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Flächendruck und konkurrierende Interessen

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Flächendruck und konkurrierende Interessen im Hochschul-Facility-Management

Flächendruck und konkurrierende Interessen als zentrale Herausforderung im Facility Management von Hochschulen

Flächendruck und konkurrierende Nutzungsinteressen zählen zu den dauerhaft relevanten Aufgabenfeldern im Facility Management von Hochschulen, da Campusflächen gleichzeitig Lehre, Forschung, Verwaltung, Drittmittelprojekte, studentisches Lernen, Veranstaltungen, technische Infrastruktur und Sondernutzungen unterstützen müssen. Diese Anforderungen überschneiden sich häufig, unterscheiden sich jedoch deutlich in Bezug auf Raumgröße, Lage, technische Ausstattung, Sicherheit, Verfügbarkeit und Nutzungsdauer. Professionelles Hochschul-FM muss daher nicht nur freie Flächen verwalten, sondern Flächenbedarfe prüfen, priorisieren und transparent steuern, damit begrenzte Flächenressourcen den akademischen, betrieblichen und strategischen Zielen der Hochschule bestmöglich dienen.

Flächenkonflikte im Hochschulcampus

Bedeutung des Flächendrucks im Hochschul-FM

Flächendruck entsteht, wenn vorhandene Räume, Gebäude und Funktionsbereiche nicht mehr mit der tatsächlichen Nachfrage übereinstimmen. Dabei geht es nicht nur um die Menge der Fläche, sondern auch um deren Qualität, technische Eignung, zeitliche Verfügbarkeit und betriebliche Nutzbarkeit.

Das Hochschul-FM muss Flächendruck systematisch erfassen und bewerten. Dazu gehören Bestandsdaten, Belegungsinformationen, Auslastungswerte, Nutzeranforderungen, Betriebskosten und technische Einschränkungen. Nur mit einer klaren Datengrundlage können Engpässe, Fehlbelegungen und Optimierungspotenziale erkannt werden.

Ursache des Flächendrucks

Bedeutung für das FM

Steigende Studierendenzahlen

Mehr Bedarf an Hörsälen, Seminarräumen, Lernplätzen, Verkehrsflächen und Aufenthaltsbereichen.

Ausbau der Forschung

Zusätzlicher Bedarf an Laboren, Projekträumen, technischen Flächen, Lagerflächen und Sicherheitsbereichen.

Neue Lehrformate

Bedarf an flexiblen, hybriden und medientechnisch gut ausgestatteten Räumen.

Verwaltungsentwicklung

Bedarf an Arbeitsplätzen, Serviceflächen, Beratungsräumen und Besprechungsbereichen.

Temporäre Projekte

Kurzfristige Flächenanforderungen mit klarer Befristung, Kostenregelung und Rückgabepflicht.

Konflikte zwischen Lehre und Forschung

Lehre und Forschung konkurrieren häufig um zentrale, gut ausgestattete und flexibel nutzbare Räume. Die Lehre benötigt planbare Raumverfügbarkeit, verlässliche Medientechnik, Barrierefreiheit und Stundenplankompatibilität. Forschung benötigt dagegen oft spezialisierte Räume, kontrollierte Zugänge, längere Belegungszeiten und besondere technische oder sicherheitsrelevante Voraussetzungen.

Das Hochschul-FM muss beide Nutzungsarten sachlich bewerten und darf Konflikte nicht informell lösen. Entscheidend sind transparente Kriterien wie akademische Priorität, Nutzungsdauer, technische Anforderungen, Sicherheitsbedarf, Auslastung und Auswirkungen auf andere Nutzergruppen.

Wichtige Prüfpunkte:

  • Ist der Raum für die beantragte Nutzung technisch geeignet?

  • Ist die Nutzung dauerhaft, wiederkehrend oder projektbezogen?

  • Gibt es alternative Räume mit vergleichbarer Funktion?

  • Wird eine zentrale Lehrfläche durch langfristige Forschungsnutzung blockiert?

  • Bestehen Sicherheits-, Lüftungs-, Medien- oder Zugangserfordernisse?

Konflikte zwischen Verwaltung und akademischer Nutzung

Administrative Bereiche sind für den Hochschulbetrieb unverzichtbar. Sie unterstützen Studierendenservice, Personalverwaltung, Prüfungsmanagement, Finanzsteuerung, Beschaffung, Gebäudebetrieb und Hochschulleitung. Gleichzeitig können Verwaltungsflächen mit Lehr-, Forschungs- und Lernflächen konkurrieren, besonders wenn sie zentrale oder flexibel nutzbare Räume dauerhaft belegen.

Das FM sollte Verwaltungsflächen nach Funktion, Nutzungsintensität und Standortbindung bewerten. Flächen mit hohem Publikumsverkehr oder vertraulicher Beratung haben andere Anforderungen als interne Backoffice-Bereiche. Ziel ist nicht die pauschale Reduzierung von Verwaltung, sondern eine angemessene, effiziente und strategisch sinnvolle Flächennutzung.

Verwaltungsfunktion

FM-Bewertung

Studierendenservice

Zentrale Lage, gute Erreichbarkeit, klare Orientierung und Diskretion erforderlich.

Backoffice

Prüfung von Konsolidierung, gemeinsamer Nutzung oder flexiblen Arbeitsplatzmodellen möglich.

Archive

Bewertung von Aufbewahrungsbedarf, Brandschutz, Zugriffshäufigkeit und Digitalisierungspotenzial.

Besprechungsräume

Möglichst hochschulweit buchbar, sofern keine besonderen Vertraulichkeitsanforderungen bestehen.

Drittmittel und projektbasierte Flächennachfrage

Drittmittelprojekte erzeugen häufig kurzfristige und spezialisierte Flächenbedarfe. Sie benötigen Labore, Büros, Projekträume, Lagerflächen, Testbereiche oder technische Infrastruktur, oft innerhalb enger Zeitfenster. Gleichzeitig sind sie meist befristet und an Förderbedingungen, Projektlaufzeiten und externe Erwartungen gebunden.

Das Hochschul-FM sollte bereits vor Antragstellung eingebunden werden, damit Verfügbarkeit, technische Machbarkeit, Kosten, Umbauaufwand, Betriebspflichten und Rückbau frühzeitig geprüft werden. Eine spätere Einbindung führt häufig zu Zeitdruck, ungeplanten Kosten und Konflikten mit bestehenden Nutzungen.

Thema

FM-Anforderung

Projektlaufzeit

Flächenzuweisung mit Startdatum, Enddatum und Rückgabepflicht dokumentieren.

Technische Anforderungen

Strom, Lüftung, Kühlung, Medienversorgung, Tragfähigkeit und Sicherheit prüfen.

Kosten

Umbau, Betrieb, Reinigung, Energie, Sonderleistungen und Rückbau klar zuordnen.

Projektende

Rückgabe, Reinigung, Inventarentfernung, Rückbau und Nachnutzung vorab regeln.

Lernflächen und studentische Nutzung

Studentische Lernflächen sind ein wesentlicher Bestandteil der akademischen Infrastruktur. Sie unterstützen konzentriertes Einzelarbeiten, Gruppenarbeit, digitales Lernen, Prüfungsvorbereitung und soziale Interaktion. Werden diese Flächen nur als Restflächen betrachtet, sinken Campusqualität, Aufenthaltsqualität und Studierendenzufriedenheit.

Das FM muss Lernflächen aktiv planen, betreiben und schützen. Dazu gehören ausreichende Öffnungszeiten, robuste Möblierung, Stromversorgung, WLAN-Koordination, gute Beleuchtung, angemessene Akustik, Reinigung, Sicherheit und klare Nutzungsregeln.

Typische Lernflächentypen:

  • Ruhige Einzelarbeitsplätze für konzentriertes Lernen

  • Gruppenarbeitsbereiche mit flexibler Möblierung

  • Digitale Arbeitsplätze mit Strom und Netzwerkanbindung

  • Informelle Aufenthalts- und Lernzonen

  • Temporäre Lernflächen während Prüfungsphasen

Sonderflächen und nicht standardisierte Flächenanforderungen

Sonderflächen können nicht wie normale Büros oder Seminarräume behandelt werden. Dazu gehören Labore, Werkstätten, Studios, Archive, Sammlungen, Prüfungsräume, Simulationsbereiche, Sportflächen, Veranstaltungsflächen und technische Betriebsräume. Sie haben besondere Anforderungen an Sicherheit, Klima, Akustik, Hygiene, Tragfähigkeit, Medienversorgung oder Zugangskontrolle.

Das FM muss Sonderflächen separat erfassen, bewerten und steuern. Für jede Sonderfläche sollte ein Anforderungsprofil erstellt werden, das Zweck, Nutzerkreis, technische Ausstattung, Betriebszeiten, Wartung, Reinigung, Lagerbedarf, Sicherheitsanforderungen und Rückbaupflichten beschreibt.

Sonderfläche

Zentrale FM-Prüfung

Labor

Lüftung, Medienversorgung, Sicherheit, Entsorgung, Zugang und technische Redundanz.

Werkstatt

Lärm, Staub, Arbeitssicherheit, Maschinenaufstellung, Tragfähigkeit und Materiallogistik.

Archiv/Sammlung

Klima, Brandschutz, Sicherheit, Zugriff, Lagertechnik und Erhaltung der Bestände.

Prüfungsraum

Planbarkeit, Aufsicht, Störungsfreiheit, Möblierung und organisatorische Zuverlässigkeit.

Konkurrierende zeitbezogene Nutzungsmuster

Flächenkonflikte entstehen nicht nur durch zu wenig Raum, sondern auch durch konkurrierende Nutzungszeiten. Besonders kritisch sind Hauptlehrzeiten, Prüfungsphasen, Semesterbeginn, Einschreibungszeiträume, Projektfristen, Veranstaltungen und Zeiten mit hoher studentischer Nachfrage.

Das FM sollte daher nicht nur Flächengrößen betrachten, sondern auch zeitliche Verfügbarkeit, Buchungsintensität, tatsächliche Nutzung, Reinigungsfenster, Schließzeiten, Wartungszeiten und Rüstzeiten. Ein Raum ist nur dann wirklich verfügbar, wenn er zur benötigten Zeit zugänglich, gereinigt, technisch funktionsfähig und sicher betrieben ist.

Geeignete Steuerungsmaßnahmen:

  • Priorisierte Buchungsfenster für Lehre, Prüfungen und zentrale Hochschulbedarfe

  • Stornoregeln bei nicht genutzten Buchungen

  • Temporäre Umwidmung von Besprechungsräumen zu Lernflächen

  • Saisonale Erweiterung von Öffnungszeiten

  • Regelmäßiger Abgleich von gebuchter und tatsächlicher Nutzung

Kriterien der Flächenzuweisung und Entscheidungstransparenz

Ein strukturiertes Zuweisungsmodell ist notwendig, um Flächenkonflikte fair und nachvollziehbar zu lösen. Entscheidungen dürfen nicht auf Gewohnheit, Hierarchie, informellen Absprachen oder kurzfristigem Druck beruhen. Sie müssen auf dokumentierten Kriterien basieren.

Transparenz bedeutet, dass Nutzergruppen nachvollziehen können, warum eine Fläche zugewiesen, abgelehnt, befristet oder anders priorisiert wurde. Dadurch werden Konflikte nicht vollständig vermieden, aber sachlich bearbeitbar gemacht.

Zuweisungskriterium

Zweck

Akademische Priorität

Ausrichtung an Lehre, Forschung und Hochschulstrategie.

Nutzungsintensität

Bewertung von Auslastung, Belegungsdichte und tatsächlicher Nutzung.

Funktionale Eignung

Prüfung, ob Raum, Technik und Betrieb zur Nutzung passen.

Zeitabhängigkeit

Unterscheidung zwischen dauerhaftem, wiederkehrendem und temporärem Bedarf.

Kosten und Aufwand

Bewertung von Umbau, Betrieb, Reinigung, Energie und Rückbau.

Rückgabepflicht

Sicherstellung, dass temporäre Flächen nach Nutzung wieder verfügbar werden.

Flächendaten, Monitoring und Reporting

Verlässliche Flächendaten sind die Grundlage für professionelles Flächenmanagement. Das FM sollte aktuelle Informationen zu Raumtyp, Größe, Ausstattung, Belegung, Auslastung, Zustand, Kosten, verantwortlicher Einheit, Buchungsstatus und technischen Einschränkungen pflegen.

Monitoring und Reporting helfen, Engpässe, untergenutzte Flächen, verdeckte Reserven, Fehlbelegungen und Kostenrisiken zu erkennen. Berichte sollten nicht nur Zahlen darstellen, sondern konkrete Entscheidungsoptionen aufzeigen.

Wichtige Kennzahlen:

  • Auslastung nach Raumtyp, Tageszeit und Semesterphase

  • Flächenanteile nach Nutzungskategorie

  • Kosten je Quadratmeter

  • Leerstands- und Reserveflächen

  • Technische Einschränkungen und Sanierungsbedarf

  • Wiederkehrende Nutzungskonflikte

Konfliktlösung und Bedarfsmanagement

Flächendruck erfordert einen geregelten Bedarfsmanagementprozess. Nutzeranfragen müssen strukturiert aufgenommen, fachlich geprüft, priorisiert und dokumentiert entschieden werden. Ohne klare Prozesse entstehen Einzelverhandlungen, informelle Zusagen und unklare Verantwortlichkeiten.

Ein professioneller Prozess umfasst Antragstellung, Bedarfsbegründung, technische Prüfung, Alternativenprüfung, Kostenbewertung, Entscheidung, Umsetzung und spätere Überprüfung. Nicht jeder Bedarf kann vollständig erfüllt werden. Häufig besteht die sachgerechte Lösung in befristeter Zuweisung, geteilter Nutzung, technischer Anpassung, Verdichtung, zeitlicher Staffelung oder begründeter Ablehnung.

Empfohlener Prozess:

  1. Eingang der Flächenanfrage

  2. Prüfung von Zweck, Zeitraum, Nutzergruppe und Anforderungen

  3. Bewertung von Verfügbarkeit, Technik, Kosten und Auswirkungen

  4. Prüfung alternativer Flächen oder Zeitmodelle

  5. Entscheidung und Dokumentation

  6. Umsetzung, Monitoring und Rückgabeprüfung

Flexible und gemeinsam genutzte Flächenkonzepte

Flexible und gemeinsam genutzte Flächen können Flächendruck reduzieren, wenn sie klar gesteuert werden. Beispiele sind buchbare Projekträume, gemeinsam genutzte Seminarräume, Touchdown-Arbeitsplätze, flexible Lernzonen, temporäre Forschungsflächen und Mehrzweckräume.

Flexibilität funktioniert nur mit klaren Regeln. Dazu gehören Buchungsprozesse, Nutzungsprioritäten, Servicelevel, Reinigung, Zugangskontrolle, Ausstattung, Lagerlösungen und Zuständigkeiten. Ohne Governance entstehen neue Konflikte durch blockierte Räume, unklare Verantwortung, beschädigte Ausstattung oder fehlende Verfügbarkeit.

Flexibles Konzept

Nutzen

Buchbare Projekträume

Unterstützung temporärer Teams ohne dauerhafte Flächenbindung.

Shared Meeting Rooms

Bessere Auslastung von Besprechungsflächen.

Lern-Hubs

Anpassung an wechselnde studentische Nachfrage.

Touchdown-Arbeitsplätze

Unterstützung mobiler oder teilzeitweise anwesender Mitarbeitender.

Mehrzweckräume

Nutzung für Lehre, Veranstaltungen, Gruppenarbeit oder Projektformate.

Flächendruck und konkurrierende Interessen erfordern ein Hochschul-FM, das neutral, datenbasiert und strategisch handelt. Die Aufgabe besteht nicht darin, einzelne Nutzergruppen zu bevorzugen, sondern Lehre, Forschung, Verwaltung, Drittmittelprojekte, Lernflächen, Sonderbereiche und studentische Nutzung in ein transparentes Gesamtsystem zu bringen.

Professionelles Flächenmanagement verbindet klare Kriterien, verlässliche Daten, geregelte Prozesse und nachvollziehbare Entscheidungen. Dadurch wird begrenzte Fläche dort eingesetzt, wo sie den größten institutionellen Nutzen erzeugt. Für Hochschulen ist Flächenmanagement daher keine rein administrative Aufgabe, sondern ein zentraler Bestandteil der strategischen Campusentwicklung.