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Eignungs- und Zuschlagskriterien

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Zuschlagskriterien für Facility Services bei Hochschulen und öffentlichen Vergaben

Eignungs- und Zuschlagskriterien im Facility Management von Hochschulen

Eignungs- und Zuschlagskriterien sind zentrale Steuerungsinstrumente bei der Beschaffung von Facility-Management-Leistungen für Hochschulen. Sie stellen sicher, dass nur fachlich, wirtschaftlich und organisatorisch geeignete Dienstleister berücksichtigt werden und dass der Zuschlag auf Grundlage von Qualität, Preis, Leistungsfähigkeit, Nachhaltigkeit, Zuverlässigkeit, Digitalisierung und passgenauen Betriebskonzepten erfolgt.

Bewertungsgrundlagen für öffentliche Vergabeverfahren

Ziele

Eignungs- und Zuschlagskriterien dienen dazu, Beschaffungsentscheidungen nachvollziehbar, objektiv und betriebsorientiert zu gestalten. Im Hochschulumfeld müssen Facility-Management-Dienstleister nicht nur Leistungen erbringen, sondern den laufenden Lehr-, Forschungs- und Verwaltungsbetrieb zuverlässig unterstützen.

Die wesentlichen Ziele sind:

  • Transparente und objektive Auswahl von Dienstleistern: Alle Bieter werden nach denselben Anforderungen bewertet. Dadurch werden subjektive Entscheidungen vermieden.

  • Prüfung der Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit: Die Hochschule stellt sicher, dass ein Anbieter die geforderten Leistungen fachlich, personell und wirtschaftlich erbringen kann.

  • Wertorientierte Vergabeentscheidung: Nicht der niedrigste Preis allein ist entscheidend, sondern das wirtschaftlich sinnvollste Angebot im Verhältnis zu Qualität, Risiko und Leistungsumfang.

  • Reduzierung betrieblicher und vertraglicher Risiken: Geeignete Kriterien helfen, Ausfälle, Qualitätsmängel, Nachforderungen und Schnittstellenprobleme frühzeitig zu vermeiden.

  • Unterstützung eines nachhaltigen und effizienten Campusbetriebs: Die Kriterien fördern energieeffiziente, ressourcenschonende und langfristig stabile Facility-Management-Strukturen.

Hochschulen

Hochschulen verfügen über komplexe Gebäude, technische Anlagen, Labore, Hörsäle, Bibliotheken, Verwaltungsflächen, Außenanlagen und häufig mehrere Standorte. Facility Management muss diese unterschiedlichen Nutzungen sicher, wirtschaftlich und nutzerorientiert unterstützen.

Anforderung der Hochschule

Bedeutung der Bewertungskriterien

Komplexe Campusinfrastruktur

Erfordert qualifizierte und erfahrene Dienstleister mit nachweisbarer Organisations- und Fachkompetenz.

Kontinuierlicher Gebäudebetrieb

Erfordert stabile Prozesse, verlässliche Personalplanung und schnelle Reaktionszeiten.

Nachhaltigkeitsziele

Erfordert messbare Umwelt-, Energie- und Ressourcenkonzepte.

Digitales Campusmanagement

Erfordert Kompetenz im Umgang mit CAFM-Systemen, Ticketing, Reporting und digitalen Arbeitsprozessen.

Unterschiedliche Nutzererwartungen

Erfordert professionelles Qualitätsmanagement, klare Kommunikation und serviceorientiertes Verhalten.

Hauptkategorien

Bei der Bewertung von Facility-Management-Angeboten wird grundsätzlich zwischen Eignungskriterien und Zuschlagskriterien unterschieden. Beide Kategorien haben unterschiedliche Funktionen und dürfen nicht miteinander vermischt werden.

Kategorie

Zweck

Eignungskriterien

Prüfen, ob ein Bieter grundsätzlich geeignet, leistungsfähig und zuverlässig ist.

Zuschlagskriterien

Ermitteln, welches zugelassene Angebot das wirtschaftlich vorteilhafteste ist.

Eignungskriterien beziehen sich auf den Anbieter selbst. Dazu gehören Finanzkraft, Fachkunde, Erfahrung, Personal, Organisation und rechtliche Zuverlässigkeit. Zuschlagskriterien beziehen sich auf das konkrete Angebot. Dazu gehören Qualität, Preis, Konzept, Personalansatz, Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Leistungsversprechen.

Bewertungsgrundsätze

Die Bewertung muss strukturiert, überprüfbar und für alle Bieter gleich angewendet werden. Für ein professionelles Facility-Management-Vergabeverfahren sind folgende Grundsätze maßgeblich:

  • Transparenz: Alle Kriterien, Gewichtungen und Bewertungsmethoden müssen vorab klar definiert sein.

  • Gleichbehandlung der Bieter: Alle Angebote werden nach denselben Maßstäben bewertet.

  • Messbare Bewertungsmethoden: Kriterien sollten so formuliert sein, dass sie anhand von Nachweisen, Konzepten oder Punktesystemen bewertet werden können.

  • Leistungsbezogene Relevanz: Jedes Kriterium muss einen direkten Bezug zur ausgeschriebenen Facility-Management-Leistung haben.

  • Dokumentation und Nachvollziehbarkeit: Jede Bewertung muss begründet und revisionssicher dokumentiert werden.

Bewertungsbereiche

Die finanzielle und wirtschaftliche Eignung zeigt, ob ein Dienstleister über ausreichende Stabilität und Tragfähigkeit verfügt, um langfristige Facility-Management-Leistungen für eine Hochschule zu erbringen. Dies ist besonders wichtig, da Hochschulverträge häufig über mehrere Jahre laufen und ein Ausfall des Dienstleisters erhebliche Betriebsrisiken verursachen kann.

Zu prüfen sind insbesondere:

  • Finanzielle Stabilität: Der Anbieter muss wirtschaftlich solide aufgestellt sein und laufende Verpflichtungen erfüllen können.

  • Wirtschaftliche Leistungsfähigkeit: Umsatz, Unternehmensgröße und Ressourcen müssen zum Umfang der ausgeschriebenen Leistung passen.

  • Versicherungsschutz: Ausreichende Betriebs-, Berufs- oder Umwelthaftpflichtversicherungen sind erforderlich, um Schadensrisiken abzusichern.

  • Risikotragfähigkeit: Der Dienstleister muss in der Lage sein, Personal-, Material-, Nachunternehmer- und Störfallrisiken zu tragen.

Erforderliche Nachweise

Dokumentation

Zweck

Jahresabschlüsse oder Finanzberichte

Bewertung der wirtschaftlichen Stabilität und finanziellen Leistungsfähigkeit.

Versicherungsnachweise

Prüfung ausreichender Haftpflicht- und Schadensabsicherung.

Umsatzangaben

Nachweis der operativen Kapazität im Verhältnis zum Leistungsumfang.

Bankauskünfte oder Finanzreferenzen

Einschätzung der finanziellen Zuverlässigkeit und Zahlungsfähigkeit.

Die Nachweise sollten aktuell, nachvollziehbar und zum ausgeschriebenen Leistungsumfang passend sein. Bei großen Campusverträgen ist besonders zu prüfen, ob der Dienstleister auch bei Leistungsstörungen, Personalengpässen oder Preisveränderungen handlungsfähig bleibt.

Technische und berufliche Eignung: Bewertungsbereiche

Die technische und berufliche Eignung belegt, dass ein Dienstleister die geforderten Facility-Management-Leistungen fachgerecht, sicher und in der erforderlichen Qualität ausführen kann. Hochschulen benötigen Anbieter, die sowohl technische als auch infrastrukturelle Leistungen in einem sensiblen und stark frequentierten Umfeld beherrschen.

Wichtige Bewertungsbereiche sind:

  • Technische Fachkompetenz: Nachweisbares Know-how in Wartung, Instandhaltung, Gebäudebetrieb, Reinigung, Sicherheit, Außenanlagenpflege oder weiteren ausgeschriebenen Leistungen.

  • Operative Leistungsfähigkeit: Fähigkeit, Leistungen termingerecht, standortübergreifend und mit stabilen Prozessen zu erbringen.

  • Verfügbarkeit qualifizierten Personals: Ausreichende Fachkräfte, Objektleitungen, Vorarbeiter, Techniker und Servicepersonal müssen verfügbar sein.

  • Qualitätsmanagementsysteme: Strukturierte Verfahren zur Leistungskontrolle, Fehlervermeidung und kontinuierlichen Verbesserung sind erforderlich.

  • Service- und Organisationsstruktur: Klare Verantwortlichkeiten, Eskalationswege und Kommunikationsprozesse müssen vorhanden sein.

Typische Nachweise

Nachweis

Bewertungsschwerpunkt

Referenzprojekte

Vergleichbare Erfahrung mit Hochschulen, öffentlichen Einrichtungen oder komplexen Campusstrukturen.

Zertifizierungen

Nachweis technischer, organisatorischer oder qualitätsbezogener Kompetenz.

Organigramme

Bewertung der Managementstruktur und Zuständigkeiten.

Schulungsnachweise

Nachweis der Qualifikation und regelmäßigen Weiterbildung des Personals.

Besonders aussagekräftig sind Referenzen, die nach Art, Umfang, Gebäudestruktur, Nutzerfrequenz und Vertragsdauer mit dem Hochschulprojekt vergleichbar sind.

Rechtliche und regulatorische Compliance:

Facility-Management-Dienstleister arbeiten in sicherheitsrelevanten, datenschutzsensiblen und betriebskritischen Bereichen. Daher muss die Einhaltung rechtlicher und regulatorischer Anforderungen verbindlich geprüft werden.

Relevante Compliance-Bereiche sind:

  • Arbeits- und Gesundheitsschutz: Einhaltung von Sicherheitsvorgaben, Gefährdungsbeurteilungen, Unterweisungen und Schutzmaßnahmen.

  • Datenschutz: Schutz personenbezogener Daten, insbesondere bei Ticketing-Systemen, Zutrittsdaten, Nutzeranfragen oder digitalen Reporting-Plattformen.

  • Umweltvorschriften: Ordnungsgemäßer Umgang mit Abfällen, Reinigungsmitteln, Gefahrstoffen, Energie und Ressourcen.

  • Arbeitsrechtliche Vorgaben: Einhaltung von Mindestlohn, Arbeitszeiten, Sozialversicherungspflichten und tariflichen oder vertraglichen Verpflichtungen.

Prüfdokumente

  • Eigenerklärungen zur rechtlichen Zuverlässigkeit

  • Arbeitsschutz- und Sicherheitskonzepte

  • Datenschutzrichtlinien und Vertraulichkeitsregelungen

  • Umwelt- und Entsorgungsnachweise

  • Nachweise über gesetzliche oder branchenspezifische Zertifizierungen

Die Hochschule sollte sicherstellen, dass Compliance-Anforderungen nicht nur erklärt, sondern auch organisatorisch umgesetzt werden. Dazu gehören verantwortliche Ansprechpartner, dokumentierte Prozesse und regelmäßige interne Kontrollen.

Bewertungsbereiche der Qualität

Die Qualitätsbewertung prüft, wie gut das angebotene Leistungskonzept die Anforderungen der Hochschule erfüllt. Im Facility Management ist Qualität nicht nur das Endergebnis, sondern auch die Art der Leistungserbringung, Steuerung, Kontrolle und Kommunikation.

Qualitätsbestandteil

Bewertungsschwerpunkt

Leistungsausführung

Methodik, Arbeitsabläufe, Objektorganisation und Einhaltung der Serviceanforderungen.

Qualitätssicherung

Kontrollsysteme, Prüfintervalle, Mängelmanagement und Berichtsstrukturen.

Reaktionsmanagement

Umgang mit Störungen, Nutzeranfragen, Notfällen und Eskalationen.

Nutzerbetreuung

Erreichbarkeit, Kommunikation, Serviceorientierung und Beschwerdebearbeitung.

Kontinuierliche Verbesserung

Maßnahmen zur Optimierung von Prozessen, Qualität und Wirtschaftlichkeit.

Die Qualitätsbewertung sollte konkrete, überprüfbare Inhalte erfassen. Dazu gehören:

  • Servicekonzepte: Beschreibung der täglichen Leistungserbringung, Zuständigkeiten, Kommunikationswege und Kontrollpunkte.

  • Instandhaltungsstrategien: Planung präventiver Wartung, Inspektionen, Störungsbeseitigung und Anlagenverfügbarkeit.

  • Reinigungs- und Hygienestandards: Definition von Reinigungsintervallen, Qualitätsniveaus, Kontrollmethoden und besonderen Anforderungen für Labore, Sanitärbereiche oder stark frequentierte Zonen.

  • Inspektionsverfahren: Regelmäßige Begehungen, Checklisten, digitale Prüfungen und Dokumentation von Mängeln.

  • Systeme zur Leistungskontrolle: Kennzahlen, Berichte, Audits, Nutzerfeedback und Maßnahmenverfolgung.

Ein gutes Qualitätskonzept beschreibt nicht nur, was geleistet wird, sondern wie die Leistung geplant, überwacht, nachgewiesen und verbessert wird.

Ziele der Preisprüfung

Die Preisbewertung stellt sicher, dass die angebotenen Kosten nachvollziehbar, marktgerecht und im Verhältnis zur Leistung angemessen sind. Gerade im Facility Management können unrealistisch niedrige Preise später zu Qualitätsproblemen, Personalmangel oder Nachforderungen führen.

Die Ziele sind:

  • Ermittlung der Kosteneffizienz: Prüfung, ob die Leistung wirtschaftlich angeboten wird.

  • Vergleich lebenszyklusbezogener Kosten: Berücksichtigung von Betriebs-, Wartungs-, Material-, Energie- und Zusatzkosten.

  • Bewertung der Preistransparenz: Nachvollziehbarkeit der Kalkulation und der Preisbestandteile.

  • Prüfung der Preisrealität: Erkennung von Unterkalkulation, Mischkalkulation oder nicht plausiblen Annahmen.

Preisbestandteile

Kostenelement

Bewertungsschwerpunkt

Fixkosten

Grundvergütung für wiederkehrende Leistungen und Regelbetrieb.

Variable Kosten

Preisstruktur für bedarfsabhängige Leistungen, Zusatzaufträge oder Sonderereignisse.

Personalkosten

Plausibilität von Stundenansätzen, Qualifikationen, Schichtmodellen und Vertretungen.

Materialkosten

Angemessenheit von Verbrauchsmaterialien, Ersatzteilen, Reinigungsmitteln oder Werkzeugen.

Optionale Leistungen

Transparente Preise für Erweiterungen, Sonderleistungen und Abrufleistungen.

Bei der Preisbewertung sollten folgende Punkte berücksichtigt werden:

  • Gesamtbetriebskosten: Nicht nur der Angebotspreis, sondern die voraussichtlichen Kosten über die Vertragslaufzeit sind relevant.

  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Ein höherer Preis kann gerechtfertigt sein, wenn er mit besserer Qualität, geringeren Risiken oder höherer Verfügbarkeit verbunden ist.

  • Langfristige finanzielle Tragfähigkeit: Die Kalkulation muss über die gesamte Vertragsdauer realistisch sein.

  • Transparenz der Kalkulation: Personal-, Material-, Geräte-, Verwaltungs- und Risikokosten sollten nachvollziehbar dargestellt werden.

Eine professionelle Preisbewertung vermeidet reine Billigstvergaben und unterstützt eine stabile, qualitätsorientierte Leistungserbringung.

Bewertungsbereiche des Personals

Das Personal ist ein entscheidender Erfolgsfaktor im Facility Management. Qualifizierte, verlässliche und gut geführte Mitarbeitende sichern die tägliche Betriebsfähigkeit des Campus.

Zu bewerten sind:

  • Qualifikation des Schlüsselpersonals: Objektleitung, Projektleitung, technische Leitung und Vorarbeiter müssen fachlich geeignet sein.

  • Personalstruktur: Das Verhältnis von Führung, Fachpersonal, Servicepersonal und Vertretungskräften muss zum Leistungsumfang passen.

  • Verfügbarkeitsplanung: Arbeitszeiten, Bereitschaften, Reaktionszeiten und Notdienste müssen klar geregelt sein.

  • Vertretungskonzepte: Ausfälle durch Krankheit, Urlaub oder Personalwechsel müssen abgesichert sein.

  • Schulungs- und Entwicklungssysteme: Regelmäßige Fortbildungen zu Technik, Sicherheit, Hygiene, Kommunikation und digitalen Systemen sind erforderlich.

Bewertungsfaktoren

Personalaspekt

Bewertungsziel

Managementkompetenz

Sicherstellung wirksamer operativer Führung und Steuerung.

Technische Fachkunde

Gewährleistung fachgerechter Leistungsausführung.

Personalkontinuität

Reduzierung von Wissensverlusten und Serviceunterbrechungen.

Schulungssysteme

Entwicklung und Sicherung aktueller Kompetenzen.

Verfügbarkeit

Sicherstellung schneller Reaktion und ausreichender Präsenz vor Ort.

Die Personalbewertung sollte nicht nur auf Lebensläufen beruhen. Entscheidend ist, ob das vorgeschlagene Team in Anzahl, Qualifikation, Verfügbarkeit und Führungsstruktur zur Hochschulumgebung passt.

Relevante Erfahrungsbereiche

Erfahrung ist besonders wichtig, weil Hochschulen komplexe Betriebsanforderungen haben. Ein Dienstleister muss mit unterschiedlichen Nutzungszeiten, hoher Personenfrequenz, sensiblen Forschungsbereichen und öffentlichen Auftraggeberstrukturen umgehen können.

Relevante Erfahrungsbereiche sind:

  • Facility Management an Hochschulen: Erfahrung mit Lehr-, Forschungs-, Labor-, Verwaltungs- und Bibliotheksflächen.

  • FM-Projekte im öffentlichen Sektor: Kenntnis formaler Abläufe, Dokumentationspflichten und öffentlicher Auftraggeberanforderungen.

  • Betrieb mehrerer Standorte: Fähigkeit zur Steuerung dezentraler Teams und einheitlicher Qualitätsstandards.

  • Technisches Facility Management: Erfahrung mit Wartung, Betreiberpflichten, Störungsmanagement und Anlagenverfügbarkeit.

  • Infrastrukturelles Facility Management: Erfahrung mit Reinigung, Sicherheit, Postdiensten, Umzugsmanagement, Außenanlagen oder Entsorgung.

Referenzbewertung

Bewertungsbereich

Zweck

Projektähnlichkeit

Prüfung der Relevanz für den Hochschulbetrieb.

Projektgröße

Nachweis ausreichender Kapazität und organisatorischer Leistungsfähigkeit.

Vertragsdauer

Bewertung langfristiger Betriebserfahrung und Stabilität.

Leistungsergebnisse

Nachweis von Qualität, Zuverlässigkeit und Kundenzufriedenheit.

Referenzen sollten konkret beschrieben werden. Wichtig sind Leistungsumfang, Gebäudetypen, Flächen, Anzahl der Nutzer, Vertragslaufzeit, eingesetztes Personal und erreichte Servicekennzahlen.

Nachhaltigkeitsziele

Nachhaltigkeit ist im Hochschul-Facility-Management ein operatives und strategisches Bewertungskriterium. Sie betrifft Energieverbrauch, Materialien, Abfall, Reinigung, Mobilität, Beschaffung und Ressourcennutzung.

Die Ziele sind:

  • Reduzierung der Umweltbelastung: Verringerung von Emissionen, Abfällen und umweltschädlichen Stoffen.

  • Effiziente Ressourcennutzung: Sparsamer Umgang mit Energie, Wasser, Materialien und Betriebsmitteln.

  • Energieoptimierung: Unterstützung eines energieeffizienten Gebäudebetriebs durch Monitoring, Wartung und Nutzerinformation.

  • Nachhaltige Beschaffung: Einsatz umweltverträglicher Produkte, langlebiger Materialien und verantwortungsvoller Lieferketten.

Bewertungsbereiche der Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeitsbereich

Bewertungsschwerpunkt

Energieeffizienz

Maßnahmen zur Senkung von Energieverbrauch und Betriebskosten.

Umweltmanagement

Systeme, Verantwortlichkeiten und Prozesse zur Umsetzung von Nachhaltigkeit.

Abfallmanagement

Recycling, Trennung, Entsorgung und Vermeidung von Abfällen.

Nachhaltige Materialien

Einsatz umweltfreundlicher Reinigungs-, Verbrauchs- und Ersatzmaterialien.

Ressourceneffizienz

Optimierung von Wasser-, Material- und Betriebsmittelverbrauch.

Typische Nachhaltigkeitsnachweise

  • Umweltzertifizierungen oder dokumentierte Umweltmanagementsysteme

  • Nachhaltigkeitskonzepte für den konkreten Hochschulstandort

  • Maßnahmen zur Reduzierung von Energieverbrauch und Emissionen

  • Konzepte für umweltfreundliche Reinigung und Materialverwendung

  • Nachweise über Abfalltrennung, Recycling und ressourcenschonende Prozesse

Nachhaltigkeitsangaben sollten messbar sein. Allgemeine Absichtserklärungen reichen nicht aus. Bewertet werden sollten konkrete Maßnahmen, Kennzahlen, Verantwortlichkeiten und Nachweismethoden.

Bewertungsbereiche der Zuverlässigkeit

Zuverlässigkeit bedeutet, dass Facility-Management-Leistungen kontinuierlich, planbar und auch bei Störungen erbracht werden. Hochschulen sind auf stabile Betriebsabläufe angewiesen, da Unterbrechungen Lehrveranstaltungen, Forschung, Prüfungen und Verwaltung unmittelbar beeinträchtigen können.

Zu prüfen sind:

  • Betriebskontinuität: Sicherstellung des Regelbetriebs auch bei Personalengpässen, technischen Störungen oder erhöhtem Arbeitsaufkommen.

  • Serviceverfügbarkeit: Klare Präsenz-, Bereitschafts- und Reaktionszeiten.

  • Notfallreaktionsfähigkeit: Strukturen für Störungen, Havarien, Sicherheitsvorfälle und kritische Betriebslagen.

  • Eskalationsverfahren: Definierte Wege für schnelle Entscheidungen und Problemlösung.

  • Business-Continuity-Planung: Vorsorge für Ausfälle, Krisen und außergewöhnliche Ereignisse.

Bewertungskriterien

Zuverlässigkeitsfaktor

Bewertungsschwerpunkt

Verfügbarkeitskonzepte

Sicherstellung kontinuierlicher Serviceleistung.

Backup-Systeme

Vertretung, Ersatzressourcen und organisatorische Resilienz.

Notfallmanagement

Fähigkeit zur schnellen und strukturierten Störungsreaktion.

Eskalationsprozesse

Klare Verantwortlichkeiten und Entscheidungswege bei Problemen.

Ein belastbares Zuverlässigkeitskonzept enthält konkrete Reaktionszeiten, Ansprechpartner, Bereitschaftsmodelle, Vertretungsregelungen und Dokumentationspflichten.

Bedeutung der Digitalisierung im Hochschul-Facility-Management

Digitale Lösungen verbessern die Transparenz, Steuerbarkeit und Nachvollziehbarkeit von Facility-Management-Prozessen. Für Hochschulen sind sie besonders wichtig, weil viele Gebäude, Nutzergruppen, Serviceanfragen, Wartungsaufgaben und Berichtspflichten koordiniert werden müssen.

Bewertungsbereiche der Digitalisierung

Digitale Fähigkeit

Bewertungsschwerpunkt

CAFM-Systeme

Digitale Verwaltung von Flächen, Anlagen, Wartungen, Aufträgen und Dokumentationen.

Reporting-Plattformen

Transparente Auswertung von Kennzahlen, Leistungen, Störungen und Kosten.

Mobile Anwendungen

Schnelle Bearbeitung von Aufträgen, Mängeln, Checklisten und Rückmeldungen vor Ort.

Ticketing-Systeme

Strukturierte Aufnahme, Priorisierung, Bearbeitung und Nachverfolgung von Serviceanfragen.

Systemintegration

Fähigkeit zur Anbindung an bestehende Hochschulsysteme und Datenstrukturen.

Bewertungsaspekte

  • Datenqualitätsmanagement: Stammdaten, Anlagendaten, Wartungsdaten und Berichte müssen aktuell und korrekt gepflegt werden.

  • Automatisiertes Reporting: Regelmäßige Berichte sollten nachvollziehbar, standardisiert und möglichst digital verfügbar sein.

  • Nutzerzugänglichkeit: Hochschulmitarbeitende und berechtigte Nutzer sollten Serviceanfragen einfach stellen und nachverfolgen können.

  • Systemkompatibilität: Digitale Lösungen müssen zur IT-Landschaft, Datenschutzstruktur und Prozessorganisation der Hochschule passen.

  • Digitale Prozesseffizienz: Systeme sollen Arbeitsabläufe vereinfachen, nicht zusätzliche Komplexität erzeugen.

Bei der Bewertung ist darauf zu achten, dass Digitalisierung nicht nur als Softwareeinsatz verstanden wird. Entscheidend ist, ob digitale Prozesse den Betrieb messbar verbessern.

Zweck der Konzeptbewertung

Die Konzeptbewertung prüft, wie der Bieter die geforderten Leistungen im konkreten Hochschulumfeld umsetzen will. Sie zeigt, ob der Anbieter die Anforderungen verstanden hat und ob seine Methodik praktisch, wirtschaftlich und organisatorisch tragfähig ist.

Typische bewertete Konzepte

Konzeptart

Bewertungsziel

Servicekonzept

Strategie zur operativen Leistungserbringung.

Personalkonzept

Organisation von Führung, Fachpersonal, Verfügbarkeit und Vertretung.

Qualitätskonzept

Sicherung, Kontrolle und Verbesserung der Leistung.

Nachhaltigkeitskonzept

Umsetzung von Umwelt-, Energie- und Ressourcenzielen.

Digitalisierungskonzept

Integration digitaler Systeme und Prozesse.

Bewertungskriterien

  • Praktische Anwendbarkeit: Das Konzept muss im realen Campusbetrieb umsetzbar sein.

  • Operative Machbarkeit: Personal, Prozesse, Zeitpläne und Ressourcen müssen realistisch geplant sein.

  • Innovationspotenzial: Verbesserungen durch neue Methoden, digitale Werkzeuge oder effiziente Prozesse können positiv bewertet werden.

  • Klarheit und Struktur: Verantwortlichkeiten, Abläufe, Kennzahlen und Schnittstellen müssen verständlich dargestellt sein.

  • Ausrichtung an den Hochschulanforderungen: Das Konzept muss auf Gebäude, Nutzergruppen, Betriebszeiten und Serviceerwartungen der Hochschule zugeschnitten sein.

Ein gutes Konzept ist konkret, standortbezogen und überprüfbar. Allgemeine Standardtexte ohne Bezug zur Hochschule sollten niedriger bewertet werden.

Punktevergabe und Gewichtung

Eine strukturierte Punktevergabe stellt sicher, dass Angebote vergleichbar bewertet werden. Die Gewichtung muss die betrieblichen Prioritäten der Hochschule widerspiegeln. Bei Facility-Management-Leistungen sollte die Qualität ausreichend stark berücksichtigt werden, da sie direkten Einfluss auf Betriebssicherheit, Nutzerzufriedenheit und Werterhalt der Gebäude hat.

Beispielhafte Gewichtungsstruktur

Zuschlagskriterium

Beispielhafte Gewichtung

Qualität

35 %

Preis

30 %

Personal

10 %

Erfahrung

10 %

Nachhaltigkeit

5 %

Zuverlässigkeit

5 %

Digitalisierung

5 %

Ein professioneller Bewertungsprozess folgt einer klaren Reihenfolge:

  • Prüfung der Eignungsanforderungen: Zunächst wird festgestellt, ob der Bieter die Mindestanforderungen erfüllt.

  • Ausschluss nicht konformer Bieter: Angebote, die zwingende Anforderungen nicht erfüllen, werden nicht weiter bewertet.

  • Detaillierte Bewertung der Zuschlagskriterien: Die verbleibenden Angebote werden anhand der festgelegten Kriterien geprüft.

  • Punktevergabe und Gewichtung: Die Einzelbewertungen werden nach der vorgegebenen Gewichtung berechnet.

  • Endranking und Zuschlagsempfehlung: Das Ergebnis wird dokumentiert und als Grundlage für die Vergabeentscheidung genutzt.

Der Prozess muss einheitlich angewendet werden. Nachträgliche Änderungen der Kriterien, Gewichtungen oder Bewertungsmaßstäbe sind zu vermeiden, da sie die Vergleichbarkeit und Nachvollziehbarkeit beeinträchtigen können.

Erforderliche Dokumentation

Eine vollständige Dokumentation ist für die Nachvollziehbarkeit und Prüfung der Vergabeentscheidung wesentlich. Sie schützt die Hochschule vor rechtlichen, organisatorischen und wirtschaftlichen Risiken.

Dokumentationselement

Zweck

Bewertungsmatrix

Strukturierter Vergleich aller Angebote und Kriterien.

Bewertungsprotokolle

Nachvollziehbarkeit der Punktevergabe und Einzelentscheidungen.

Bewertungsberichte

Begründung der fachlichen Einschätzungen und Abweichungen.

Zuschlagsempfehlung

Grundlage für die interne Freigabe und Vergabeentscheidung.

Transparenzanforderungen

  • Klare Bewertungskriterien: Die Kriterien müssen eindeutig formuliert und leistungsbezogen sein.

  • Einheitliche Bewertungsmethoden: Alle Angebote müssen nach demselben Schema bewertet werden.

  • Objektive Dokumentation: Bewertungen müssen sachlich begründet und belegbar sein.

  • Prüfbarkeit der Entscheidungen: Die Vergabeakte muss zeigen, wie das Ergebnis zustande gekommen ist.

Transparenz ist nicht nur eine formale Anforderung. Sie verbessert auch die Qualität der Entscheidung, da Bewertungen strukturiert, überprüfbar und fachlich begründet erfolgen.