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Hitzeschutz

Facility Management: Hochschulen » TFM » Klimaanpassung und technische Resilienz » Hitzeschutz

Hitzeschutzmaßnahmen für klimafeste und energieeffiziente Hochschulgebäude

Hitzeschutz im Universitätsbetrieb für Universitäten

Ein wirksamer Hitzeschutz ist eine zentrale Aufgabe des Facility Managements an Universitäten, da steigende Temperaturen und Hitzewellen die Sicherheit, Nutzbarkeit und Funktionsfähigkeit von Gebäuden, Außenbereichen und technischen Anlagen beeinflussen. Ziel ist es, gesunde, komfortable und betriebsfähige Studien-, Arbeits- und Prüfungsbedingungen für Studierende, Lehrende, Mitarbeitende und Besucher sicherzustellen.

Hitzeschutz für resiliente Hochschulgebäude

Ziele des Hitzeschutzes im Universitätsbetrieb

Der operative Hitzeschutz verfolgt mehrere miteinander verbundene Ziele. Er dient nicht nur der Verbesserung des Komforts, sondern auch der Gesundheitsvorsorge, der Sicherstellung des Lehr- und Prüfungsbetriebs sowie der Reduzierung betrieblicher Risiken.

Ziel

Operativer Zweck

Thermischer Komfort

Sicherstellung akzeptabler Innen- und Außenbedingungen

Gesundheitsschutz

Verringerung von Risiken durch Hitzestress, Kreislaufbelastung und Dehydrierung

Betriebskontinuität

Aufrechterhaltung von Lehrveranstaltungen, Prüfungen, Forschung und Verwaltung

Nutzbarkeit von Flächen

Sichere Verwendung von Gebäuden, Wegen, Aufenthaltsbereichen und Veranstaltungsflächen

Risikoreduzierung

Minimierung von Störungen durch extreme Hitzeereignisse

Das Facility Management sollte für diese Ziele klare Zuständigkeiten, messbare Schwellenwerte und abgestimmte Maßnahmenpläne definieren. Besonders wichtig ist die frühzeitige Vorbereitung vor Hitzeperioden, damit technische Systeme, Räume und Kommunikationswege einsatzbereit sind.

Externe Verschattungsmaßnahmen

Externe Verschattung reduziert direkte Sonneneinstrahlung, bevor Wärme in das Gebäude eindringt. Sie ist besonders wirksam bei stark besonnten Fassaden, großen Glasflächen, Eingangsbereichen, Innenhöfen und Außenwartebereichen.

Verschattungsmaßnahme

Operative Funktion

Außenjalousien und Lamellen

Reduzierung direkter Sonneneinstrahlung auf Fensterflächen

Dachüberstände

Schutz von Fenstern, Fassadenbereichen und Eingängen

Überdachte Wege

Verbesserung des Komforts für Fußgänger auf dem Campus

Vegetation und Bäume

Natürliche Kühlung und Schattenbildung

Vordächer und Sonnensegel

Schutz von Aufenthalts-, Sammel- und Wartebereichen

Außenliegende Systeme sollten bevorzugt an besonders hitzegefährdeten Gebäudeseiten eingesetzt werden. Für Hörsäle, Bibliotheken, Verwaltungsbereiche und Prüfungsräume ist eine zuverlässige Verschattung besonders wichtig, da sich diese Räume bei hoher Belegung schnell aufheizen können.

Interne Verschattung ergänzt externe Maßnahmen und unterstützt die Kontrolle von Blendung und Raumtemperatur. Dazu gehören:

  • Innenjalousien und Vorhänge zur Reduzierung von Blendung und direkter Sonneneinstrahlung

  • Sonnenschutzfolien zur Verringerung solarer Wärmeeinträge bei stark verglasten Bereichen

  • Verstellbare Blendschutzsysteme für Unterrichts-, Labor- und Bildschirmarbeitsplätze

  • Tageslichtmanagement zur Kombination von ausreichender Beleuchtung und reduzierter Wärmelast

Interne Systeme sollten nutzerfreundlich bedienbar sein und regelmäßig auf Funktion geprüft werden. In Räumen mit Präsentationstechnik, Bildschirmarbeitsplätzen oder Prüfungsbetrieb muss Blendfreiheit mit ausreichender Beleuchtung abgestimmt werden.

Operatives Management

Ein wirksames Verschattungsmanagement erfordert klare Betriebsregeln. Verschattungssysteme sollten nicht erst bei bereits überhitzten Räumen aktiviert werden, sondern vorausschauend entsprechend Sonnenstand, Außentemperatur und Raumnutzung.

Wichtige Managementaufgaben sind:

  • Zeitgesteuerter Betrieb von Verschattungssystemen während sonnenintensiver Tageszeiten

  • Regelmäßige Wartungs- und Funktionskontrollen vor und während der Sommersaison

  • Einbindung automatisierter Systeme in die Gebäudeleittechnik

  • Saisonale Anpassung von Steuerzeiten, Grenzwerten und Nutzungsprofilen

  • Manuelle Eingriffsmöglichkeiten für besonders genutzte Räume wie Prüfungsräume oder Hörsäle

Defekte Außenjalousien, blockierte Lamellen oder beschädigte Sonnenschutzsysteme sollten priorisiert instand gesetzt werden, da sie unmittelbar zur Überhitzung von Räumen beitragen können.

Natürliche Lüftung

Natürliche Lüftung nutzt Außenluft und Luftbewegung, um Wärme aus Innenräumen abzuführen. Sie ist besonders wirksam in den frühen Morgenstunden, am Abend und während kühler Nachtzeiten.

Lüftungsstrategie

Zweck

Querlüftung

Verbesserung der Luftzirkulation durch gegenüberliegende Öffnungen

Nachtlüftung

Abfuhr angesammelter Innenwärme außerhalb der Nutzungszeiten

Kontrollierte Fensteröffnung

Reduzierung von Überhitzung bei geeigneten Außentemperaturen

Luftstromzonierung

Anpassung der Lüftung an unterschiedliche Raum- und Gebäudebereiche

Das Facility Management sollte festlegen, wann Fenster geöffnet oder geschlossen werden sollen. Bei hohen Außentemperaturen kann unkontrolliertes Lüften am Nachmittag zusätzliche Wärme eintragen. Deshalb sind klare Hinweise für Nutzende und Reinigungspersonal sinnvoll, insbesondere für Unterrichtsräume, Büros und Bibliotheken.

Mechanische Lüftung

Mechanische Lüftungssysteme unterstützen die Versorgung mit Frischluft und die Kontrolle der Raumtemperatur. In Gebäuden mit hoher Belegung sind sie ein zentraler Bestandteil des Hitzeschutzes.

Zu den relevanten Anlagen gehören:

  • Lüftungs- und Klimazentralen

  • Zu- und Abluftsysteme

  • Zeitprogramme für Lüftungsbetrieb und Luftwechsel

  • Überwachung von Temperatur, Luftvolumenstrom und Anlagenstatus

Die Betriebszeiten sollten an Raumbelegung, Außentemperatur und Gebäudenutzung angepasst werden. In stark genutzten Bereichen wie Hörsälen, Prüfungsräumen, Laboren und Bibliotheken ist eine stabile Luftversorgung besonders wichtig. Gleichzeitig sollte der Energieverbrauch überwacht werden, um unnötigen Betrieb außerhalb der Nutzungszeiten zu vermeiden.

Wartungsanforderungen

Wartungsaktivität

Operative Bedeutung

Filterwechsel

Sicherstellung der Luftqualität und des Luftvolumenstroms

Anlageninspektionen

Gewährleistung eines zuverlässigen Betriebs

Sensorkalibrierung

Verbesserung der Temperatur- und Luftstromregelung

Vorbeugende Wartung

Reduzierung ungeplanter Ausfälle während Hitzeperioden

Wartungsarbeiten sollten vor Beginn der warmen Jahreszeit eingeplant werden. Kritische Anlagen sind zu priorisieren, insbesondere solche, die Prüfungsräume, medizinische Bereiche, Labore, Serverräume oder stark belegte Lehrflächen versorgen.

Kühlmaßnahmen in Universitätsgebäuden

Kühlmaßnahmen dienen dazu, nutzbare Innenraumbedingungen während Hitzeperioden aufrechtzuerhalten. Die Auswahl der Maßnahme hängt von Gebäudetyp, technischer Ausstattung, Raumpriorität und Nutzungsintensität ab.

Kühlmaßnahme

Anwendung

Zentrale Kühlsysteme

Große Lehr-, Verwaltungs- und Forschungsgebäude

Zonenweise Kühlung

Bereiche mit hoher Priorität oder besonderer Nutzung

Mobile Kühlgeräte

Temporäre Unterstützung bei akuter Wärmebelastung

Passive Kühlmethoden

Energieeffiziente Reduzierung der Raumtemperatur

Passive Maßnahmen wie nächtliches Auskühlen, Verschattung und Reduzierung interner Wärmelasten sollten möglichst mit technischen Kühlsystemen kombiniert werden. Mobile Kühlgeräte sollten nur gezielt eingesetzt werden, wenn feste Systeme nicht ausreichen oder Räume vorübergehend priorisiert werden müssen.

Prioritätsbereiche für Kühlung

Bestimmte Bereiche benötigen während Hitzeperioden eine höhere Priorität, da sie entweder stark belegt, betriebskritisch oder besonders empfindlich gegenüber Wärme sind.

Prioritätsbereiche sind:

  • Prüfungsräume

  • Hörsäle und große Lehrveranstaltungsräume

  • Bibliotheken und Lernbereiche

  • Computerräume und IT-Labore

  • Medizinische und gesundheitliche Servicebereiche

  • Serverräume und technische Infrastrukturräume

In diesen Bereichen sollten Temperaturüberwachung, Anlagenverfügbarkeit und schnelle Reaktionsmöglichkeiten sichergestellt sein. Besonders Prüfungsräume und medizinische Bereiche benötigen stabile Bedingungen, da Wärme hier unmittelbar Konzentration, Gesundheit und Betriebssicherheit beeinflussen kann.

Kühlbetrieb

Der Kühlbetrieb muss geplant, überwacht und an die tatsächliche Nutzung angepasst werden. Zu niedrige Sollwerte erhöhen den Energieverbrauch, während zu hohe Temperaturen die Nutzbarkeit von Räumen beeinträchtigen können.

Wichtige betriebliche Maßnahmen sind:

  • Festlegung geeigneter Temperatur-Sollwerte für unterschiedliche Raumarten

  • Nutzungs- und belegungsabhängige Kühlzeitpläne

  • Überwachung des Energieverbrauchs und der Anlagenleistung

  • Notfallverfahren für extreme Hitzeperioden

  • Priorisierte Kühlung bei begrenzter technischer Kapazität

Das Facility Management sollte sicherstellen, dass Kühlung nicht isoliert betrachtet wird. Sie muss mit Verschattung, Lüftung, Raumplanung und Kommunikation abgestimmt werden.

Maßnahmen zur Wärmereduzierung in Außenbereichen

Außenbereiche auf dem Campus müssen auch während hoher Temperaturen sicher und nutzbar bleiben. Wege, Aufenthaltsflächen, Wartezonen und Veranstaltungsbereiche sollten so gestaltet und betrieben werden, dass direkte Hitzeexposition reduziert wird.

Maßnahme im Außenbereich

Operativer Nutzen

Baumpflanzungen

Natürliche Verschattung und Kühlung

Verschattete Sitzbereiche

Erhöhter Komfort für Studierende, Mitarbeitende und Besucher

Überdachte Wege

Reduzierung direkter Sonneneinstrahlung beim Wechsel zwischen Gebäuden

Wärmereflektierende Oberflächen

Verringerung von Oberflächentemperaturen

Trinkwasserzugänge

Unterstützung ausreichender Flüssigkeitsaufnahme

Besonders wichtig sind verschattete Bereiche an stark frequentierten Standorten wie Eingängen, Bushaltestellen, Mensabereichen, Bibliotheken, Prüfungsgebäuden und zentralen Campuswegen.

Planung von Außenflächen

Die Planung von Außenflächen sollte Hitzeschutz als festen Bestandteil berücksichtigen. Aufenthalts- und Bewegungsflächen müssen so organisiert werden, dass Nutzende bei Hitze möglichst kurze Wege, Schatten und Erholungsmöglichkeiten vorfinden.

Zu berücksichtigen sind:

  • Gleichmäßige Verteilung verschatteter Ruhebereiche auf dem Campus

  • Hitzebewusste Führung von Fußwegen zwischen zentralen Gebäuden

  • Schutz von Wartezonen vor direkter Sonneneinstrahlung

  • Thermischer Komfort bei Campusveranstaltungen

  • Ausreichende Beschilderung zu Trinkwasserstellen und kühleren Aufenthaltsbereichen

Bei Veranstaltungen im Freien sollten Veranstaltungszeiten, Schattenflächen, Erste-Hilfe-Punkte und Wasserversorgung frühzeitig in die Planung einbezogen werden.

Wartungsaspekte

Außenanlagen müssen regelmäßig geprüft und instand gehalten werden, damit sie während Hitzeperioden zuverlässig funktionieren.

Wichtige Wartungsaufgaben sind:

  • Pflege von Bäumen, Grünflächen und sonstiger Vegetation

  • Bewässerungsmanagement zur Erhaltung der Kühlwirkung

  • Prüfung von Sonnensegeln, Überdachungen und anderen Verschattungselementen

  • Kontrolle von Boden- und Oberflächenzuständen

  • Sicherstellung der Funktion von Trinkwasserstellen

Beschädigte oder nicht nutzbare Schattenstrukturen sollten vor Hitzeperioden instand gesetzt werden, da sie für den Schutz von Campusnutzenden unmittelbar relevant sind.

Anpassung von Prüfungszeiten

Prüfungen erfordern besondere Aufmerksamkeit, da Hitze Konzentration, Leistungsfähigkeit und Gesundheit beeinträchtigen kann. Das Prüfungszeitmanagement sollte daher flexibel auf erwartete Temperaturbelastungen reagieren.

Maßnahme zur Zeitplanung

Zweck

Prüfungen am Morgen

Vermeidung der stärksten Nachmittagswärme

Reduzierte Nachmittagstermine

Verbesserung des Komforts und der Konzentrationsfähigkeit

Flexible Prüfungszeiten

Anpassung an konkrete Hitze- und Gebäudebedingungen

Hitze-Notfallplanung

Sicherstellung der Durchführung oder geordneten Verlegung von Prüfungen

Bei absehbaren Hitzeperioden sollten Prüfungsämter, Fachbereiche und Facility Management frühzeitig zusammenarbeiten. Ziel ist es, geeignete Räume und Zeitfenster zu sichern, bevor Engpässe entstehen.

Anforderungen an Prüfungsräume

Prüfungsräume müssen während Hitzeperioden besonders sorgfältig vorbereitet werden. Sie sollten nicht nur ausreichend groß, sondern auch thermisch geeignet sein.

Erforderlich sind:

  • Ausreichende natürliche oder mechanische Lüftung

  • Zugang zu geeigneten Kühlsystemen oder unterstützenden Kühlmaßnahmen

  • Laufende Temperaturüberwachung

  • Verfügbarkeit von Trinkwasser

  • Reduzierte Belegungsdichte, falls thermisch erforderlich

  • Funktionsfähige Verschattung und Blendkontrolle

Räume mit hoher Sonneneinstrahlung, schlechter Luftzirkulation oder fehlender Kühlung sollten nur dann genutzt werden, wenn zusätzliche Schutzmaßnahmen möglich sind.

Operative Koordination

Die Koordination während Prüfungsphasen muss klar geregelt sein. Facility Management, Prüfungsverwaltung, Lehrende, Sicherheitsdienst und gegebenenfalls medizinische Dienste sollten abgestimmte Abläufe verwenden.

Wichtige Aufgaben sind:

  • Abstimmung mit akademischen Fachbereichen und Prüfungsämtern

  • Rechtzeitige Information von Studierenden und Aufsichtspersonal

  • Echtzeitüberwachung von Raumtemperaturen während der Prüfung

  • Bereitstellung alternativer Räume bei kritischer Wärmebelastung

  • Verfahren für hitzebedingte gesundheitliche Zwischenfälle

Klare Kommunikationswege sind entscheidend, damit bei steigenden Raumtemperaturen schnell reagiert werden kann.

Identifikation vulnerabler Personen

Bestimmte Personengruppen können durch Hitze stärker belastet werden. Das Facility Management sollte gemeinsam mit Arbeitsschutz, Gesundheitsdiensten und Verwaltung geeignete Schutzmaßnahmen unterstützen.

Vulnerable Gruppe

Hitzebezogene Besorgnis

Studierende mit gesundheitlichen Einschränkungen

Erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Hitze

Ältere Mitarbeitende

Höheres Gesundheitsrisiko bei Wärmebelastung

Schwangere Personen

Erhöhte Anforderungen an thermischen Schutz

Personen mit Behinderungen

Herausforderungen bei Mobilität, Zugang und Komfort

Mitarbeitende im Außenbetrieb

Längere direkte Hitzeexposition

Die Identifikation muss datenschutzkonform und respektvoll erfolgen. Ziel ist nicht die Kennzeichnung einzelner Personen, sondern die Bereitstellung zugänglicher Schutzangebote.

Schutzmaßnahmen

Schutzmaßnahmen sollten einfach zugänglich, klar kommuniziert und betrieblich umsetzbar sein.

Geeignete Maßnahmen sind:

  • Zugang zu gekühlten oder kühleren Aufenthaltsräumen

  • Unterstützung der Flüssigkeitsaufnahme durch Trinkwasserstellen

  • Flexible Arbeits- und Aufenthaltszeiten während Hitzeereignissen

  • Gesundheitsbezogene Beobachtungs- und Meldeverfahren

  • Verständliche Kommunikation zu Hitzeschutz und richtigem Verhalten

Kühle Rückzugsräume sollten insbesondere in zentralen Campusbereichen, Bibliotheken, Verwaltungsgebäuden oder Gesundheitsdiensten verfügbar sein.

Arbeitsschutzmaßnahmen

Für Beschäftigte, insbesondere im technischen Dienst, in der Grünpflege, in der Reinigung, in der Sicherheit und in der Logistik, sind arbeitsschutzbezogene Maßnahmen erforderlich.

Dazu gehören:

  • Arbeits- und Pausenpläne mit ausreichenden Erholungszeiten

  • Reduzierung von Außenarbeiten während der heißesten Tageszeiten

  • Zugang zu Trinkwasser, Schatten und kühlen Pausenräumen

  • Notfallverfahren bei Anzeichen von Hitzestress

  • Schulungen zum Erkennen und Vermeiden hitzebedingter Gesundheitsrisiken

Führungskräfte sollten sicherstellen, dass Schutzmaßnahmen nicht nur formal bestehen, sondern im Tagesbetrieb tatsächlich angewendet werden.

Kriterien für die Raumpriorisierung

Während Hitzeperioden können nicht alle Räume gleich gut nutzbar sein. Deshalb ist eine priorisierte Raumvergabe notwendig, um kritische Funktionen in geeigneten Räumen aufrechtzuerhalten.

Priorisierungsfaktor

Operative Bedeutung

Verfügbarkeit von Kühlung

Sicherstellung nutzbarer Innenraumbedingungen

Belegungsgrad

Vermeidung von Überfüllung und zusätzlicher Wärmelast

Funktionale Bedeutung

Unterstützung kritischer Lehr-, Prüfungs-, Forschungs- und Verwaltungsprozesse

Gebäudeausrichtung

Steuerung solarer Wärmebelastung

Barrierefreiheit und besondere Bedarfe

Schutz vulnerabler Personen und Sicherstellung des Zugangs

Die Priorisierung sollte vor Beginn der Sommerperiode geplant und in der Raumverwaltung hinterlegt werden. So können kurzfristige Verlegungen schneller umgesetzt werden.

Kategorien prioritärer Räume

Vorrangig zu berücksichtigen sind Räume, die für den universitären Kernbetrieb oder für Sicherheit und Gesundheit wesentlich sind.

Prioritäre Raumkategorien sind:

  • Prüfungsräume

  • Kritische Lehrflächen

  • Forschungslabore

  • Medizinische Unterstützungsbereiche

  • Administrative Koordinationsräume

Diese Räume sollten bevorzugt mit funktionierender Verschattung, Lüftung, Kühlung und Temperaturüberwachung ausgestattet sein. Bei begrenzter technischer Kapazität sind diese Bereiche zuerst zu sichern.

Verfahren des Flächenmanagements

Verfahren

Zweck

Verlagerung von Aktivitäten

Effiziente Nutzung kühlerer Räume

Temporäre Raumwechsel

Reduzierung der Hitzeexposition

Zentrale Raumplanung

Verbesserung der operativen Koordination

Belegungsüberwachung

Erhaltung thermischer Komfortbedingungen

Das Flächenmanagement sollte aktuelle Temperaturdaten, Raumkapazitäten und Nutzungsprioritäten berücksichtigen. Besonders während Prüfungszeiten oder großer Lehrveranstaltungen ist eine zentrale Koordination erforderlich, damit kühle und geeignete Räume nicht mehrfach oder ineffizient belegt werden.

Hitzemonitoring-Systeme

Monitoring ist die Grundlage für wirksame Entscheidungen im Hitzeschutz. Ohne verlässliche Daten zu Temperaturen, Belegung und Anlagenstatus können Maßnahmen zu spät oder unkoordiniert erfolgen.

Wichtige Monitoring-Instrumente sind:

  • Überwachung der Innenraumtemperaturen in prioritären Gebäuden und Räumen

  • Messung der Außenbedingungen an relevanten Campusstandorten

  • Einbindung von Temperatur- und Anlagenwerten in die Gebäudeleittechnik

  • Erfassung von Belegung und Nutzung besonders belasteter Räume

Die Daten sollten regelmäßig ausgewertet werden, um kritische Bereiche frühzeitig zu erkennen. Bei überschrittenen Schwellenwerten müssen definierte Maßnahmen ausgelöst werden, beispielsweise verstärkte Verschattung, Anpassung der Lüftung, Raumverlegung oder Kommunikation an Nutzende.

Kommunikationsverfahren

Kommunikationsbereich

Zweck

Hitzewarnungen

Information der Campusnutzer über erwartete oder bestehende Wärmebelastung

Operative Updates

Koordination von Maßnahmen zwischen beteiligten Einheiten

Sicherheitshinweise

Unterstützung des richtigen Verhaltens bei Hitze

Wartungsmeldungen

Schnelle Bearbeitung technischer Störungen

Kommunikation sollte klar, rechtzeitig und zielgruppengerecht erfolgen. Studierende benötigen andere Informationen als technisches Personal, Prüfungsaufsichten oder Lehrende. Geeignete Kanäle sind E-Mail, Campus-App, digitale Anzeigen, Intranet, Gebäudebeschilderung und direkte Informationen an betroffene Organisationseinheiten.

Abteilungsübergreifende Koordination

Hitzeschutz kann nicht allein durch das Facility Management umgesetzt werden. Er erfordert abgestimmte Zusammenarbeit zwischen allen relevanten Campusbereichen.

Zu koordinieren sind insbesondere:

  • Facility Management

  • Arbeits- und Gesundheitsschutz

  • Akademische Verwaltung

  • Campusinstandhaltung

  • Sicherheitsdienst und Notfallorganisation

Für Hitzeperioden sollten klare Rollen, Eskalationswege und Entscheidungsbefugnisse festgelegt werden. Dadurch können technische, organisatorische und gesundheitliche Maßnahmen schnell zusammengeführt werden.