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Losbildung und Vergabestrategie

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Vergabestrategie für rechtssichere Beschaffung im Hochschul Facility Management

Losbildung und Vergabestrategie für Hochschulen

Die Losbildung und die Wahl der passenden Vergabestrategie sind zentrale Instrumente im Facility Management von Hochschulen. Sie bestimmen, wie technische, infrastrukturelle und organisatorische Leistungen ausgeschrieben, vergeben, gesteuert und überwacht werden. Eine geeignete Struktur unterstützt fairen Wettbewerb, wirtschaftliche Beschaffung, klare Verantwortlichkeiten und eine stabile Betriebsführung über alle Campusbereiche hinweg.

Losbildung und Vergabestrategie im Hochschul-FM

Strategische Ziele

Ziel

Zweck

Transparenz

Vergabeentscheidungen müssen nachvollziehbar, dokumentiert und prüfbar sein.

Wettbewerb

Geeignete Anbieter sollen faire Chancen erhalten, sich am Verfahren zu beteiligen.

Betriebliche Effizienz

Die Leistungsstruktur soll zu den Abläufen, Gebäuden und Nutzungsarten der Hochschule passen.

Risikoverteilung

Abhängigkeiten von einzelnen Auftragnehmern sollen begrenzt werden.

Kostenoptimierung

Die Vergabe soll wirtschaftliche Angebote ermöglichen, ohne die Leistungsqualität zu gefährden.

Servicequalität

Verbindliche Standards sollen den sicheren und zuverlässigen Betrieb gewährleisten.

Eine Vergabestrategie darf nicht nur nach dem niedrigsten Preis ausgerichtet werden. Für Hochschulen ist entscheidend, dass die beauftragten Leistungen dauerhaft funktionieren, Schnittstellen beherrschbar bleiben und die Qualität im laufenden Betrieb messbar ist.

Relevanz im Facility Management von Hochschulen

Hochschulen haben besondere Anforderungen an das Facility Management, weil sie unterschiedliche Gebäudetypen, Nutzergruppen und Betriebszeiten vereinen. Dazu gehören Hörsäle, Labore, Bibliotheken, Verwaltungsgebäude, Sporteinrichtungen, Außenanlagen und teilweise Wohn- oder Forschungsbereiche.

Typische Anforderungen sind:

  • mehrere Campusstandorte oder Gebäudekomplexe

  • unterschiedliche technische und infrastrukturelle Leistungen

  • hohe Anforderungen an Sicherheit, Verfügbarkeit und Sauberkeit

  • Abstimmung mit Forschung, Lehre, Verwaltung und externen Nutzern

  • langfristige Betriebssicherheit bei begrenzten Haushalts- und Personalressourcen

Die Losbildung muss diese Rahmenbedingungen berücksichtigen. Ein zu kleinteiliger Zuschnitt kann die Steuerung erschweren. Ein zu großer Leistungsumfang kann den Wettbewerb reduzieren und die Hochschule abhängig von wenigen großen Dienstleistern machen.

Struktur der Lose in der Hochschulbeschaffung

Lose sind getrennte Beschaffungseinheiten innerhalb einer Ausschreibung. Sie teilen Leistungen, Standorte oder Verantwortungsbereiche so auf, dass sie fachlich sinnvoll, wirtschaftlich tragfähig und für den Anbietermarkt zugänglich sind.

Ein Los kann sich zum Beispiel auf eine bestimmte Leistung, einen Gebäudebereich, einen Campus oder eine technische Anlage beziehen. Ziel ist eine klare Vertragsstruktur, die sowohl den Markt als auch den späteren Betrieb unterstützt.

Grundlage der Losbildung

Grundlage

Beschreibung

Leistungsbezogen

Trennung nach Leistungsarten, zum Beispiel Reinigung, Sicherheit oder Wartung.

Geografisch

Aufteilung nach Campus, Standort, Region oder Gebäudebereich.

Funktional

Zuordnung nach betrieblichen Verantwortlichkeiten oder Nutzergruppen.

Technische Komplexität

Bündelung oder Trennung nach technischen Anforderungen und Spezialkenntnissen.

Organisationsstruktur

Anpassung an die interne Zuständigkeit der Hochschule, zum Beispiel Dezernate, Gebäudemanagement oder Fachbereiche.

Die Grundlage der Losbildung sollte früh festgelegt werden. Sie beeinflusst die spätere Angebotsstruktur, die Anzahl der Verträge, die Steuerbarkeit der Dienstleister und den Aufwand für das Vertragsmanagement.

Ziele der Losaufteilung

  • Verbesserung des Marktzugangs für kleine, mittlere und spezialisierte Anbieter

  • Erhöhung der Anzahl qualifizierter Angebote

  • klare Abgrenzung von Verantwortlichkeiten

  • bessere fachliche Spezialisierung der Dienstleister

  • reduzierte Abhängigkeit von einzelnen Vertragspartnern

  • ausgewogene Verteilung von Betriebs- und Leistungsrisiken

Eine gute Losstruktur ist verständlich, überprüfbar und betrieblich umsetzbar. Sie darf weder künstlich zersplittert noch unnötig stark gebündelt sein.

Einzelvergaben

Bei Einzelvergaben werden einzelne Leistungen oder klar abgegrenzte Leistungsbereiche separat ausgeschrieben und an verschiedene Auftragnehmer vergeben. Jede Leistung erhält einen eigenen Vertrag oder ein eigenes Los mit eigenen Anforderungen, Preisen, Leistungskennzahlen und Ansprechpartnern.

Diese Form eignet sich besonders, wenn Leistungen stark spezialisiert sind oder wenn die Hochschule einzelne Dienstleister gezielt nach ihrer Fachkompetenz auswählen möchte.

Typische Einzelvergaben an Hochschulen

Leistungsbereich

Umfang

Reinigungsdienste

Reinigung von Hörsälen, Büros, Sanitärbereichen, Labornebenflächen und Verkehrsflächen.

Sicherheitsdienste

Zugangskontrolle, Streifendienste, Schließdienste, Veranstaltungsbetreuung und Campusaufsicht.

Technische Wartung

Wartung von Heizungs-, Lüftungs-, Klima-, Elektro- und Sanitäranlagen.

Grünpflege

Pflege von Außenanlagen, Wegen, Rasenflächen, Bäumen und Pflanzbereichen.

Abfallmanagement

Sammlung, Trennung, Transport und Entsorgung von Abfällen nach betrieblichen Vorgaben.

Je nach Hochschulstruktur können auch Aufzüge, Brandschutzanlagen, Gebäudeautomation, Schädlingsprävention oder Winterdienst als eigene Lose vergeben werden.

Einzelvergaben bieten folgende Vorteile:

  • hohe fachliche Spezialisierung der Dienstleister

  • bessere Vergleichbarkeit von Preisen und Leistungsinhalten

  • stärkere Wettbewerbssituation innerhalb einzelner Leistungsbereiche

  • größere Flexibilität bei der Auswahl geeigneter Anbieter

  • gezielte Anpassung von Qualitätsanforderungen pro Leistungsbereich

  • einfachere Bewertung der Leistung einzelner Auftragnehmer

Für das Facility Management ist diese Struktur besonders geeignet, wenn intern ausreichend Kapazität für Koordination, Kontrolle und Vertragssteuerung vorhanden ist.

Herausforderungen

Einzelvergaben erhöhen den Steuerungsaufwand. Die Hochschule muss mehrere Verträge, Ansprechpartner, Leistungsnachweise, Rechnungen und Eskalationswege koordinieren.

Typische Herausforderungen sind:

  • höherer Aufwand im Vertragsmanagement

  • mehr Schnittstellen zwischen verschiedenen Dienstleistern

  • mögliche Zuständigkeitskonflikte bei Störungen oder Sonderleistungen

  • größerer Kommunikationsbedarf mit Nutzern und Auftragnehmern

  • höherer interner Aufwand für Qualitätskontrolle und Terminabstimmung

Damit Einzelvergaben funktionieren, müssen Zuständigkeiten, Leistungsgrenzen und Meldewege eindeutig beschrieben werden.

Bündelung von Leistungen

Bei der Bündelung werden mehrere Leistungen in einem größeren Vergabepaket zusammengefasst. Ein Auftragnehmer übernimmt dann mehrere Aufgabenbereiche, zum Beispiel Reinigung, Grünpflege und Abfallmanagement oder technische Wartung verschiedener Gewerke.

Die Bündelung kann sinnvoll sein, wenn Leistungen eng zusammenhängen, häufig gemeinsam koordiniert werden müssen oder ein einheitlicher Ansprechpartner den Betrieb erleichtert.

Übliche Bündelungsstrukturen

Bündelungsart

Enthaltene Leistungen

Infrastrukturelles Bündel

Reinigung, Grünpflege, Winterdienst, Abfallmanagement und einfache Servicedienste.

Technisches Bündel

Wartung und Betrieb von Heizungs-, Lüftungs-, Klima-, Elektro- und Sanitäranlagen.

Betriebsnahes Bündel

Empfang, Sicherheitsdienst, Helpdesk, Schließdienst und Nutzerbetreuung.

Campus-FM-Bündel

Kombination mehrerer Facility-Management-Leistungen für einen Campus oder Gebäudeverbund.

Die Bündelung sollte nur erfolgen, wenn der Markt solche Leistungsumfänge realistisch erbringen kann und die Hochschule durch die Zusammenfassung einen klaren Steuerungsvorteil erhält.

Die Bündelung verfolgt vor allem organisatorische und wirtschaftliche Ziele:

  • Reduzierung des administrativen Aufwands

  • weniger Einzelverträge und Ansprechpartner

  • bessere Abstimmung zusammenhängender Leistungen

  • klare Gesamtverantwortung für definierte Betriebsbereiche

  • mögliche Skaleneffekte bei Personal, Material und Disposition

  • vereinfachte Berichts- und Eskalationswege

Für Hochschulen kann dies besonders bei großen Campusflächen, standardisierten Leistungen oder begrenzten internen Steuerungskapazitäten vorteilhaft sein.

Risiken und Grenzen

Eine zu starke Bündelung kann den Wettbewerb einschränken. Kleine und spezialisierte Anbieter können möglicherweise nicht mehr teilnehmen, weil Vertragsvolumen, Personalbedarf oder Leistungsbreite zu groß sind.

Wesentliche Risiken sind:

  • geringere Anzahl geeigneter Bieter

  • stärkere Abhängigkeit von einem großen Dienstleister

  • geringere Flexibilität bei Leistungsänderungen

  • schwieriger Austausch einzelner Leistungsbestandteile

  • erhöhtes Risiko bei schlechter Leistung des Hauptauftragnehmers

  • mögliche Preissteigerungen durch eingeschränkten Wettbewerb

Vor einer Bündelung sollte geprüft werden, ob die Vorteile im Betrieb die Risiken für Markt, Wettbewerb und Flexibilität überwiegen.

Regionale Lose

Regionale Lose teilen Leistungen nach geografischen Bereichen, Campusstandorten oder Gebäudekomplexen auf. Jeder Bereich erhält einen eigenen Leistungsumfang, der unabhängig oder parallel zu anderen Bereichen vergeben werden kann.

Diese Struktur eignet sich besonders für Hochschulen mit mehreren Standorten, weitläufigen Campusflächen oder unterschiedlichen lokalen Betriebsbedingungen.

Typische regionale Strukturen

Regionales Modell

Beispiel

Campusbezogen

Hauptcampus, Nebencampus, Forschungsstandort oder Außenstelle.

Gebäudebündel

Lehrgebäude, Verwaltungsgebäude, Laborbereiche, Wohn- oder Sportbereiche.

Geografische Bereiche

Nord-, Süd-, Ost-, West- oder Zentralbereich eines Campus.

Betriebszonen

Forschungsbereiche, Verwaltungszonen, öffentlich zugängliche Bereiche oder Hochsicherheitsbereiche.

Die regionale Aufteilung sollte sich an Wegen, Reaktionszeiten, Nutzerfrequenz, Gebäudestruktur und betrieblichen Prioritäten orientieren.

Regionale Lose bieten praktische Vorteile im täglichen Betrieb:

  • kürzere Wege und schnellere Reaktionszeiten

  • bessere Kenntnis lokaler Gebäude- und Nutzungsbedingungen

  • klare Zuständigkeit für definierte Campusbereiche

  • bessere Steuerbarkeit bei mehreren Standorten

  • höhere Beteiligung regionaler Dienstleister

  • realistische Einsatzplanung für Personal und Material

Für stark verteilte Hochschulstandorte kann eine regionale Losbildung die Betriebsqualität deutlich verbessern.

Managementaspekte

Bei regionalen Losen muss die Hochschule sicherstellen, dass trotz unterschiedlicher Auftragnehmer ein einheitlicher Qualitätsstandard gilt.

Wichtige Managementaspekte sind:

  • einheitliche Leistungsbeschreibungen für vergleichbare Bereiche

  • klare Qualitätskennzahlen und Berichtspflichten

  • regelmäßige Abstimmung zwischen regionalen Dienstleistern

  • vergleichbare Prüf- und Abnahmeprozesse

  • ausgewogene Verteilung von Flächen, Risiken und Leistungsvolumen

  • zentrale Steuerung durch das Facility Management

Ohne einheitliche Vorgaben können unterschiedliche Leistungsniveaus zwischen den Standorten entstehen.

Integrale Services

Integrale Services fassen mehrere Facility-Management-Disziplinen in einem übergreifenden Betriebsvertrag zusammen. Ein Auftragnehmer oder ein verantwortlicher Dienstleisterverbund übernimmt die koordinierte Steuerung technischer, infrastruktureller und teilweise kaufmännischer Leistungen.

Diese Vergabeform setzt voraus, dass die Hochschule klare Ziele, belastbare Leistungskennzahlen und ein wirksames Controlling festlegt.

Bestandteile integraler FM-Services

Servicekategorie

Beispiele

Technisches FM

Wartung, Inspektion, Instandsetzung, Anlagenbetrieb, Störungsmanagement und technische Dokumentation.

Infrastrukturelles FM

Reinigung, Sicherheit, Grünpflege, Abfallmanagement, Winterdienst, Empfangs- und Servicedienste.

Kaufmännisches FM

Reporting, Budgetüberwachung, Vertragsadministration, Rechnungsprüfung und Leistungsnachweise.

Der genaue Umfang muss in der Leistungsbeschreibung präzise definiert werden. Besonders wichtig sind Schnittstellen zu internen Abteilungen, Nutzerkommunikation und Eskalationsprozesse.

Strategische Ziele

Integrale Services verfolgen das Ziel, Facility-Management-Leistungen aus einer Hand zu steuern und die Betriebsführung zu standardisieren.

Zentrale Ziele sind:

  • zentrale operative Steuerung

  • einheitliche Prozesse über mehrere Leistungsbereiche

  • transparente Berichtssysteme

  • klare Gesamtverantwortung

  • bessere Abstimmung zwischen technischen und infrastrukturellen Leistungen

  • langfristige Optimierung von Qualität, Kosten und Verfügbarkeit

Für Hochschulen kann dieses Modell sinnvoll sein, wenn die internen Ressourcen begrenzt sind oder eine einheitliche Steuerung über mehrere Standorte erforderlich ist.

Betriebliche Herausforderungen

Integrale Services sind anspruchsvoll in Planung, Vergabe und Umsetzung. Die Leistungsbeschreibung muss ausreichend konkret sein, damit Qualität, Verantwortlichkeiten und Vergütung eindeutig geregelt sind.

Typische Herausforderungen sind:

  • komplexe Vertrags- und Leistungsstrukturen

  • hohe Anforderungen an die Leistungsfähigkeit des Auftragnehmers

  • aufwendige Start- und Übergangsphase

  • intensive Kontrolle durch Kennzahlen und regelmäßige Audits

  • Risiko einer starken Abhängigkeit vom Integraldienstleister

  • erhöhter Aufwand bei Vertragsänderungen oder Leistungsanpassungen

Ein integrales Modell sollte nur gewählt werden, wenn die Hochschule die Steuerungs- und Kontrollmechanismen sicher beherrscht.

Bedeutung der Marktfähigkeit

Marktfähigkeit bedeutet, dass die ausgeschriebenen Leistungen für den Anbietermarkt realistisch, verständlich und wirtschaftlich interessant sind. Eine marktfähige Vergabestruktur erhöht die Chance auf ausreichende Angebote, faire Preise und qualifizierte Auftragnehmer.

Eine Vergabe ist nicht marktfähig, wenn der Leistungsumfang zu groß, zu komplex, zu riskant oder wirtschaftlich unattraktiv ist.

Bewertungskriterien

Kriterium

Prüffokus

Vertragsvolumen

Passt der Auftragswert zur Leistungsfähigkeit möglicher Anbieter?

Technische Anforderungen

Sind die Anforderungen fachlich notwendig und realistisch erfüllbar?

Geografischer Umfang

Können die Leistungen zuverlässig innerhalb der geforderten Reaktionszeiten erbracht werden?

Vertragslaufzeit

Ist die Laufzeit wirtschaftlich sinnvoll und für Personal- sowie Investitionsplanung geeignet?

Ressourcenbedarf

Sind Personal, Geräte, Materialien und Fachkompetenzen am Markt verfügbar?

Diese Kriterien sollten vor Veröffentlichung der Ausschreibung geprüft werden, damit die Vergabe nicht an unrealistischen Anforderungen scheitert.

Zur Bewertung der Marktfähigkeit kann die Hochschule folgende Aktivitäten durchführen:

  • Analyse der regionalen und überregionalen Anbieterstruktur

  • Prüfung vergleichbarer Ausschreibungen und Vertragsmodelle

  • Bewertung der Leistungsfähigkeit kleiner, mittlerer und großer Anbieter

  • Einschätzung des Wettbewerbsniveaus je Leistungsbereich

  • interne Prüfung von Vertragsvolumen, Laufzeit und Risikoverteilung

  • strukturierte Markterkundung vor der Ausschreibung, soweit zulässig

Die Ergebnisse sollten dokumentiert werden, da sie die spätere Entscheidung zur Losstruktur und Bündelung begründen.

Eine nicht marktfähige Vergabestruktur kann erhebliche Folgen haben:

  • zu wenige oder keine Angebote

  • hohe Angebotspreise wegen Risikoaufschlägen

  • geringe Qualität der eingereichten Konzepte

  • Ausschreibungsaufhebung oder erneute Vergabe

  • Verzögerungen im Betriebsübergang

  • erhöhtes Risiko von Leistungsstörungen nach Vertragsbeginn

Marktfähigkeit ist daher nicht nur ein Beschaffungsthema, sondern eine Voraussetzung für einen stabilen Facility-Management-Betrieb.

Ziele des Wettbewerbs

Wettbewerb soll sicherstellen, dass die Hochschule geeignete Leistungen zu wirtschaftlichen und fairen Bedingungen erhält. Gleichzeitig schützt Wettbewerb vor einseitigen Anbieterabhängigkeiten und fördert bessere Konzepte, Qualität und Innovation.

Ziele sind:

  • faire Teilnahmebedingungen für geeignete Anbieter

  • wirtschaftliche Beschaffung

  • objektive Vergleichbarkeit der Angebote

  • Förderung von Qualität und Leistungsverbesserung

  • Vermeidung marktbeherrschender Vertragsstrukturen

Wettbewerb muss bereits bei der Losbildung berücksichtigt werden, nicht erst bei der Angebotswertung.

Methoden zur Förderung des Wettbewerbs

Methode

Zweck

Kleinere Lose

Erleichtern die Teilnahme kleiner und spezialisierter Anbieter.

Transparente Bewertung

Macht Zuschlagsentscheidungen nachvollziehbar und vergleichbar.

Ausgewogene Eignungskriterien

Verhindern unnötige Zugangshürden.

Markterkundung

Verbessert die Realitätsnähe der Ausschreibung.

Mehrfachvergabeoptionen

Reduzieren Abhängigkeiten und ermöglichen flexible Vertragsstrukturen.

Zusätzlich sollten Anforderungen nur so streng formuliert werden, wie es für Qualität, Sicherheit und Betrieb tatsächlich erforderlich ist.

Wettbewerbsrisiken

Wettbewerb kann eingeschränkt werden, wenn die Vergabestruktur zu groß, zu komplex oder zu speziell ist.

Typische Risiken sind:

  • überdimensionierte Bündelverträge

  • zu hohe Mindestumsätze oder Referenzanforderungen

  • unnötig spezielle technische Vorgaben

  • geringe regionale Anbieterzahl

  • unklare Leistungsbeschreibung

  • schwer kalkulierbare Risiken für Bieter

Das Facility Management sollte Vergabestellen frühzeitig auf solche Risiken hinweisen und praktikable Alternativen vorschlagen.

Wesentliche Entscheidungsfaktoren

Faktor

Strategische Wirkung

Leistungskomplexität

Bestimmt, ob Spezialisierung oder Integration sinnvoller ist.

Koordinationsbedarf

Beeinflusst, ob Leistungen getrennt oder gebündelt vergeben werden sollten.

Anbietermarkt

Legt fest, welche Losgrößen realistisch und wettbewerbsfähig sind.

Risikomanagement

Bestimmt, wie Verantwortlichkeiten und Abhängigkeiten verteilt werden.

Administrative Kapazität

Zeigt, wie viele Verträge intern wirksam gesteuert werden können.

Die Auswahl des Vergabemodells sollte nicht isoliert erfolgen. Sie muss die Gebäude, Nutzeranforderungen, internen Ressourcen, Marktsituation und langfristigen FM-Ziele berücksichtigen.

Bei der Vergabestrategie müssen mehrere Ziele gegeneinander abgewogen werden:

  • Wettbewerb gegenüber betrieblicher Effizienz

  • Spezialisierung gegenüber Integration

  • Flexibilität gegenüber zentraler Steuerung

  • Kostenoptimierung gegenüber Servicequalität

  • regionale Nähe gegenüber einheitlicher Gesamtverantwortung

Eine tragfähige Strategie entsteht, wenn die Hochschule diese Zielkonflikte bewusst bewertet und dokumentiert. Die Entscheidung sollte immer begründen, warum eine bestimmte Losstruktur für den Betrieb und den Markt geeignet ist.

Erforderliche Dokumentation

Eine professionelle Vergabestrategie muss nachvollziehbar dokumentiert werden. Die Dokumentation unterstützt interne Entscheidungen, Prüfungen und spätere Vertragssteuerung.

Erforderlich sind insbesondere:

  • Begründung der gewählten Vergabestrategie

  • Beschreibung der Losstruktur

  • Abgrenzung der Leistungsbereiche und Schnittstellen

  • Ergebnisse der Marktanalyse

  • Bewertung der Wettbewerbssituation

  • Kriterien für Eignung, Zuschlag und Qualität

  • Risikobewertung zu Bündelung, Einzelvergabe und regionaler Aufteilung

  • Dokumentation der internen Abstimmungen

Die Unterlagen sollten so aufgebaut sein, dass Dritte die Entscheidung fachlich und organisatorisch nachvollziehen können.

Governance-Anforderungen

Governance-Bereich

Zweck

Transparenz

Sicherstellung nachvollziehbarer und fairer Vergabeentscheidungen.

Verantwortlichkeit

Klare Zuordnung von Rollen, Entscheidungsbefugnissen und Kontrollpflichten.

Prüfbarkeit

Ermöglichung interner und externer Prüfungen.

Risikosteuerung

Überwachung von Beschaffungs-, Vertrags- und Betriebsrisiken.

Compliance

Einhaltung geltender Vorgaben, interner Richtlinien und Vergabeprozesse.

Für das Facility Management bedeutet Governance, dass Vergabestrategie, Vertragssteuerung und Leistungscontrolling zusammen betrachtet werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass die gewählte Struktur nicht nur formal korrekt, sondern auch im Hochschulbetrieb dauerhaft wirksam ist.