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Redundanz

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Redundanzkonzepte für technische Resilienz und Versorgungssicherheit an Hochschulen

Redundanz und Notversorgung für Universitäten

Universitäten benötigen eine verlässliche technische Infrastruktur, damit Lehre, Forschung, Laborbetrieb, IT-Dienste und Campus-Sicherheit auch bei Störungen aufrechterhalten werden können. Ein professionelles Facility Management stellt sicher, dass kritische Systeme durch Redundanz, Notversorgung, Priorisierung, Überwachung und klare Notfallprozesse geschützt sind.

Redundanz für technische Resilienz

Ziele

Redundanz- und Notversorgungskonzepte dienen dazu, den Betrieb einer Universität auch bei technischen Ausfällen kontrolliert fortzuführen. Im Mittelpunkt stehen der Schutz von Personen, die Sicherung kritischer Forschungsergebnisse und die Vermeidung längerer Betriebsunterbrechungen.

Die wichtigsten Ziele sind:

  • Aufrechterhaltung kritischer Universitätsprozesse bei Strom-, Wasser-, Kühlungs- oder Lüftungsausfällen

  • Schutz von Personen, sicherheitsrelevanten Anlagen und Gebäudenutzern

  • Vermeidung von Schäden an Forschungsgeräten, Laboranlagen und IT-Systemen

  • Schutz empfindlicher Proben, Materialien und Daten

  • Reduzierung von Ausfallzeiten durch vorbereitete technische und organisatorische Maßnahmen

  • Unterstützung einer schnellen Wiederherstellung des Normalbetriebs nach einer Störung

Für das Facility Management bedeutet dies, dass kritische Anlagen nicht isoliert betrachtet werden dürfen. Stromversorgung, Kälteversorgung, Lüftung, Wasser, IT-Infrastruktur und Laborversorgung sind häufig voneinander abhängig. Deshalb muss die Notversorgung ganzheitlich geplant und regelmäßig geprüft werden.

Umfang kritischer Infrastruktur

Kritische Infrastruktur umfasst alle technischen Systeme, deren Ausfall die Sicherheit, Forschung, Lehre oder Verwaltung wesentlich beeinträchtigen kann. Die Einstufung richtet sich nach der Funktion des Systems, der Auswirkung eines Ausfalls und der erforderlichen Wiederherstellungszeit.

Infrastrukturbereich

Hauptfunktion

Betriebliche Bedeutung

Notstromversorgung

Sicherstellung der elektrischen Versorgung bei Netzausfall

Kritisch

Kühlsysteme

Temperaturregelung für IT, Labore und technische Anlagen

Kritisch

Wasserversorgung

Versorgung für Sanitärbereiche, Labore, Kühlung und Brandschutz

Hoch

Lüftungssysteme

Sicherstellung von Luftqualität, Abluft und Druckverhältnissen

Kritisch

Technische Gase

Versorgung von Labor- und Forschungsprozessen

Hoch

Serverräume

Sicherung von Daten, Netzwerken und IT-Diensten

Kritisch

Gefrier- und Kühlsysteme

Erhaltung von Proben, Materialien und Arzneimitteln

Kritisch

Das Facility Management sollte für jeden Bereich definieren, welche Anlagen als kritisch gelten, welche Ersatzversorgung vorgesehen ist und welche Abteilungen im Notfall zuerst unterstützt werden müssen.

Anforderungen an die Notstromversorgung

Die Notstromversorgung muss sicherstellen, dass essenzielle Funktionen bei einem Ausfall der öffentlichen Stromversorgung oder bei internen elektrischen Störungen weiterbetrieben werden können. Dabei ist entscheidend, dass nicht alle Verbraucher gleich behandelt werden. Kritische Verbraucher müssen priorisiert und technisch eindeutig den Notstromkreisen zugeordnet werden.

Hauptkomponenten

  • Notstromaggregate zur Versorgung über längere Zeiträume

  • USV-Anlagen zur unterbrechungsfreien Kurzzeitversorgung

  • Automatische Umschalteinrichtungen zur schnellen Übernahme der Last

  • Notstromverteiler für priorisierte Verbraucher

  • Kraftstofflagerung mit ausreichender Reservekapazität

  • Steuerungs- und Überwachungseinrichtungen für Betriebszustand, Last und Störungen

USV-Anlagen sind besonders wichtig für Systeme, die keine Unterbrechung tolerieren, beispielsweise Server, Netzwerkkomponenten, Sicherheits- und Gebäudeleittechnik. Notstromaggregate übernehmen danach die Versorgung für längere Ausfallzeiten, sofern Kraftstoff, Wartung und Lastmanagement zuverlässig organisiert sind.

Konzepte der Stromredundanz

Redundanzmethode

Beschreibung

Typische Anwendung

N+1-Redundanz

Eine zusätzliche Einheit steht als Reserve zur Verfügung

Labore, Technikräume und IT-Bereiche

Doppelte Einspeisung

Versorgung über voneinander unabhängige elektrische Quellen

Rechenzentren und zentrale IT-Infrastruktur

USV-Backup

Kurzfristige unterbrechungsfreie Stromversorgung

Server, Netzwerke und Steuerungssysteme

Generator-Backup

Längerfristige Notstromversorgung

Campusweite kritische Betriebsbereiche

Das Facility Management sollte die jeweils geeignete Redundanzform auf Basis der Kritikalität auswählen. Für einen Seminarraum kann eine kurzfristige Unterbrechung akzeptabel sein. Für Serverräume, sicherheitstechnische Anlagen oder Labore mit empfindlichen Prozessen ist dies nicht zulässig.

Prioritäten der Notstromversorgung - Kritische Systeme

  • Brandmelde- und Feuerlöschsysteme

  • Sicherheits- und Notbeleuchtung

  • Zutrittskontrolle und Einbruchmeldetechnik

  • Kommunikationssysteme für Notfälle

  • Gebäudeautomation und zentrale Störmeldesysteme

  • Aufzüge, sofern sie für Evakuierung oder barrierefreie Sicherheit erforderlich sind

Betriebsnotwendige Systeme

  • Forschungslabore mit laufenden Versuchen

  • Serverräume und Rechenzentren

  • Medizinische oder gesundheitsbezogene Einrichtungen

  • Lüftungs- und Kühlsysteme für kritische Bereiche

  • Gefrier- und Kühllager mit wertvollen Proben

Eine klare Prioritätenliste muss dokumentiert und mit Hochschulleitung, Arbeitssicherheit, IT, Laborverantwortlichen und Sicherheitsdiensten abgestimmt werden. Nur so kann im Ereignisfall entschieden werden, welche Verbraucher versorgt bleiben und welche kontrolliert abgeschaltet werden.

Bedeutung der kontinuierlichen Kühlung

Kühlsysteme sind für Universitäten besonders wichtig, da viele technische und wissenschaftliche Bereiche stabile Temperaturen benötigen. Serverräume erzeugen hohe Wärmelasten, Labore benötigen definierte Umgebungsbedingungen und spezielle Forschungsgeräte können bei Überhitzung beschädigt werden.

Ein Ausfall der Kühlung kann innerhalb kurzer Zeit zu IT-Abschaltungen, Laborunterbrechungen, beschädigten Geräten oder dem Verlust von Proben führen. Deshalb müssen kritische Kühlbereiche kontinuierlich überwacht und mit Ersatzmaßnahmen abgesichert werden.

Mechanische Redundanz

  • Reserve-Kältemaschinen für kritische Kühllasten

  • Redundante Pumpen zur Sicherstellung des Kühlwasserkreislaufs

  • Mehrere Kühlkreise zur Trennung wichtiger Bereiche

  • Parallel betriebene Kühlgeräte für Server- und Technikräume

  • Ersatzteile für häufig ausfallende Komponenten wie Pumpen, Sensoren oder Ventile

Betriebliche Maßnahmen

  • Automatische Umschaltung auf Reserveanlagen bei Störung

  • Priorisierung der Notkühlung für Serverräume, Labore und Kühlräume

  • Temperaturüberwachung mit Alarmierung

  • Festgelegte Reaktionszeiten für technische Bereitschaftsdienste

  • Dokumentierte Notfallanweisungen zur manuellen Umschaltung oder Lastreduzierung

Die Notkühlung sollte nicht nur technisch vorhanden sein, sondern auch regelmäßig getestet werden. Dabei ist zu prüfen, ob die Umschaltung funktioniert, ob die erforderliche Kühlleistung erreicht wird und ob Alarme korrekt weitergeleitet werden.

Kritische Kühlbereiche

Bereich

Kühlanforderung

Auswirkung bei Ausfall

Serverräume

Kontinuierliche Kühlung

IT-Ausfall und Datenrisiken

Forschungslabore

Stabile Umgebungsbedingungen

Unterbrechung von Forschungsprozessen

Technikräume

Abführung technischer Wärmelasten

Geräteschäden und Anlagenstillstand

Kühl- und Gefrierlager

Temperaturstabilität

Verlust von Materialien oder Proben

Für jeden kritischen Kühlbereich sollte festgelegt werden, welche Temperaturgrenzen gelten, wann ein Alarm ausgelöst wird und welche Sofortmaßnahmen erforderlich sind.

Funktionen der Wasserversorgung

Die Wasserversorgung unterstützt an Universitäten verschiedene Funktionen. Dazu gehören Sanitärbereiche, Laborbetrieb, technische Anlagen, Kühlung und Brandschutz. Ein Ausfall kann daher sowohl hygienische als auch sicherheitsrelevante und betriebliche Folgen haben.

In Laboren kann Wasser für Reinigungsprozesse, Kühlzwecke oder wissenschaftliche Anwendungen erforderlich sein. Für technische Anlagen kann Wasser als Kühlmedium oder zur Druckhaltung notwendig sein. Für den Brandschutz ist eine zuverlässige Wasserverfügbarkeit besonders kritisch.

Ersatzinfrastruktur

  • Notwasserspeicher für kritische Anwendungen

  • Redundante Pumpensysteme zur Druckerhaltung

  • Alternative Einspeisepunkte oder Versorgungsanschlüsse

  • Druckstabilisierungssysteme für definierte Versorgungsbereiche

  • Absperr- und Trennmöglichkeiten zur Priorisierung wichtiger Verbraucher

Priorisierung der Wassernutzung

Prioritätsstufe

Wasseranwendung

Kritisch

Feuerlösch- und Brandschutzsysteme

Wesentlich

Labore und Sanitärversorgung

Betrieblich

Unterstützung von Kühl- und Techniksystemen

Nicht wesentlich

Bewässerung und dekorative Wassernutzung

Das Facility Management sollte im Notfall unnötige Wasserverbräuche sofort reduzieren. Nicht betriebsnotwendige Nutzungen wie Bewässerung, Reinigungsarbeiten oder dekorative Wasseranlagen sind abzuschalten, damit verfügbare Ressourcen für Sicherheit, Hygiene und kritische Forschung eingesetzt werden können.

Funktionen der Notlüftung

Lüftungssysteme sichern Luftqualität, entfernen Schadstoffe und halten definierte Druckverhältnisse in sensiblen Bereichen aufrecht. In Universitäten betrifft dies besonders chemische Labore, Reinräume, Tierhaltungsbereiche, Versammlungsräume und sicherheitsrelevante Technikbereiche.

Eine funktionierende Notlüftung kann entscheidend sein, um gefährliche Dämpfe abzuführen, Rauch zu entfernen oder Kontaminationen zu vermeiden. Deshalb müssen Lüftungssysteme mit hoher Sicherheitsrelevanz in das Redundanz- und Notstromkonzept eingebunden werden.

Technische Redundanz

  • Ersatz-Lüftungsgeräte für kritische Bereiche

  • Redundante Ventilatoren und Motoren

  • Notabluftsysteme für Labor- und Gefahrstoffbereiche

  • Unabhängige Steuerungen für sicherheitsrelevante Funktionen

  • Notstromversorgung für zentrale Lüftungs- und Entrauchungskomponenten

Überwachung und Steuerung

  • Überwachung von Luftvolumenströmen

  • Kontrolle von Druckdifferenzen in Laboren und Reinräumen

  • Integration von Alarmen in die Gebäudeleittechnik

  • Automatisierte Notabschaltungen bei Gefahrstoffaustritt oder technischer Störung

  • Klare Betriebsarten für Normalbetrieb, Störbetrieb und Notbetrieb

Das Facility Management muss sicherstellen, dass die Lüftungssteuerung im Notfall verständlich und bedienbar bleibt. Verantwortliche Personen müssen wissen, welche Anlagen abgeschaltet, weiterbetrieben oder in eine Notbetriebsart versetzt werden müssen.

Kritische Lüftungsbereiche

Anlagentyp

Lüftungsanforderung

Chemische Labore

Kontrolle gefährlicher Abluft

Reinräume

Kontrollierte Luftströmung und Filtration

Serverräume

Abführung von Wärmelasten

Versammlungsräume

Rauchabzug und Frischluftversorgung

Für kritische Lüftungsbereiche sind regelmäßige Funktionsprüfungen erforderlich. Besonders wichtig sind Abluftleistung, Filterzustand, Druckverhältnisse, Alarmauslösung und die Reaktion der Gebäudeautomation.

Bedeutung technischer Gase

Technische Gase werden in Universitäten für Forschung, Analytik, Laborprozesse und spezialisierte technische Anwendungen eingesetzt. Dazu gehören unter anderem Sauerstoff, Stickstoff, Kohlendioxid und Druckluft. Ein Versorgungsausfall kann laufende Versuche unterbrechen, Messergebnisse verfälschen oder Geräte außer Betrieb setzen.

Da technische Gase auch Sicherheitsrisiken verursachen können, muss die Notversorgung immer mit geeigneten Schutzmaßnahmen verbunden sein. Dazu gehören Leckageerkennung, Drucküberwachung, Absperreinrichtungen und klare Notfallanweisungen.

Versorgungskontinuität

  • Doppelte Flaschenbündel für wichtige Gasarten

  • Ersatzlager für definierte Mindestmengen

  • Automatische Umschaltung zwischen Haupt- und Reserveversorgung

  • Notreservekapazität für kritische Laborprozesse

  • Abstimmung der Lieferlogistik mit Verbrauchsprofilen und Sicherheitsanforderungen

Sicherheitsmaßnahmen

  • Gaswarnanlagen und Leckageerkennung

  • Drucküberwachung in Leitungen und Entnahmestellen

  • Absperrventile zur schnellen Trennung einzelner Bereiche

  • Notabschaltungen bei Gefahr oder Druckverlust

  • Beschilderung, Zugangsregelung und sichere Lagerbedingungen

Das Facility Management sollte gemeinsam mit den Laborverantwortlichen festlegen, welche Gase kritisch sind, welche Reservekapazitäten erforderlich sind und wie lange ein Notbetrieb aufrechterhalten werden muss.

Priorisierung der Gasversorgung

Gasart

Hauptanwendung

Notfallpriorität

Sauerstoff

Medizinische und Laboranwendungen

Kritisch

Stickstoff

Forschungsprozesse und Schutzatmosphären

Hoch

CO₂

Analytische Geräte und Laboranwendungen

Mittel

Druckluft

Technische Systeme und Laborversorgung

Hoch

Die Priorisierung muss auf den tatsächlichen Laborprozessen basieren. Besonders zu berücksichtigen sind sicherheitsrelevante Anwendungen, laufende Langzeitversuche und Anlagen, die bei Unterbrechung beschädigt werden können.

Betriebliche Bedeutung

Die IT-Infrastruktur einer Universität unterstützt Lernplattformen, Forschungsdatenbanken, Verwaltungsprozesse, Kommunikationssysteme, Zutrittskontrolle und Sicherheitsanwendungen. Ein Ausfall kann den Campusbetrieb erheblich beeinträchtigen.

Serverräume und Rechenzentren benötigen daher eine besonders hohe Verfügbarkeit. Strom, Kühlung, Netzwerkverbindungen, Brandschutz und physische Sicherheit müssen aufeinander abgestimmt sein.

Elektrischer Schutz und Kühlschutz

  • Stromversorgung über USV-Anlagen

  • Notstromversorgung durch Generatoren

  • Redundante Kühlsysteme

  • Doppelte Stromverteilung für kritische IT-Komponenten

  • Überwachung von Temperatur, Luftfeuchte, Last und Energiequalität

Redundanz der IT-Infrastruktur

  • Ersatz- oder Spiegelserver für wichtige Dienste

  • Redundante Netzwerkverbindungen

  • Regelmäßige Datensicherungen

  • Wiederanlauf- und Notfallwiederherstellungsverfahren

  • Dokumentierte Zuständigkeiten zwischen IT und Facility Management

Facility Management und IT-Abteilung müssen eng zusammenarbeiten. Während die IT für Systeme, Daten und Netzwerkdienste verantwortlich ist, stellt das Facility Management die technische Umgebung bereit, insbesondere Strom, Kühlung, Zutritt, Brandschutz und bauliche Sicherheit.

Maßnahmen zum Umgebungsschutz

Risiko

Schutzmaßnahme

Überhitzung

Redundante Kühlung und Temperaturüberwachung

Wasseraustritt

Leckageerkennung und geeignete Leitungsführung

Feuer

Geeignete Branddetektion und gasförmige Löschsysteme

Spannungsschwankung

Stabilisierung durch USV-Anlagen

Zusätzlich sollten Serverräume gegen unbefugten Zutritt geschützt werden. Regelmäßige Begehungen, klare Zutrittsrechte und eine saubere technische Dokumentation unterstützen einen sicheren Betrieb.

Bedeutung der Kältespeicherung

Gefrier- und Kühlsysteme bewahren biologische Proben, Forschungsmaterialien, pharmazeutische Produkte und wissenschaftliche Präparate. Der Verlust solcher Materialien kann hohe finanzielle Schäden verursachen und Forschungsprojekte erheblich zurückwerfen.

Besonders kritisch sind Ultratiefkühlschränke, Langzeitlager und Kühlgeräte mit nicht ersetzbaren Proben. Diese Systeme müssen in die Notstromversorgung, Temperaturüberwachung und Notfallorganisation eingebunden werden.

Geräteredundanz

  • Ersatzgefrierschränke für kritische Proben

  • Parallel betriebene Kälteeinheiten

  • Mobile Notkühlgeräte

  • Reservelagerflächen für priorisierte Materialien

  • Vorbereitete Umlagerungspläne für Störfälle

Überwachungssysteme

  • Kontinuierliche Temperaturüberwachung

  • Fernalarmierung bei Grenzwertüberschreitung

  • Eskalationsprozesse für Laborleitung und Facility Management

  • Dokumentierte Reaktionszeiten und Verantwortlichkeiten

  • Regelmäßige Prüfung von Sensoren, Alarmen und Stromversorgung

Wichtig ist, dass Alarme nicht nur lokal angezeigt werden. Sie müssen an zuständige Personen weitergeleitet werden, auch außerhalb der regulären Betriebszeiten.

Kritische Lagerkategorien

Lagerart

Temperaturbereich

Schutzanforderung

Gekühlte Lagerung

2 °C bis 8 °C

Ersatzkühlung

Standard-Gefrierschränke

-20 °C

Notstromversorgung

Ultratiefkühlschränke

-80 °C

Generatorversorgung und Alarmintegration

Für jede Lagerkategorie sollten Temperaturgrenzwerte, maximale Reaktionszeiten und Umlagerungsmöglichkeiten festgelegt werden. Besonders wertvolle Proben sind zusätzlich zu kennzeichnen und in Prioritätslisten aufzunehmen.

Zweck der Lastpriorisierung

Die Priorisierung kritischer Lasten stellt sicher, dass begrenzte Notfallressourcen gezielt eingesetzt werden. Bei einem Strom-, Kühlungs- oder Wasserausfall können häufig nicht alle Verbraucher gleichzeitig versorgt werden. Deshalb muss vorher festgelegt werden, welche Anlagen Vorrang haben.

Eine gute Lastpriorisierung verhindert Überlastungen von Notstromaggregaten, unterstützt schnelle Entscheidungen und schützt die wichtigsten Funktionen der Universität.

Klassifizierungsrahmen für Lasten

Klassifizierung

Beschreibung

Beispiel

Kritische Lasten

Unmittelbar erforderlich für Sicherheit und wesentlichen Betrieb

Brandmeldeanlagen, Notbeleuchtung

Wesentliche Lasten

Erforderlich für die Fortführung wichtiger Betriebsprozesse

Serverräume, Labore

Wichtige Lasten

Vorübergehende Unterbrechung ist akzeptabel

Lehrflächen

Nicht wesentliche Lasten

Können zeitweise außer Betrieb bleiben

Freizeit- und Nebenbereiche

Die Klassifizierung sollte regelmäßig überprüft werden. Neue Forschungsbereiche, geänderte Gebäudenutzungen oder zusätzliche IT-Dienste können die Prioritäten verändern.

Priorisierungskriterien

  • Auswirkung auf Personensicherheit

  • Empfindlichkeit von Forschungsprozessen

  • Abhängigkeit anderer Systeme vom jeweiligen Verbraucher

  • Komplexität der Wiederherstellung

  • Finanzielle, akademische und reputationsbezogene Folgen

  • Verfügbarkeit alternativer Betriebs- oder Ersatzmöglichkeiten

Die Ergebnisse der Priorisierung müssen in Schaltplänen, Notfallhandbüchern und Betriebsanweisungen nachvollziehbar dokumentiert sein.

Überwachungssysteme

Eine zuverlässige Redundanz ist nur wirksam, wenn ihr Zustand kontinuierlich überwacht wird. Facility Management sollte zentrale Systeme nutzen, um Betriebszustände, Störungen und Grenzwertüberschreitungen frühzeitig zu erkennen.

Wichtige Überwachungselemente sind:

  • Zentrale Gebäudeleittechnik

  • Alarm- und Störmeldesysteme

  • Fernüberwachung für kritische Anlagen

  • Laufende Statusüberwachung von Notstrom, Kühlung, Lüftung, Wasser und technischen Gasen

  • Dokumentierte Alarmwege und Eskalationsstufen

Die Alarmierung muss eindeutig sein. Jede Meldung sollte erkennen lassen, welches System betroffen ist, wie kritisch die Störung ist und wer reagieren muss.

Prüfverfahren

System

Prüferfordernis

Notstromaggregate

Betriebstest unter Last

USV-Anlagen

Batterie- und Umschalttest

Kühlsysteme

Simulation der Umschaltung auf Ersatzbetrieb

Lüftungssysteme

Funktionstest im Notbetrieb

Prüfungen sollten geplant, dokumentiert und ausgewertet werden. Dabei ist nicht nur zu prüfen, ob eine Anlage startet, sondern auch, ob sie die erforderliche Leistung erbringt und ob die Umschaltung im realistischen Betriebszustand funktioniert.

Vorbeugende Wartung

  • Regelmäßige Inspektionen nach Wartungsplan

  • Prüfung der Kraftstoffqualität und Kraftstoffmenge

  • Kalibrierung von Sensoren, Messgeräten und Alarmen

  • Kontrolle von Batterien, Pumpen, Ventilatoren und Umschalteinrichtungen

  • Dokumentation aller Wartungs- und Prüftätigkeiten

  • Nachverfolgung festgestellter Mängel bis zur vollständigen Behebung

Vorbeugende Wartung ist ein zentraler Bestandteil der Betriebssicherheit. Vernachlässigte Wartung kann dazu führen, dass Backup-Systeme im Ernstfall nicht verfügbar sind.

Ereigniskoordination

Bei technischen Störungen muss die Reaktion klar organisiert sein. Facility Management koordiniert die technische Bewertung, leitet Sofortmaßnahmen ein und stimmt sich mit Sicherheitsdienst, IT, Laborleitungen, Verwaltung und Hochschulleitung ab.

Wichtige Bestandteile der Ereigniskoordination sind:

  • Dokumentierte Notfallverfahren

  • Technische Eskalationsprotokolle

  • Klare Rollen und Verantwortlichkeiten

  • Kommunikation mit betroffenen Fachbereichen

  • Lagebewertung und Priorisierung der Maßnahmen

  • Nachvollziehbare Dokumentation von Entscheidungen und Ereignisverlauf

Eine strukturierte Koordination verhindert Doppelarbeit, Informationsverluste und unklare Zuständigkeiten. Besonders bei campusweiten Ereignissen ist eine zentrale Steuerung erforderlich.

Wiederherstellungsmaßnahmen

Wiederherstellungsphase

Hauptziel

Stabilisierung

Schutz kritischer Betriebsfunktionen

Wiederherstellung der Infrastruktur

Rückführung technischer Systeme in einen sicheren Zustand

Betriebliche Wiederaufnahme

Fortsetzung von Lehre, Forschung und Verwaltung

Nachbereitung

Verbesserung der Resilienzmaßnahmen

Nach einer Störung sollte das Facility Management prüfen, welche Systeme betroffen waren, ob die Redundanz wie vorgesehen funktioniert hat und welche Verbesserungen erforderlich sind. Erkenntnisse aus realen Ereignissen müssen in Wartungspläne, Notfallhandbücher und technische Konzepte einfließen.