IT-Systeme sind für Universitäten betriebsentscheidend. Sie unterstützen Verwaltung, Forschung, Lehre, Kommunikation, Zugangskontrolle, Sicherheitsüberwachung und digitale Zusammenarbeit.

Ein Ausfall zentraler IT-Dienste kann zu erheblichen Einschränkungen führen, insbesondere bei Prüfungen, Online-Lehre, Forschungsdatenmanagement und administrativen Prozessen.

Kritische IT-Komponenten

IT-Komponente

Betriebliche Abhängigkeit

Rechenzentren

Zentrale Datenverarbeitung, Anwendungen und Serverbetrieb

Campusnetzwerke

Kommunikation, Internetzugang und Verbindung zwischen Gebäuden

Server- und Speichersysteme

Verfügbarkeit von Daten, Anwendungen und Backups

Cloud-Dienste

Unterstützung externer Zugriffe, Zusammenarbeit und Datensicherung

Cybersicherheitssysteme

Schutz vor unbefugtem Zugriff, Datenverlust und Betriebsunterbrechungen

Für kritische IT-Systeme sollten technische und organisatorische Resilienzmaßnahmen definiert werden:

  • redundante Netzwerkanbindungen

  • Backup- und Wiederherstellungskonzepte

  • Notfall- und Disaster-Recovery-Pläne

  • unterbrechungsfreie Stromversorgung für Server- und Netzwerktechnik

  • Überwachung kritischer IT-Komponenten

  • abgestimmte Eskalationsprozesse zwischen Facility Management und IT-Abteilung

Die Schnittstelle zwischen Gebäudetechnik und IT ist besonders wichtig, da Rechenzentren und Netzwerkräume auf Kühlung, Stromversorgung, Zutrittsschutz und Brandfrüherkennung angewiesen sind.

Bedeutung zuverlässiger Versorgungsleistungen

Energie- und Versorgungssysteme bilden die Grundlage für nahezu alle universitären Betriebsprozesse. Strom, Wasser, Kühlung, Wärme, technische Gase und Kraftstoffversorgung müssen für kritische Bereiche zuverlässig verfügbar sein.

Ein Ausfall kann Forschung, Lehre, IT-Betrieb, Sicherheitsfunktionen, Laborbetrieb und Notfallmanagement gleichzeitig beeinträchtigen.

Kritische Versorgungsinfrastruktur

Versorgungssystem

Kritische Funktion

Hauptstromversorgung

Betrieb von Gebäuden, Anlagen, IT, Laboren und Sicherheitsfunktionen

Notstromaggregate

Ersatzstromversorgung für definierte kritische Verbraucher

USV-Systeme

Überbrückung kurzfristiger Stromausfälle und Schutz empfindlicher Geräte

Wasserversorgungssysteme

Versorgung von Laboren, Sanitärbereichen, Kühlung und technischen Prozessen

Kraftstoffversorgung

Sicherstellung des Betriebs von Notstromaggregaten im Ereignisfall

Das Facility Management sollte für kritische Versorgungsanlagen klare Steuerungsmaßnahmen festlegen:

  • regelmäßige Prüfung von Notstromaggregaten

  • definierte Lastlisten für notstromberechtigte Verbraucher

  • Überwachung von USV-Kapazitäten und Batteriezuständen

  • Planung technischer Redundanzen

  • Management von Kraftstoffreserven

  • Priorisierung der Wiederherstellung bei Versorgungsausfällen

  • Abstimmung mit externen Netz- und Versorgungsbetreibern

Besonders kritische Verbraucher sollten eindeutig gekennzeichnet und in Wartungs-, Prüf- und Notfallplänen berücksichtigt werden.

Abhängigkeitsfaktoren im Laborbetrieb

Labore stellen besondere Anforderungen an technische Anlagen, da sie häufig mit Gefahrstoffen, sensiblen Forschungsprozessen, kontrollierten Umweltbedingungen und hohen Sicherheitsstandards verbunden sind.

Die Kritikalität ergibt sich nicht nur aus der Anlage selbst, sondern auch aus der Art der Forschung, den eingesetzten Stoffen, den Schutzmaßnahmen und der Wiederherstellungszeit nach einem Ausfall.

Wesentliche Abhängigkeiten bestehen bei:

  • sicherer Luftführung und Abluftbehandlung

  • stabiler Temperatur- und Feuchteregelung

  • Versorgung mit technischen Gasen und Medien

  • Funktion von Sicherheits- und Abschaltsystemen

  • Überwachung kritischer Laborbedingungen

Kritische Laborsysteme

Laborsystem

Zweck

Lüftungssysteme

Sicherheit, Luftwechsel, Druckhaltung und Kontaminationskontrolle

Gasversorgungssysteme

Unterstützung von Forschungsprozessen und analytischen Verfahren

Umweltmonitoring

Überwachung von Temperatur, Feuchte, Druck und weiteren Laborbedingungen

Notabschaltungssysteme

Vermeidung oder Begrenzung technischer und sicherheitsrelevanter Ereignisse

Temperaturregelsysteme

Schutz von Experimenten, Proben, Geräten und Materialien

Bei Laboranlagen sind folgende Risiken besonders relevant:

  • instabile Umweltbedingungen

  • Ausfall von Lüftung, Kühlung oder Medienversorgung

  • Fehlfunktion sicherheitsrelevanter Einrichtungen

  • unzureichende Gefahrstoff- oder Kontaminationskontrolle

  • Unterbrechung zeitkritischer Experimente

  • Schäden an Proben, Geräten oder Forschungsergebnissen

Für kritische Labore sollten Ersatzmaßnahmen, Alarmierungsschwellen, technische Überwachung und Bereitschaftsprozesse eindeutig festgelegt sein.

Rolle in der Notfallvorsorge

Die Kritikalitätsbewertung unterstützt das Notfallmanagement, indem sie festlegt, welche Anlagen im Ereignisfall zuerst geschützt, geprüft oder wiederhergestellt werden müssen. Dadurch können Einsatzleitung, Facility Management, IT, Sicherheitsdienst und externe Partner schneller und strukturierter handeln.

Die Bewertung dient insbesondere der:

  • Priorisierung im Notfall

  • schnellen Entscheidung über Wiederherstellungsmaßnahmen

  • gezielten Zuweisung von Personal, Ersatzteilen und Fremdfirmen

  • Sicherung der Betriebskontinuität

  • Vorbereitung von Notfallübungen und Szenarien

Struktur der Notfallpriorisierung

Prioritätsstufe

Betrieblicher Schwerpunkt

Priorität 1

Personenschutz, Brandfallsteuerung, Alarmierung und lebenssichernde Systeme

Priorität 2

Forschungskontinuität, Rechenzentren, zentrale IT und kritische Versorgungen

Priorität 3

Lehrbetrieb, Verwaltungsfunktionen und allgemeine Gebäudenutzung

Priorität 4

nicht wesentliche Systeme mit geringer Auswirkung auf den Kernbetrieb

Diese Priorisierung sollte in Notfallplänen, Bereitschaftsregelungen und Wiederherstellungsprozessen abgebildet werden.

Für eine wirksame Notfallintegration sind klare Schnittstellen erforderlich:

  • Abstimmung mit internen Notfall- und Krisenstäben

  • definierte Kommunikationswege bei Störungen

  • Koordination mit externen Energie- und Versorgungsunternehmen

  • Einbindung von Wartungsfirmen und technischen Dienstleistern

  • regelmäßige Notfallübungen

  • dokumentierte Eskalations- und Entscheidungswege

Alle Beteiligten sollten wissen, welche Anlagen als kritisch gelten und welche Maßnahmen im Störungsfall zuerst einzuleiten sind.

Anforderungen an regelmäßige Bewertungen

Kritikalitätsbewertungen sind keine einmalige Aufgabe. Sie müssen regelmäßig aktualisiert werden, damit technische, organisatorische und betriebliche Veränderungen berücksichtigt werden.

Eine Überprüfung ist insbesondere erforderlich bei:

  • baulichen oder technischen Änderungen

  • neuen Forschungsprojekten oder Labornutzungen

  • geänderten Lehr- oder Prüfungsformaten

  • neuen Sicherheits- oder Betreiberanforderungen

  • Einführung neuer IT- oder Gebäudetechnik

  • erkannten Störungen, Beinaheereignissen oder Schwachstellen

Die Aktualisierung sollte durch Facility Management, IT, Arbeitssicherheit, Brandschutz, Laborverantwortliche und Nutzervertretungen abgestimmt erfolgen.

Leistungsüberwachung

Überwachungsbereich

Ziel

Systemzuverlässigkeit

Reduzierung technischer Ausfälle und ungeplanter Unterbrechungen

Reaktionseffektivität

Verkürzung von Entstörungs- und Wiederherstellungszeiten

Instandhaltungsleistung

Verbesserung von Anlagenverfügbarkeit und Wartungsqualität

Risikominderung

Verringerung institutioneller, technischer und sicherheitsbezogener Risiken

Leistungskennzahlen wie Ausfallhäufigkeit, Reaktionszeit, Wiederherstellungszeit, Wartungsrückstände und wiederkehrende Störungsursachen sollten regelmäßig ausgewertet werden.

Dokumentation und Berichtswesen

Eine belastbare Dokumentation ist entscheidend für Transparenz, Nachvollziehbarkeit und wirksame Steuerung. Folgende Unterlagen sollten gepflegt werden:

  • Kritikalitätsregister technischer Anlagen

  • Risikobewertungen und Auswirkungsanalysen

  • Wartungs- und Priorisierungspläne

  • Notfall- und Wiederherstellungsdokumentation

  • Prüf- und Inspektionsnachweise

  • Berichte zu Störungen, Maßnahmen und Verbesserungen

Die Dokumentation sollte aktuell, zugänglich und eindeutig verantwortet sein. Sie bildet die Grundlage für Entscheidungen im Tagesbetrieb, bei Investitionsplanung und in Notfallsituationen.