Leistungsverzeichnisse für Facility Services
Facility Management: Hochschulen » KFM » Beschaffung und öffentliche Vergabe » Leistungsverzeichnisse für Facility Services
Leistungsbeschreibung für Facility Services an Universitäten
Leistungsbeschreibungen für Facility Services an Universitäten definieren die technischen, infrastrukturellen, organisatorischen und dokumentationsbezogenen Anforderungen an einen sicheren, effizienten und nachhaltigen Campusbetrieb. Sie schaffen klare Standards für Dienstleister, interne Fachbereiche und Entscheidungsträger und stellen sicher, dass Lehre, Forschung, Verwaltung, Wohnen und Campusleben zuverlässig unterstützt werden.
Leistungsverzeichnisse für Hochschulnahe Facility Services
- Zweck und Umfang der Leistungsbeschreibung für Facility Services
- Spezifikationen für Technisches Facility Management
- Spezifikationen für Infrastrukturelles Facility Management
- Spezifikationen für Management Services
- Datenpflichten und Dokumentationsanforderungen
- Berichtsanforderungen
- Nachhaltigkeitsanforderungen
- Integration und Qualitätssicherung
Ziele
Die Leistungsbeschreibung dient als verbindliche Grundlage für Planung, Ausschreibung, Vertragssteuerung und Qualitätskontrolle von Facility Services. Sie soll klare Erwartungen an Leistung, Qualität, Verfügbarkeit und Verantwortlichkeiten festlegen.
Wesentliche Ziele sind:
Festlegung eindeutiger Serviceanforderungen und Leistungsstandards
Definition messbarer Qualitäts-, Sicherheits- und Betriebsanforderungen
Sicherstellung der Einhaltung institutioneller, gesetzlicher und technischer Vorgaben
Unterstützung eines transparenten Vertrags- und Leistungsmanagements
Ausrichtung des Facility Managements an den strategischen Zielen der Universität
Die Anforderungen müssen so formuliert sein, dass Leistungen überprüfbar, vergleichbar und steuerbar sind. Unklare Zuständigkeiten, nicht messbare Leistungen und fehlende Eskalationswege sind zu vermeiden.
Leistungsumfang
Der Leistungsumfang muss alle relevanten Servicebereiche des universitären Facility Managements abdecken. Dabei ist zwischen technischen, infrastrukturellen, kaufmännisch-organisatorischen und datenbezogenen Aufgaben zu unterscheiden.
| Servicekategorie | Schwerpunkt |
|---|---|
| Technisches Facility Management | Betrieb, Inspektion, Wartung und Instandhaltung technischer Anlagen |
| Infrastrukturelles Facility Management | Betriebsunterstützende Dienste für Sauberkeit, Sicherheit und Campusfunktionalität |
| Management Services | Koordination, Steuerung, Kontrolle und Administration der Leistungen |
| Daten und Berichtswesen | Dokumentation, Nachverfolgbarkeit und Leistungstransparenz |
| Nachhaltigkeitsanforderungen | Umweltgerechter Betrieb, Ressourceneffizienz und Verbrauchsoptimierung |
Die Leistungsbeschreibung muss klar festlegen, welche Leistungen im Regelbetrieb, im Störfall, bei Veranstaltungen und in Sondersituationen zu erbringen sind.
Besonderheiten des Universitätsumfelds
Universitäten verfügen über unterschiedliche Gebäudetypen mit sehr verschiedenen Nutzungsprofilen. Dazu gehören Hörsäle, Seminarräume, Bibliotheken, Verwaltungsgebäude, Wohnheime, Sportanlagen, Labore, technische Zentralen und Forschungsbereiche.
Bei der Ausgestaltung der Facility Services sind insbesondere zu berücksichtigen:
hohe Nutzerfrequenz und lange Betriebszeiten
sensible Forschungs-, Labor- und Prüfbereiche
saisonale Schwankungen durch Semesterbetrieb, Prüfungszeiten und vorlesungsfreie Zeiten
Veranstaltungen, Konferenzen und öffentliche Campusnutzung
notwendige Abstimmung mit akademischen Kalendern und Lehrbetriebszeiten
Leistungsumfang des Technischen Facility Managements
Das Technische Facility Management umfasst den sicheren, wirtschaftlichen und regelkonformen Betrieb der technischen Infrastruktur. Die Spezifikationen müssen festlegen, wie Anlagen betrieben, überwacht, geprüft, gewartet, instandgesetzt und dokumentiert werden.
Ziel ist es, die technische Verfügbarkeit der Gebäude sicherzustellen, Betriebsunterbrechungen zu minimieren und Risiken für Personen, Forschungseinrichtungen und Sachwerte zu vermeiden.
Zentrale technische Leistungen
| Technischer Leistungsbereich | Spezifikationsanforderungen |
|---|---|
| Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik | Betrieb, Wartung, Raumluftqualität, Energieeffizienz und Störungsbehebung |
| Elektrotechnische Anlagen | Versorgungssicherheit, Prüfungen, Notstromversorgung und Schaltanlagenbetrieb |
| Sanitär- und Wasseranlagen | Hygiene, Funktionsfähigkeit, Wasserqualität und Leckagevermeidung |
| Brandschutztechnische Anlagen | Prüfungen, Wartung, Funktionsbereitschaft und Dokumentation |
| Gebäudeautomation | Monitoring, Alarmmanagement, Betriebsoptimierung und Datenbereitstellung |
| Aufzüge und Hebeanlagen | Betriebssicherheit, Prüfpflichten, Verfügbarkeit und Störungsmanagement |
| Labortechnische Anlagen | Spezialwartung, Sicherheitsanforderungen und betriebskritische Versorgung |
Für jeden technischen Bereich müssen Zuständigkeiten, Prüffristen, Reaktionszeiten, Dokumentationspflichten und Qualitätsanforderungen eindeutig beschrieben werden.
Wartungsanforderungen
Wartungsanforderungen müssen präventive und korrektive Maßnahmen umfassen. Präventive Wartung dient der Vermeidung von Ausfällen. Korrektive Instandhaltung dient der schnellen Wiederherstellung der Betriebsbereitschaft nach Störungen.
Die Spezifikation sollte folgende Punkte enthalten:
Wartungspläne für alle relevanten Anlagen und Systeme
definierte Inspektionsintervalle nach Anlagenart und Risiko
Verfahren zur Störungsannahme, Priorisierung und Behebung
Regelungen zur Ersatzteilbevorratung und Beschaffung
Überwachung von Anlagenzustand, Alterung und Lebenszyklus
Besonders kritische Anlagen, etwa Sicherheitsstromversorgung, Brandschutzsysteme, Serverraumkühlung oder Laborversorgung, benötigen erhöhte Verfügbarkeits- und Reaktionsanforderungen.
Leistungsstandards
| Leistungsbereich | Typische Anforderung |
|---|---|
| Anlagenverfügbarkeit | Festgelegte Verfügbarkeitsziele für kritische und nicht kritische Anlagen |
| Reaktionszeiten | Unterschiedliche Zeiten für Notfälle, dringende Störungen und Routineaufträge |
| Wartungserfüllung | Fristgerechte Durchführung geplanter Wartungen |
| Betriebssicherheit | Vermeidung ungeplanter Ausfälle und Störungen im Universitätsbetrieb |
| Sicherheitskonformität | Einhaltung gesetzlicher, technischer und universitärer Vorgaben |
Leistungsstandards müssen messbar sein. Dazu gehören beispielsweise die Quote fristgerecht abgeschlossener Wartungen, die durchschnittliche Störungsbehebungszeit und die Anzahl wiederkehrender Anlagenstörungen.
Compliance und Dokumentation
Alle technischen Leistungen müssen nachvollziehbar dokumentiert werden. Die Dokumentation ist Grundlage für Nachweispflichten, Audits, Gewährleistungsfragen und langfristige Anlagensteuerung.
Leistungsumfang des Infrastrukturellen Facility Managements
Das Infrastrukturelle Facility Management umfasst alle betriebsunterstützenden Dienstleistungen, die Sauberkeit, Sicherheit, Ordnung, Erreichbarkeit und Nutzerkomfort auf dem Campus gewährleisten.
Die Anforderungen müssen auf die jeweilige Flächennutzung abgestimmt sein. Ein Labor, eine Bibliothek, ein Hörsaal, ein Wohnheim und ein Außenbereich benötigen unterschiedliche Servicefrequenzen, Sicherheitsmaßnahmen und Qualitätskontrollen.
Zentrale infrastrukturelle Leistungen
| Infrastrukturelle Leistung | Hauptanforderungen |
|---|---|
| Reinigungsdienste | Hygienestandards, Reinigungsfrequenzen, Qualitätskontrolle und Sonderreinigung |
| Sicherheitsdienste | Zutrittskontrolle, Streifengänge, Vorfallbearbeitung und Notfallunterstützung |
| Abfallmanagement | Sammlung, Trennung, Entsorgung, Recycling und Sonderabfallprozesse |
| Grünflächen- und Außenanlagenpflege | Pflegezustand, Verkehrssicherheit, Erscheinungsbild und saisonale Arbeiten |
| Winter- und Wetterdienste | Schnee- und Eisbeseitigung, Streudienst und Gefahrenvermeidung |
| Empfangs- und Helpdesk-Dienste | Nutzerkommunikation, Auftragsannahme und Informationsweitergabe |
| Veranstaltungsunterstützung | Aufbau, Flächenvorbereitung, technische Abstimmung und Rückbaukoordination |
Die Leistungen müssen so geplant werden, dass sie den akademischen Betrieb möglichst wenig stören und gleichzeitig die geforderte Servicequalität sicherstellen.
Reinigungsspezifikationen
Reinigungsspezifikationen müssen Flächenarten, Reinigungsfrequenzen, Qualitätsstandards und Kontrollmethoden festlegen. Die Anforderungen sind nach Nutzung, Verschmutzungsgrad, Hygienerisiko und Nutzerfrequenz zu differenzieren.
Zu definieren sind:
Raum- und Flächenkategorien mit spezifischen Reinigungsplänen
Anforderungen für Labore, Sanitärbereiche, Mensen, Bibliotheken und öffentliche Bereiche
zugelassene Reinigungsmittel, Geräte und Verfahren
Vorgaben für Tagesreinigung, Grundreinigung und Sonderreinigung
Qualitätskontrollen, Abnahmen und Korrekturmaßnahmen
In sensiblen Bereichen müssen Reinigungszeiten, Zutrittsrechte und Sicherheitsunterweisungen besonders geregelt werden.
Sicherheits- und Schutzanforderungen
Sicherheitsdienste müssen den Schutz von Personen, Gebäuden, Anlagen und universitären Werten unterstützen. Sie ersetzen nicht die strategische Sicherheitsverantwortung der Universität, sind jedoch ein wesentlicher operativer Bestandteil.
Die Spezifikation sollte enthalten:
Verfahren für Zutritts- und Schließmanagement
Regelungen für Streifen, Kontrollgänge und Objektüberwachung
Vorgehen bei Notfällen, Alarmen, Unfällen und Sicherheitsvorfällen
Abstimmung mit internen Sicherheitsstellen und externen Einsatzkräften
Melde-, Dokumentations- und Eskalationspflichten
Die Sicherheitsorganisation muss auf besondere Bereiche wie Labore, Rechenzentren, Archive, Prüfungsräume und Wohnheime abgestimmt sein.
Kontrolle der Servicequalität
Die Qualität infrastruktureller Leistungen muss regelmäßig überprüft werden. Dies erfolgt durch Begehungen, Stichproben, Nutzerfeedback, Leistungskennzahlen und dokumentierte Mängelverfolgung.
Spezifikationen für Management Services
Management Services stellen sicher, dass alle Facility Services koordiniert, überwacht, dokumentiert und kontinuierlich verbessert werden. Sie verbinden operative Ausführung mit strategischer Steuerung.
Der Dienstleister oder die verantwortliche FM-Organisation muss die täglichen Abläufe führen, Ressourcen planen, Schnittstellen managen und der Universität transparente Entscheidungsgrundlagen liefern.
Zentrale Managementfunktionen
| Managementfunktion | Hauptverantwortung |
|---|---|
| Vertragsmanagement | Überwachung vertraglicher Pflichten, Leistungsumfänge und Service Level |
| Operative Koordination | Steuerung der täglichen Leistungserbringung und Einsatzplanung |
| Ressourcenplanung | Personal-, Material- und Schichtplanung |
| Finanzadministration | Budgetüberwachung, Kostenkontrolle und Leistungsabrechnung |
| Stakeholder-Kommunikation | Abstimmung mit Fakultäten, Verwaltung, Nutzern und Dienstleistern |
| Risikomanagement | Erkennen, Bewerten und Reduzieren betrieblicher Risiken |
Management Services müssen proaktiv handeln und nicht nur auf Störungen reagieren. Dies erfordert klare Entscheidungswege und regelmäßige Abstimmung.
Organisatorische Anforderungen
Die Organisation des Facility Managements muss eindeutig beschrieben sein. Dazu gehören Verantwortlichkeiten, Rollen, Vertretungsregelungen und Kommunikationswege.
Festzulegen sind:
Managementstruktur mit benannten Ansprechpartnern
verantwortliche Personen für technische, infrastrukturelle und administrative Leistungen
Eskalationsstufen und Entscheidungskompetenzen
Erreichbarkeit im Regelbetrieb und bei Notfällen
Kommunikationspflichten gegenüber der Universität
Die Universität muss jederzeit wissen, wer für welche Leistung verantwortlich ist und wie Störungen oder Entscheidungen eskaliert werden.
Koordinationsverantwortung
Facility Services an Universitäten erfordern eine enge Abstimmung zwischen technischen, infrastrukturellen und administrativen Bereichen. Eine schlecht koordinierte Leistung kann zu Betriebsstörungen, Doppelarbeit oder Sicherheitsrisiken führen.
Die Koordination umfasst:
Abstimmung zwischen Technik, Reinigung, Sicherheit und Außenanlagenpflege
Einbindung von Subunternehmen und Spezialdienstleistern
Planung von Wartungen und Arbeiten außerhalb kritischer Lehr- und Prüfungszeiten
Koordination bei Veranstaltungen, Umzügen und Sondernutzungen
Steuerung von Störungen, Notfällen und Wiederanlaufmaßnahmen
Verfahren zur Leistungsüberprüfung
Leistungsüberprüfungen dienen der Bewertung der Servicequalität und der Identifikation von Verbesserungsmaßnahmen.
Datenpflichten und Dokumentationsanforderungen
Datenpflichten schaffen Transparenz über Leistungen, Anlagenzustände, Kosten, Störungen, Risiken und Nachhaltigkeitskennzahlen. Sie ermöglichen fundierte Entscheidungen und erleichtern Nachweise gegenüber internen und externen Prüfstellen.
Facility-Management-Daten müssen vollständig, aktuell, strukturiert und verwendbar sein.
Erforderliche Datenkategorien
| Datenkategorie | Typische Inhalte |
|---|---|
| Wartungsdaten | Arbeitsaufträge, Inspektionen, Wartungsnachweise und Reparaturhistorie |
| Anlageninformationen | Inventar, technische Stammdaten, Standort und Zustandsbewertung |
| Betriebsdaten | Serviceaktivitäten, Reaktionszeiten und Auftragsstatus |
| Compliance-Nachweise | Prüfberichte, Zertifikate und gesetzliche Nachweise |
| Vorfalldokumentation | Störungen, Unfälle, Schäden und Korrekturmaßnahmen |
| Nachhaltigkeitsdaten | Energie-, Wasser-, Abfall- und Emissionskennzahlen |
Die Datenstruktur muss so gestaltet sein, dass Auswertungen nach Gebäude, Anlage, Leistung, Zeitraum und Kostenstelle möglich sind.
Dokumentationsstandards
Dokumentationsstandards müssen einheitliche Qualität und Vergleichbarkeit sicherstellen. Unterschiedliche Dienstleister und Fachbereiche müssen dieselben Grundanforderungen an Datenpflege und Berichte erfüllen.
Festzulegen sind:
standardisierte Formate für Berichte, Protokolle und Nachweise
digitale Erfassung von Aufträgen, Prüfungen und Maßnahmen
Anforderungen an Genauigkeit, Vollständigkeit und Aktualität
Aufbewahrungs- und Archivierungsfristen
Verantwortlichkeiten für Dateneingabe, Prüfung und Freigabe
System- und Plattformanforderungen
Für eine professionelle Steuerung sind geeignete digitale Systeme erforderlich. Die Spezifikation sollte definieren, welche Systeme verwendet werden und wie Daten zwischen ihnen ausgetauscht werden.
Relevante Plattformen sind:
CAFM-Systeme für Flächen, Anlagen, Aufträge und Verträge
Work-Order-Systeme für Serviceanfragen und Störungsmanagement
Asset-Management-Plattformen für Anlagenbestand und Lebenszyklusinformationen
digitale Dashboards für Kennzahlen, Status und Managementberichte
Schnittstellen, Benutzerrechte, Datenqualität und Systemverfügbarkeit müssen vertraglich geregelt werden.
Datenzugriff und Datensicherheit
Die Universität muss Zugriff auf relevante Betriebs- und Leistungsdaten erhalten. Gleichzeitig müssen vertrauliche Informationen und personenbezogene Daten geschützt werden.
Berichtsanforderungen
Das Berichtswesen stellt Transparenz über Servicequalität, Kosten, Anlagenzustand, Compliance und Nachhaltigkeit her. Es unterstützt die operative Steuerung und die strategische Entscheidungsfindung.
Berichte müssen verständlich, aktuell, vollständig und handlungsorientiert sein.
Berichtsstruktur
| Berichtstyp | Hauptinhalte |
|---|---|
| Operative Berichte | Tages- und Wochenaktivitäten, offene Punkte und kurzfristige Maßnahmen |
| Wartungsberichte | Geplante, laufende und abgeschlossene Wartungen |
| Leistungsberichte | KPI-Erfüllung, Qualitätsstatus und Serviceabweichungen |
| Vorfallberichte | Störungen, Ursachen, Auswirkungen und Korrekturmaßnahmen |
| Finanzberichte | Kostenentwicklung, Budgetstatus und Abweichungen |
| Nachhaltigkeitsberichte | Energie-, Wasser-, Abfall- und Umweltkennzahlen |
Die Berichtsstruktur muss auf die Bedürfnisse von operativen Teams, FM-Leitung und Universitätsmanagement abgestimmt sein.
Key Performance Indicators
| KPI-Bereich | Beispielindikatoren |
|---|---|
| Technische Leistung | Anlagenstillstand, Störungsanzahl und Reaktionszeiten |
| Reinigungsqualität | Prüfergebnisse, Mängelquoten und Erfüllung der Reinigungspläne |
| Serviceeffizienz | Auftragsabschlussquote, Bearbeitungszeiten und Rückstände |
| Energieperformance | Verbrauchsentwicklung, Einsparungen und Abweichungen |
| Nutzerzufriedenheit | Beschwerden, Rückmeldungen und Lösungszeiten |
KPIs müssen nachvollziehbar definiert sein. Jede Kennzahl benötigt eine Datenquelle, Berechnungsmethode, Zielgröße und Berichtsfrequenz.
Berichtsfrequenz
Die Häufigkeit der Berichte richtet sich nach Zweck und Kritikalität der Informationen.
Typische Frequenzen sind:
tägliche operative Zusammenfassungen bei kritischen oder intensiven Betriebsphasen
monatliche Leistungs- und KPI-Berichte
quartalsweise strategische Reviews
jährliche Servicebewertungen und Planungsberichte
Bei Störungen, Sicherheitsvorfällen oder regulatorischen Abweichungen ist eine sofortige Sondermeldung erforderlich.
Eskalations- und Ausnahmeberichte
Eskalationsberichte sind erforderlich, wenn Service Level nicht eingehalten werden, Risiken entstehen oder gesetzliche beziehungsweise interne Vorgaben verletzt werden.
Nachhaltigkeitsanforderungen
Nachhaltigkeitsanforderungen stellen sicher, dass Facility Services umweltbewusst, ressourcenschonend und im Einklang mit den Nachhaltigkeitszielen der Universität erbracht werden.
Facility Management hat direkten Einfluss auf Energieverbrauch, Wasserverbrauch, Abfallmengen, Materialeinsatz und Innenraumqualität.
Nachhaltigkeitsschwerpunkte
| Nachhaltigkeitsbereich | Spezifikationsschwerpunkt |
|---|---|
| Energieeffizienz | Reduzierung des Energieverbrauchs und Optimierung technischer Anlagen |
| Wassermanagement | Verbrauchsüberwachung, Leckageerkennung und Sparmaßnahmen |
| Abfallreduzierung | Recycling, Abfalltrennung und Vermeidung unnötiger Abfälle |
| Nachhaltige Materialien | Umweltgerechte Beschaffung und materialschonende Verfahren |
| CO₂-Reduzierung | Emissionsminderung durch effiziente Betriebsführung |
| Innenraumqualität | Gesunde Raumluft, angemessene Temperaturen und Nutzerkomfort |
Die Nachhaltigkeitsanforderungen müssen realistisch, messbar und mit dem Campusbetrieb vereinbar sein.
Nachhaltige Betriebspraktiken
Nachhaltigkeit muss im täglichen Betrieb umgesetzt werden. Dies betrifft sowohl technische Anlagen als auch Reinigungs-, Entsorgungs- und Beschaffungsprozesse.
Geeignete Maßnahmen sind:
energieeffizienter Betrieb von Heizungs-, Lüftungs-, Klima- und Beleuchtungssystemen
präventive Wartung zur Vermeidung von Energieverlusten
Einsatz umweltverträglicher Reinigungsmittel, soweit betrieblich geeignet
konsequente Abfalltrennung und Recyclingprozesse
Optimierung von Betriebszeiten nach tatsächlicher Nutzung
Nachhaltige Maßnahmen dürfen Sicherheits-, Hygiene- und Forschungsanforderungen nicht beeinträchtigen.
Umweltmonitoring
Umweltmonitoring dient der Messung und Steuerung nachhaltigkeitsbezogener Leistungen. Es muss regelmäßig, nachvollziehbar und datenbasiert erfolgen.
Zu überwachen sind:
Energie- und Wasserverbrauch nach Gebäude oder Nutzungseinheit
Abfallmengen und Recyclingquoten
Verbrauchstrends und Auffälligkeiten
Umweltkennzahlen und Zielerreichung
Einhaltung definierter Nachhaltigkeitsanforderungen
Die Ergebnisse sollen genutzt werden, um Einsparpotenziale und betriebliche Verbesserungen zu identifizieren.
Nachhaltigkeitsberichterstattung
Die Nachhaltigkeitsberichterstattung stellt dar, welche Fortschritte erzielt wurden und welche Maßnahmen erforderlich sind.
Anforderungen an die Serviceintegration
Facility Services müssen integriert gesteuert werden. Technische, infrastrukturelle, administrative und nachhaltigkeitsbezogene Leistungen dürfen nicht isoliert betrachtet werden, da sie sich im laufenden Campusbetrieb gegenseitig beeinflussen.
Eine integrierte Steuerung sorgt für stabile Abläufe, klare Schnittstellen und schnelle Reaktionen bei Störungen.
Schnittstellenkoordination
| Schnittstellenbereich | Koordinationsanforderung |
|---|---|
| Technik und Reinigung | Abstimmung von Zugängen, Sperrungen, Reinigungszeiten und Sicherheitsvorgaben |
| Sicherheit und Betrieb | Einbindung in Notfallmanagement, Alarmprozesse und Ereignissteuerung |
| Wartung und akademische Aktivitäten | Minimierung von Störungen während Lehre, Prüfungen und Forschung |
| Nachhaltigkeit und Betrieb | Ausrichtung operativer Maßnahmen an Umwelt- und Ressourcenzielen |
Schnittstellen müssen eindeutig beschrieben werden. Dazu gehören Verantwortlichkeiten, Informationswege, Fristen und Eskalationspunkte.
Maßnahmen zur Qualitätssicherung
Qualitätssicherung stellt sicher, dass vereinbarte Leistungen dauerhaft erbracht und Abweichungen rechtzeitig korrigiert werden.
Wesentliche Maßnahmen sind:
regelmäßige Inspektionen, Begehungen und Audits
Überwachung von KPIs und Service Leveln
Benchmarking zwischen Gebäuden, Dienstleistern oder Leistungsbereichen
Korrektur- und Präventionsmaßnahmen
kontinuierliche Verbesserung der Prozesse
Qualitätssicherung sollte sowohl operative Mängel als auch strukturelle Verbesserungsmöglichkeiten erfassen.
Überprüfung und Aktualisierung der Spezifikationen
Leistungsbeschreibungen müssen regelmäßig überprüft und angepasst werden. Universitäten verändern sich durch neue Gebäude, Forschungsanforderungen, Technologien, Sicherheitsanforderungen und Nachhaltigkeitsziele.
Die Aktualisierung sollte umfassen:
periodische Prüfung der Leistungsanforderungen
Anpassung an geänderte Nutzungen, Gebäudezustände und Betriebszeiten
Integration neuer technischer und digitaler Lösungen
Anpassung an organisatorische und strategische Ziele der Universität
Überprüfung der Wirksamkeit bestehender Service Level und KPIs
