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Rollen, Verantwortlichkeiten und RACI

Facility Management: Hochschulen » Strategie » Organisation Hochschul-FM » Rollen, Verantwortung & RACI

Rollen, Verantwortlichkeiten und RACI im Hochschul-Facility-Management

Organisationsstruktur des Facility Managements an Hochschulen: Rollen, Verantwortlichkeiten und RACI

Klare Rollen, eindeutige Verantwortlichkeiten und eine strukturierte RACI-Matrix sind grundlegende Voraussetzungen für ein wirksames Facility Management an Hochschulen. Hochschulgebäude sind komplexe Betriebsumgebungen mit Lehrflächen, Forschungseinrichtungen, Laboren, Verwaltungsbereichen, Bibliotheken, Veranstaltungsflächen, technischen Anlagen, Außenanlagen und nutzernahen Servicebereichen. Da viele interne und externe Beteiligte am Gebäudebetrieb mitwirken, schafft ein verbindliches Rollenmodell Transparenz, reduziert Schnittstellenverluste und stellt sicher, dass Betrieb, Prüfung, Dokumentation, Eskalation, Dienstleistersteuerung und Berichtswesen nachvollziehbar gesteuert werden.

Rollenverteilung und RACI-Strukturen

Zweck von Rollen, Verantwortlichkeiten und RACI im Hochschul-Facility-Management

Eine RACI-Matrix für das Hochschul-Facility-Management, die mit vier Rollen unklare Zuständigkeiten in effiziente und nachvollziehbare Prozesse umwandelt.

Der Zweck definierter Rollen und Verantwortlichkeiten besteht darin, operative und strategische Zuständigkeiten eindeutig zu regeln. Gerade an Hochschulen entstehen Risiken häufig nicht durch fehlende Fachkenntnis, sondern durch unklare Zuständigkeiten: Eine Störung wird nicht weitergeleitet, eine Prüfung wird nicht nachverfolgt, eine Entscheidung wird nicht dokumentiert oder ein Risiko wird nicht rechtzeitig eskaliert.

Eine RACI-Struktur übersetzt die Organisation in eine praktische Verantwortungsmatrix. Sie legt fest, wer eine Aufgabe ausführt, wer das Ergebnis verantwortet, wer fachlich einzubeziehen ist und wer informiert werden muss. Dadurch werden Entscheidungswege, Betreiberpflichten, Serviceprozesse, Prüfpflichten und Berichtspflichten klarer und überprüfbarer.

RACI-Element

Bedeutung im Hochschul-FM

Praktische Bedeutung

Responsible

Führt die Aufgabe aus oder koordiniert die Umsetzung.

Stellt sicher, dass Aufgaben aktiv bearbeitet werden.

Accountable

Trägt die finale Ergebnisverantwortung.

Verhindert unklare Eigentümerschaft und Entscheidungslücken.

Consulted

Wird fachlich, rechtlich, technisch, finanziell oder nutzerbezogen einbezogen.

Sichert fundierte Entscheidungen auf Basis relevanter Expertise.

Informed

Wird über Status, Risiken, Entscheidungen oder Ergebnisse informiert.

Unterstützt Transparenz und organisatorische Nachvollziehbarkeit.

Zentrale Rollengruppen im Hochschul-Facility-Management

Die Rollen im Hochschul-Facility-Management sollten nach Managementebene, betrieblicher Funktion, fachlicher Verantwortung und Nutzerschnittstelle gegliedert werden. Diese Struktur trennt strategische Steuerung von operativer Ausführung und verhindert, dass Entscheidungen ohne klares Mandat getroffen werden.

Eine solche Rollengliederung ist besonders wichtig, weil Hochschulen unterschiedliche Nutzungsarten gleichzeitig bedienen müssen. Forschung, Lehre, Prüfungsbetrieb, Veranstaltungen, Laborbetrieb, Verwaltung und öffentliche Nutzung stellen jeweils eigene Anforderungen an Sicherheit, Verfügbarkeit, Servicequalität und Priorisierung.

Rollengruppe

Typische Rollen

Hauptfunktion

Strategische Leitung

Kanzler, Vizepräsident Verwaltung, Hochschulleitung, Leitung Facility Management

Legt Strategie, Governance, Prioritäten und Ressourcenrahmen fest.

FM-Management

Leitung Technisches FM, Infrastrukturelles FM, Bau, Flächenmanagement, Energie, Nachhaltigkeit

Übersetzt die Strategie in Standards, Prozesse, Budgets und Leistungskennzahlen.

Objekt- und Immobilienverantwortung

Objektleiter, Property Manager, Gebäudekoordinator, Campuszonenmanager

Koordiniert Gebäude, Nutzeranliegen, Mängel und lokale Servicequalität.

Technischer Betrieb

Technischer Betriebsleiter, Gewerkeverantwortliche, Anlagenbetreiber

Sichert Funktionsfähigkeit, Verfügbarkeit und Betriebssicherheit technischer Anlagen.

Servicebetrieb

Reinigungsmanager, Sicherheitsmanager, Logistikmanager, Abfallmanager, Helpdesk-Manager

Steuert nutzernahe und infrastrukturelle Services.

Compliance und Prüfung

Koordinator Betreiberverantwortung, Sicherheitsbeauftragter, Brandschutzbeauftragter, Prüfmanager

Plant, überwacht und dokumentiert Prüfungen, Nachweise und Maßnahmen.

Nutzerschnittstellen

Fakultätskontakt, Institutskoordinator, Laborvertreter, Raumkoordinator

Kommuniziert Nutzerbedarfe, Einschränkungen, Risiken und Prioritäten.

Externe Akteure

Wartungsfirmen, Prüforganisationen, Servicedienstleister, Fachplaner

Erbringen vertragliche Leistungen und liefern Nachweise.

Klare Verantwortlichkeiten für Entscheidungsfindung

Entscheidungsverantwortung muss nach Entscheidungsebene geregelt werden. Strategische Entscheidungen gehören zur Hochschulleitung oder zu zentralen Governance-Gremien, taktische Entscheidungen zum FM-Management und operative Entscheidungen möglichst nah an das Gebäude, die Anlage oder den Serviceprozess.

Für jede Entscheidungsebene sollten klare Befugnisgrenzen definiert werden. Dazu gehören Budgetgrenzen, Freigaberechte, Vertretungsregelungen, Notfallbefugnisse und Anforderungen an die Dokumentation von Entscheidungen. Diese Staffelung verhindert lange Entscheidungswege, unklare Verantwortlichkeit und unnötige Eskalationen.

Entscheidungstyp

Beispiel

Verantwortliche Rolle

Erforderliche Konsultation

Strategische FM-Entscheidung

Campus-Betriebsmodell, Instandhaltungsstrategie, Service-Level-Rahmen

Hochschulleitung / Leitung FM

Finanzen, Fakultäten, Rechtsstelle, Nachhaltigkeit, Bauverwaltung

Budgetentscheidung

Jährliches FM-Budget, größere Instandhaltung, Energieinvestitionen

Kanzler / zentrale Verwaltung

Leitung FM, Finanzbereich, Technisches FM, Property Management

Operative Priorität

Reparaturpriorität, Serviceanpassung, Wartungsplanung

FM-Management / Objektverantwortung

Nutzer, technische Teams, Dienstleister

Sicherheitsrelevante Entscheidung

Gebäudeschließung, Zutrittsbeschränkung, Notfallreparatur

Leitung FM / delegierte Sicherheitsautorität

Sicherheitsbeauftragter, Technisches FM, Hochschulleitung

Nutzerbezogene Entscheidung

Flächenanpassung, Serviceänderung, Veranstaltungsunterstützung

Flächenmanagement / Servicemanagement

Fakultät, Raumplanung, Sicherheit, Reinigung, technischer Betrieb

Eskalationsentscheidung

Ungelöstes Risiko, Budgetkonflikt, wiederholte Serviceabweichung

FM-Governance-Gremium / Eskalationsausschuss

Betroffene Parteien, Rechtsstelle, Finanzen, technische Experten

Klare Verantwortlichkeiten für den Betrieb

Betriebliche Verantwortlichkeiten definieren, wer Gebäude führt, technische Anlagen betreibt, Services koordiniert, Nutzeranliegen bearbeitet und Störungen verfolgt. Im Hochschulbetrieb müssen Gebäude sicher, sauber, zugänglich, funktionsfähig und für Lehre, Forschung und Verwaltung zuverlässig nutzbar sein.

Für zentrale FM-Leistungen sollten Service Levels definiert werden. Dazu gehören Reaktionszeiten, Bearbeitungszeiten, Prioritätsklassen, Qualitätsstandards, Eskalationsfristen und Messgrößen für die Leistungserbringung. Externe Dienstleister bleiben trotz ausgelagerter Leistung in die FM-Governance eingebunden. Die Hochschule muss sicherstellen, dass Leistung, Arbeitssicherheit, Zutritt, Nachweise, Prüfberichte und Mängelbeseitigung vertraglich geregelt, überwacht und dokumentiert werden.

Betriebsbereich

Ausführende Rolle

Ergebnisverantwortliche Rolle

Zentrale Verantwortung

Täglicher Gebäudebetrieb

Objektleiter / Gebäudekoordinator

Leitung Technisches FM / Property Management

Gebäudebereitschaft, Nutzerkontakt, Mängelkoordination, lokale Servicequalität

Betrieb technischer Systeme

Technisches Betriebsteam

Leitung Technisches FM

Betrieb von Heizung, Kühlung, Lüftung, Elektrotechnik, Sicherheitssystemen, Aufzügen und Wasseranlagen

Infrastrukturelle Services

Servicemanager / Leitung Campus Services

Leitung Infrastrukturelles FM

Reinigung, Sicherheit, Logistik, Abfall, Außenanlagen und Veranstaltungsaufbau

Laborbezogener FM-Betrieb

Technischer Spezialist mit Laborkontakt

Leitung Technisches FM / Koordinator Betreiberverantwortung

Spezialtechnische Unterstützung, Sicherheitsabstimmung, Störungsreaktion

Service Desk

Helpdesk-Manager

FM-Servicemanagement

Ticketerfassung, Weiterleitung, Statuskommunikation und Nutzerfeedback

Dienstleisterkoordination

Vertragsmanager / Objektleiter

FM-Management

Beauftragung, Zutrittskoordination, Leistungsüberwachung, Nachweissammlung

Service-Level-Steuerung

Servicemanager / Qualitätsmanagement

Leitung FM / Leitung Infrastrukturelles FM

Überwachung von Reaktionszeiten, Leistungskennzahlen, Nutzerfeedback und Qualitätsabweichungen

Klare Verantwortlichkeiten für Prüfung und Kontrolle

Prüf- und Kontrollverantwortlichkeiten sind für die Betreiberverantwortung besonders wichtig. Sie legen fest, wer Prüfungen plant, wer sie durchführt, wer Ergebnisse bewertet, wer Mängel verfolgt und wer bei Nichterfüllung eskaliert.

Eine Prüfung ist erst abgeschlossen, wenn Ergebnisse bewertet, Maßnahmen definiert, Verantwortliche benannt, Fristen gesetzt und Nachweise abgelegt wurden. Sicherheitskritische Mängel benötigen eine sofortige Risikobewertung und, falls erforderlich, temporäre Ersatzmaßnahmen.

Prüfaufgabe

Ausführende Rolle

Ergebnisverantwortliche Rolle

Dokumentationsanforderung

Prüfplanung

Prüfmanager / Compliance-Koordinator

Leitung FM / Leitung Technisches FM

Prüfkalender, Anlagenregister, Prüffristen, Verantwortungszuordnung

Technische Prüfungen

Internes technisches Team / zertifizierter Auftragnehmer

Leitung Technisches FM

Prüfbericht, Mängelliste, Bescheinigungen, Maßnahmenplan

Sicherheitsprüfungen

Sicherheitsbeauftragter, Brandschutzbeauftragter, externe Experten

Sicherheitsgovernance / FM-Management

Gefährdungsbeurteilung, Korrekturmaßnahmen, Umsetzungsnachweise

Servicequalitätskontrollen

Servicemanager / Qualitätsprüfer

Leitung Campus Services

Auditformulare, Serviceberichte, Mängelaufzeichnungen

Gebäudebegehungen

Objektleiter

Leitung Property Management

Zustandsnotizen, Nutzerhinweise, Risikobeobachtungen

Mängelnachverfolgung

Objektleiter / technischer Koordinator

Leitung Technisches FM

Statusübersicht, Fristen, Eskalationsvermerke, Abschlussnachweise

Klare Verantwortlichkeiten für Dokumentation

Dokumentationsverantwortung muss ausdrücklich zugewiesen werden. Eine Leistung, Prüfung oder Entscheidung ist organisatorisch nur belastbar, wenn sie nachvollziehbar dokumentiert und auffindbar abgelegt wurde.

Für CAFM-Daten, Anlagenregister, Flächendaten und Prüfnachweise sollte jeweils ein fachlicher Datenverantwortlicher benannt werden. Änderungen an Gebäuden, Anlagen, Flächen, Nutzungen oder Verantwortlichkeiten müssen zeitnah im Dokumentationssystem nachgeführt werden. Die Dokumentation muss aktuell, vollständig, versioniert und zugänglich sein, während vertrauliche Informationen, sicherheitsrelevante Pläne und personenbezogene Daten angemessen geschützt werden.

Dokumentationsbereich

Ausführende Rolle

Ergebnisverantwortliche Rolle

Erforderlicher Inhalt

Gebäudedokumentation

Property Management / CAFM-Datenmanager

Leitung FM

Gebäudedaten, Pläne, Flächen, technische Anlagen, Nutzungsinformationen

Technische Dokumentation

Technisches FM-Team

Leitung Technisches FM

Wartungsnachweise, Prüfberichte, Anlagendokumentation, Betriebsanleitungen, Störungsverläufe

Compliance-Dokumentation

Koordinator Betreiberverantwortung

Leitung FM / Hochschulleitung

Delegationsnachweise, Prüfnachweise, Korrekturmaßnahmen, Auditresultate, Risikobewertungen

Servicedokumentation

Servicemanagement

Leitung Infrastrukturelles FM

Service Levels, Dienstleisterberichte, Beschwerden, Qualitätskontrollen

Entscheidungsdokumentation

FM-Management Office / Geschäftsstelle Governance

Vorsitz der Entscheidungsinstanz

Beschlüsse, Freigaben, Annahmen, Risiken, Fristen, Verantwortlichkeiten

Eskalationsdokumentation

Eskalationsverantwortlicher

Zuständige Führungskraft

Problembeschreibung, Risikostufe, Maßnahmen, Entscheidung, Abschlussstatus

CAFM- und Datenpflege

CAFM-Datenmanager / fachlicher Datenverantwortlicher

Leitung FM

Anlagenstammdaten, Flächendaten, Verantwortlichkeiten, Prüffristen, Dokumentenstatus

Klare Verantwortlichkeiten für Eskalation

Flussdiagramm, das einen Eskalationsprozess von Auslösern über eine erste Eskalationsebene bis zur finalen Eskalationsebene der Hochschulleitung visualisiert.

Eskalationsregeln sind erforderlich, wenn operative Rollen ein Problem nicht innerhalb ihrer Befugnisse, Budgets, Zeitvorgaben oder Risikotoleranzen lösen können. Eine Eskalation ist kein persönliches Versagen, sondern ein professioneller Steuerungsmechanismus.

Eskalationen sollten auf definierten Schwellenwerten beruhen. Dazu zählen Sicherheitsrisiken, rechtliche Risiken, Budgetüberschreitungen, wiederholte Serviceausfälle, Nutzerkonflikte, kritische Anlagenstörungen oder Einschränkungen von Lehre und Forschung. Bei kritischen Ereignissen muss außerdem festgelegt sein, wer Sofortmaßnahmen koordiniert, wer die Hochschulleitung informiert, wer mit Nutzern kommuniziert und wer die Wiederherstellung des Betriebs priorisiert.

Eskalationsauslöser

Erste Eskalationsebene

Finale Eskalationsebene

Sicherheitsrisiko

Objektleiter an Leitung Technisches FM

Leitung FM / Hochschulleitung

Rechtliches oder Compliance-Risiko

Compliance-Koordinator an Leitung FM

Kanzler / Hochschulgovernance

Budgetüberschreitung

Projekt- oder Servicemanager an FM-Controlling

Zentrale Verwaltung / Finanzausschuss

Wiederholte Serviceabweichung

Servicemanager an Vertragsmanager

FM-Board / Eskalationsausschuss

Fakultätskonflikt

FM-Ansprechpartner der Fakultät an Property Manager

Nutzerbeirat / FM-Leitung

Kritischer Gebäudeausfall

Technischer Betrieb an Leitung FM

Krisenstab / Hochschulleitung

Notfall oder Betriebsunterbrechung

Objektleiter / technischer Betrieb an Leitung FM

Krisenstab / Hochschulleitung

Klare Verantwortlichkeiten für Berichtswesen

Berichtspflichten stellen sicher, dass operative Informationen zu steuerungsrelevanten Managementinformationen werden. Ein guter FM-Bericht beschreibt nicht nur Aktivitäten, sondern zeigt Status, Risiken, Abweichungen, Ursachen, Maßnahmen, Ressourcenbedarf und Entscheidungspunkte.

Das Berichtswesen muss verschiedene Zielgruppen bedienen: FM-Leitung, Hochschulleitung, zentrale Verwaltung, Finanzbereich, Fakultäten, Nutzervertretungen und Governance-Gremien. Inhalte, Detailtiefe und Kennzahlen müssen deshalb an den jeweiligen Empfänger angepasst werden.

Berichtstyp

Erstellt durch

Empfänger

Zweck

Operativer Statusbericht

Objektleiter / Servicemanager

FM-Management

Offene Themen, Mängel, Serviceleistung, lokale Risiken, kurzfristiger Handlungsbedarf

Technischer Risikobericht

Leitung Technisches FM

Leitung FM / Hochschulleitung

Kritische Anlagen, Ausfälle, Prüflücken, größere Reparaturen, technische Risiken

Compliance-Bericht

Koordinator Betreiberverantwortung

Hochschulleitung

Erfüllung von Pflichten, offene Risiken, ausstehende Nachweise

Budget- und Leistungsbericht

FM-Controlling

FM-Leitung / Finanzbereich

Kosten, Mittelbindungen, Abweichungen, Prognosen, Ressourcenbedarf

Nutzerzufriedenheitsbericht

Servicemanagement / Qualitätsmanagement

FM-Board / Nutzerbeirat

Servicequalität, Nutzerwahrnehmung, Beschwerdemuster, Verbesserungsbedarf

Strategischer FM-Bericht

Leitung FM

Hochschulleitung

FM-Leistung, Risiken, Ressourcen, Investitionsbedarf, strategische Entscheidungen

Service-Level-Bericht

Servicemanagement / Qualitätsmanagement

Leitung FM / Servicesteuerung

Reaktionszeiten, Bearbeitungszeiten, Einhaltung von Service Levels, wiederkehrende Abweichungen

Beispielhafte RACI-Matrix für Kernaufgaben im Hochschul-Facility-Management

Eine RACI-Matrix sollte für alle wesentlichen FM-Prozesse erstellt und regelmäßig überprüft werden. Sie muss einfach genug sein, um im Alltag genutzt zu werden, und gleichzeitig präzise genug, um Verantwortlichkeiten in kritischen Situationen eindeutig zu klären.

Pro Aufgabe sollte möglichst nur eine Rolle die finale Accountable-Verantwortung tragen. Mehrere Accountable-Rollen führen häufig zu Unklarheit. Wenn mehrere Organisationseinheiten beteiligt sind, muss die finale Ergebnisverantwortung eindeutig benannt und dokumentiert werden.

FM-Aufgabe

Hochschulleitung

Leitung FM

Technisches FM

Objektleiter

Fakultätskontakt

Dienstleister

Compliance-Koordinator

Freigabe der FM-Strategie

A

R

C

C

C

I

C

Täglicher Gebäudebetrieb

I

A

R

R

C

R

C

Planung technischer Prüfungen

I

A

R

C

I

C/R

R

Mängelbeseitigung

I

A

R

R

I

R

C

Dokumentation der Betreiberpflichten

I

A

C

C

I

C

R

Koordination von Fakultätsservices

I

A

C

R

C/R

I

I

Sicherheitseskalation

I

A

R

R

I

C

C

Managementberichtswesen

I

A

C

C

I

I

C

CAFM-Daten- und Anlagenregisterpflege

I

A

R

C

I

C

C

Koordination der Wiederherstellung nach Notfällen

I

A

R

R

I

C/R

C

Legende: R = Responsible, A = Accountable, C = Consulted, I = Informed.

Zentrale Liefergegenstände für Rollen, Verantwortlichkeiten und RACI

Für eine belastbare FM-Governance reicht es nicht aus, Rollen allgemein zu beschreiben. Hochschulen benötigen konkrete Liefergegenstände, die Verantwortlichkeiten verbindlich machen und im täglichen Betrieb angewendet werden können.

Die RACI-Matrix und der FM-Rollenkatalog sollten mindestens einmal jährlich sowie bei wesentlichen organisatorischen Änderungen überprüft werden. Die Verantwortung für Pflege, Freigabe und Aktualisierung liegt bei der Leitung Facility Management in Abstimmung mit Hochschulleitung, Compliance-Funktion und betroffenen Fachbereichen. Bei Neubauten, Umbauten, Betreiberwechseln, Dienstleisterwechseln oder geänderter Nutzung müssen Verantwortlichkeiten vor der Betriebsaufnahme geprüft und aktualisiert werden.

Liefergegenstand

Zweck

FM-Rollenkatalog

Definiert FM-Rollen, Befugnisse, Kompetenzanforderungen, Stellvertretungen, Schnittstellen und Berichtspflichten.

RACI-Matrix

Klärt Verantwortung und Ergebnisverantwortung für wesentliche FM-Prozesse.

Delegationsrahmen

Unterstützt die nachvollziehbare Übertragung von Betreiberpflichten und Entscheidungsbefugnissen.

Befugnismatrix

Definiert Budgetgrenzen, Freigaberechte, Notfallbefugnisse und Vertretungsregelungen.

Eskalationsmatrix

Definiert Schwellenwerte, Eskalationswege, Entscheidungsträger, Fristen und Dokumentationsanforderungen.

Service-Level-Katalog

Legt Reaktionszeiten, Bearbeitungszeiten, Prioritätsklassen, Qualitätsstandards und Leistungskennzahlen fest.

Dienstleistersteuerungsprozess

Regelt Vertragsanforderungen, Zutritt, Arbeitssicherheit, Leistungsnachweise, Prüfberichte und Mängelverfolgung.

CAFM- und Datenverantwortlichkeitsmodell

Ordnet Datenverantwortung für Gebäude, Anlagen, Flächen, Prüfnachweise und Dokumente zu.

Berichtskalender

Legt Berichtszyklen, Inhalte, Datenquellen, Empfänger und Freigabeprozesse fest.

Verantwortlichkeitskarte je Gebäude

Ordnet jedem Gebäude Objektverantwortung, technische Zuständigkeit, Servicezuständigkeit und Nutzerschnittstellen zu.

Übergabe- und Change-Management-Checkliste

Sichert die Aktualisierung von Verantwortlichkeiten bei Neubauten, Umbauten, Dienstleisterwechseln oder geänderter Nutzung.