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Eigenleistung im Hochschul-FM

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Eigenleistungen im Hochschul Facility Management effizient planen und bewerten

Eigenleistung im universitären Facility Management

Eigenleistung im universitären Facility Management bezeichnet die Leistungen, die durch eigenes FM-Personal der Hochschule erbracht, gesteuert oder fachlich überwacht werden. Sie ist wichtig, um den Campusbetrieb zuverlässig aufrechtzuerhalten, technische Anlagen sicher zu betreiben, Nutzeranfragen strukturiert zu bearbeiten und das interne Wissen über Gebäude, Anlagen und Abläufe langfristig zu sichern.

Eigenleistung im Hochschul-Facility-Management

Rolle des internen FM-Personals

Internes Facility-Management-Personal stellt sicher, dass der tägliche Betrieb von Hochschulgebäuden, Außenanlagen, technischen Anlagen und unterstützenden Services funktioniert. Dazu gehören unter anderem die technische Betriebsführung, die Koordination von Wartungen, die Bearbeitung von Störungen, die Abstimmung mit Fachbereichen sowie die Sicherstellung der Nutzbarkeit von Lehr-, Forschungs- und Verwaltungsflächen.

Für Universitäten ist diese Rolle besonders relevant, weil der Gebäudebetrieb direkt mit Lehre, Forschung, Verwaltung, Laborbetrieb, Bibliotheksnutzung und Veranstaltungen verbunden ist. Störungen in der Gebäudetechnik, unklare Verantwortlichkeiten oder verzögerte Serviceleistungen können den Hochschulbetrieb unmittelbar beeinträchtigen.

Internes FM-Personal übernimmt dabei folgende Kernfunktionen:

  • Unterstützung des laufenden Gebäudebetriebs und der Campusfunktionalität

  • Sicherstellung sicherer, zuverlässiger und effizient nutzbarer Lern- und Arbeitsumgebungen

  • Koordination zwischen akademischen, administrativen und technischen Bereichen

  • Aufrechterhaltung der Betriebskontinuität und Servicequalität

  • Fachliche Bewertung von Störungen, Nutzeranforderungen und externen Leistungen

Strategische Bedeutung für Universitäten

Eigenleistung ist nicht nur eine operative Ressource, sondern auch ein strategischer Faktor für die Stabilität des Hochschulbetriebs. Durch eigenes Fachpersonal bleibt die Universität handlungsfähig, kann Leistungen besser steuern und behält wichtiges Wissen über ihre Gebäude und Prozesse im Haus.

Bereich

Beitrag zum universitären Facility Management

Betriebskontinuität

Sicherstellung unterbrechungsarmer Campusservices

Servicequalität

Unterstützung gleichbleibender FM-Leistungsstandards

Nutzerunterstützung

Reaktion auf Anforderungen von Studierenden, Lehrenden, Forschenden und Verwaltung

Risikoreduzierung

Unterstützung bei Sicherheits-, Betriebs- und Störungsmanagement

Institutionelle Stabilität

Erhalt von Organisationswissen, Zuständigkeiten und Betriebsverfahren

Eine angemessene Eigenleistung verbessert außerdem die Steuerungsfähigkeit gegenüber externen Dienstleistern. Die Universität kann Leistungen fachlich prüfen, Mängel erkennen, Prioritäten setzen und sicherstellen, dass externe Services den tatsächlichen Anforderungen des Campus entsprechen.

Technische Kompetenz

Technische Kompetenz ist eine Grundvoraussetzung für eine zuverlässige Eigenleistung im Facility Management. Interne FM-Mitarbeitende müssen die baulichen und technischen Gegebenheiten der Hochschule kennen und in der Lage sein, Anlagenzustände, Störungen und Instandhaltungsbedarfe fachlich zu bewerten.

Dazu gehört Wissen über zentrale Gebäudesysteme wie Heizung, Lüftung, Klima, Sanitär, Elektrotechnik, Gebäudeautomation, Brandschutztechnik, Aufzüge, Sicherheitsanlagen und Zugangssysteme. In Labor-, Forschungs- oder Spezialgebäuden sind zusätzlich Kenntnisse über besondere technische Anforderungen erforderlich, zum Beispiel Medienversorgung, Absaugtechnik, Notstromversorgung oder besondere Sicherheitsbereiche.

Technische Kompetenz umfasst insbesondere:

  • Kenntnis der Gebäudeanlagen und Campusinfrastruktur

  • Verständnis von Wartungs-, Inspektions- und Betriebsprozessen

  • Fähigkeit zur Bewertung technischer Serviceanforderungen

  • Grundkenntnisse zu Arbeitssicherheit, Betreiberpflichten und relevanten Compliance-Anforderungen

  • Fähigkeit, externe Fachfirmen technisch anzuleiten und deren Leistungen zu kontrollieren

Diese Kompetenz ermöglicht schnelle Entscheidungen im Tagesgeschäft und reduziert das Risiko, dass technische Probleme zu spät erkannt oder falsch priorisiert werden.

Administrative und Managementkompetenz

Neben technischem Wissen benötigt internes FM-Personal administrative und organisatorische Fähigkeiten. Universitäres Facility Management arbeitet mit vielen Beteiligten: Hochschulleitung, Fachbereichen, Studierenden, Verwaltung, Einkauf, Arbeitssicherheit, IT, externen Dienstleistern und Behörden. Deshalb müssen Prozesse klar dokumentiert, Leistungen koordiniert und Informationen nachvollziehbar weitergegeben werden.

Kompetenzbereich

Zweck

Servicekoordination

Sicherstellung wirksamer FM-Abläufe und klarer Zuständigkeiten

Dokumentationsmanagement

Pflege von Betriebsunterlagen, Prüfprotokollen und Wartungsnachweisen

Berichtswesen

Unterstützung von Monitoring, Steuerung und Entscheidungsfindung

Vertragsüberwachung

Kontrolle ausgelagerter Leistungen und Einhaltung vereinbarter Standards

Digitale Kompetenz

Nutzung von CAFM-Systemen, Ticketsystemen, Datenbanken und Berichtstools

Eine professionelle Verwaltung der FM-Prozesse ist besonders wichtig, weil Hochschulen oft über große, heterogene Gebäudebestände verfügen. Unterschiedliche Baujahre, Nutzungsarten und technische Ausstattungen erfordern eine verlässliche Organisation der Betriebsdaten.

Kompetenzentwicklung

Die Anforderungen an das Facility Management verändern sich durch neue Technologien, Nachhaltigkeitsziele, Energieeffizienzanforderungen, Digitalisierung und steigende Erwartungen der Nutzer. Deshalb muss die Kompetenz des internen Personals systematisch weiterentwickelt werden.

Wichtige Maßnahmen sind:

  • regelmäßige technische und organisatorische Schulungen

  • Weiterbildung zu Arbeitssicherheit, Brandschutz, Betreiberverantwortung und Notfallprozessen

  • Qualifizierung im Umgang mit CAFM-Systemen, digitalen Wartungsplänen und Berichtswerkzeugen

  • Training für Kommunikation, Serviceorientierung und Konfliktlösung

  • strukturierte Einarbeitung neuer Mitarbeitender

Kompetenzentwicklung sollte geplant und dokumentiert erfolgen. So kann die Universität sicherstellen, dass kritische Aufgaben nicht nur von einzelnen Personen abhängig sind und dass das FM-Team langfristig leistungsfähig bleibt.

Reaktionsfähigkeit im Gebäudebetrieb

Reaktionsfähigkeit beschreibt die Fähigkeit des Facility Managements, Störungen, Nutzeranfragen, Sicherheitsereignisse und dringende Betriebsanforderungen schnell, koordiniert und wirksam zu bearbeiten. In einer Universität ist dies besonders wichtig, da Lehrveranstaltungen, Prüfungen, Forschungsaktivitäten, Laborbetrieb und Veranstaltungen oft zeitkritisch sind.

Eine hohe Reaktionsfähigkeit reduziert Betriebsunterbrechungen, verhindert Folgeschäden und stärkt das Vertrauen der Nutzer in die FM-Organisation. Bei technischen Störungen, Sicherheitsmängeln oder hygienischen Problemen muss das interne FM-Personal schnell bewerten können, welche Maßnahmen erforderlich sind und welche Priorität der Vorgang hat.

Reaktionsfähigkeit unterstützt insbesondere:

  • schnelle Bearbeitung technischer Störungen und Notfälle

  • Reduzierung von Beeinträchtigungen für Lehre, Forschung und Verwaltung

  • zügige Bearbeitung von Instandhaltungsanfragen und Beschwerden

  • Sicherung der Betriebszuverlässigkeit und Campus-Sicherheit

  • klare Kommunikation gegenüber betroffenen Nutzergruppen

Wichtige Bereiche mit schnellem Reaktionsbedarf

Betriebsbereich

Bedeutung

Technische Ausfälle

Vermeidung von Unterbrechungen im Gebäudebetrieb

Sicherheitsvorfälle

Unterstützung sofortiger Korrektur- und Schutzmaßnahmen

Reinigung und Hygiene

Erhalt gesunder und nutzbarer Campusbedingungen

Nutzeranfragen

Verbesserung der Servicezufriedenheit

Veranstaltungsunterstützung

Sicherstellung der Betriebsbereitschaft von Räumen und Anlagen

Besonders kritisch sind Störungen, die mehrere Gebäude, sicherheitsrelevante Anlagen oder zentrale Lehr- und Forschungsflächen betreffen. Dazu zählen zum Beispiel Stromausfälle, Ausfälle der Lüftung in Laborbereichen, Wasserschäden, Defekte an Brandschutzeinrichtungen oder Zugangsprobleme in stark frequentierten Gebäuden.

Faktoren für eine wirksame Reaktionsfähigkeit

Wirksame Reaktionsfähigkeit entsteht nicht zufällig. Sie erfordert klare Prozesse, qualifiziertes Personal und verlässliche Informationen. Jede Störung muss erfasst, priorisiert, bearbeitet und dokumentiert werden. Zuständigkeiten und Eskalationswege müssen bekannt sein, damit keine Zeit durch unklare Entscheidungswege verloren geht.

Wichtige Voraussetzungen sind:

  • Verfügbarkeit qualifizierter FM-Mitarbeitender während der relevanten Betriebszeiten

  • klare Melde-, Kommunikations- und Eskalationsprozesse

  • Zugang zu Plänen, Anlagendaten, Wartungshistorien und Ansprechpartnern

  • definierte Verantwortlichkeiten für technische, organisatorische und sicherheitsrelevante Aufgaben

  • funktionierende Ticketsysteme oder vergleichbare Verfahren zur Nachverfolgung

  • regelmäßige Auswertung wiederkehrender Störungen

Ein professionelles FM-Team bewertet nicht nur einzelne Störungen, sondern erkennt Muster. Wiederkehrende Ausfälle können Hinweise auf Investitionsbedarf, mangelhafte Wartung oder veraltete Anlagen sein.

Bedeutung des Betreiberwissens

Betreiberwissen umfasst das praktische, technische und organisatorische Wissen über Gebäude, Anlagen, Nutzergruppen, Betriebsabläufe und bekannte Schwachstellen. In Universitäten ist dieses Wissen besonders wertvoll, weil der Gebäudebestand oft komplex ist und viele Flächen spezielle Nutzungsanforderungen haben.

Internes FM-Personal kennt häufig Details, die in Plänen oder Verträgen nicht vollständig abgebildet sind. Dazu gehören wiederkehrende Störungen, sensible Nutzungszeiten, besondere Laboranforderungen, Erfahrungswerte zu Anlagenverhalten oder informelle Abstimmungswege mit Fachbereichen.

Betreiberwissen unterstützt:

  • Verständnis der campusbezogenen Infrastruktur und technischen Systeme

  • Kenntnis der Betriebshistorie und wiederkehrender Probleme

  • Einschätzung von Nutzerbedarfen und Gebäudenutzungsmustern

  • Planung vorbeugender Instandhaltung

  • schnelle Priorisierung bei Störungen und Notfällen

Ohne dieses Wissen wird Facility Management reaktiver, langsamer und stärker abhängig von externen Informationen.

Arten von Betreiberwissen

Wissensart

Beitrag

Technisches Anlagenwissen

Unterstützung effizienter Wartung und Störungsbearbeitung

Instandhaltungshistorie

Grundlage für Fehlersuche, Planung und Budgetierung

Wissen über Campusbetrieb

Verbesserung von Koordination und Reaktionsfähigkeit

Wissen über Nutzeranforderungen

Verbesserung der Servicequalität

Wissen über Notfallprozesse

Unterstützung der Betriebssicherheit

Betreiberwissen ist besonders wichtig bei Entscheidungen über Wartungsintervalle, Prioritäten in der Instandhaltung, Modernisierungsbedarf und Betriebsrisiken. Es hilft, Maßnahmen nicht nur nach theoretischen Vorgaben, sondern nach tatsächlicher Nutzung und realem Anlagenzustand zu planen.

Betriebsrisiken durch Wissenslücken

Wissenslücken entstehen häufig durch Personalwechsel, unzureichende Dokumentation, fehlende Übergaben oder zu starke Abhängigkeit von einzelnen Personen. In der Praxis kann dies zu Verzögerungen, Fehlentscheidungen und höheren Kosten führen.

Typische Risiken sind:

  • längere Bearbeitungszeiten bei Störungen

  • ineffiziente Abläufe durch fehlende Erfahrungswerte

  • erhöhte Abhängigkeit von externen Dienstleistern

  • sinkende Servicequalität und geringere Betriebskontinuität

  • erschwerte Einarbeitung neuer Mitarbeitender

  • Verlust von Informationen zu Anlagenzustand, Nutzerbedarfen und früheren Maßnahmen

Deshalb muss Betreiberwissen aktiv gesichert, dokumentiert und innerhalb des FM-Teams geteilt werden.

Anforderungen an die Personalausstattung

Eine angemessene Personalausstattung ist erforderlich, um die FM-Aufgaben einer Universität zuverlässig zu erfüllen. Der tatsächliche Personalbedarf hängt von Größe und Struktur des Campus, Gebäudealter, technischer Komplexität, Nutzungszeiten, Sicherheitsanforderungen, Outsourcing-Anteil und Servicelevel ab.

Das interne FM-Team sollte technische, administrative und koordinierende Funktionen abdecken. Neben operativen Fachkräften werden Personen benötigt, die Leistungen steuern, Dokumentationen prüfen, Dienstleister überwachen, Nutzerkommunikation koordinieren und Berichte erstellen.

Zentrale Anforderungen sind:

  • ausreichende Anzahl qualifizierter FM-Mitarbeitender

  • Verfügbarkeit von technischem, administrativem und leitendem Personal

  • klar definierte Rollen, Verantwortlichkeiten und Vertretungsregelungen

  • flexible Einsatzfähigkeit bei wechselnden Campusanforderungen

  • angemessene Abdeckung kritischer Betriebszeiten und Bereitschaftsanforderungen

Eine zu geringe Personalausstattung führt häufig zu reaktivem Arbeiten, längeren Bearbeitungszeiten und einer Vernachlässigung vorbeugender Aufgaben.

Qualifikationsanforderungen

Anforderung

Zweck

Technische Qualifikation

Unterstützung des sicheren und zuverlässigen Gebäudebetriebs

FM-Erfahrung

Verbesserung der operativen Steuerung und Priorisierung

Sicherheitsschulung

Einhaltung von Vorgaben und Kontrolle betrieblicher Risiken

Digitale Fähigkeiten

Nutzung von FM-Software, Datenpflege und Berichtswesen

Kommunikationsfähigkeit

Verbesserung der Abstimmung mit Nutzern, Fachbereichen und Dienstleistern

Die Qualifikation des Personals muss zur jeweiligen Aufgabe passen. Technische Mitarbeitende benötigen fachliche Kenntnisse für Anlagenbetrieb und Instandhaltung. Koordinierende Mitarbeitende benötigen Prozessverständnis, Vertragskenntnisse und Kommunikationsstärke. Führungskräfte im FM benötigen zusätzlich Steuerungskompetenz, Kostenbewusstsein und die Fähigkeit, strategische Anforderungen der Universität in operative Maßnahmen zu übersetzen.

Personalentwicklung

Personalentwicklung sichert die langfristige Leistungsfähigkeit des internen FM. Sie sollte nicht nur auf einzelne Schulungen beschränkt sein, sondern als fortlaufender Prozess verstanden werden.

Wichtige Elemente sind:

  • Schulungs- und Zertifizierungsprogramme

  • strukturierte Wissensübergabe zwischen erfahrenen und neuen Mitarbeitenden

  • regelmäßige Leistungsbeurteilung und Verbesserungsmaßnahmen

  • Nachfolgeplanung für Schlüsselpositionen

  • Aufbau von Stellvertretungsregelungen für kritische Aufgaben

  • Förderung von digitaler, technischer und serviceorientierter Kompetenz

Besonders wichtig ist die Nachfolgeplanung für Rollen mit hohem Betreiberwissen. Wenn erfahrene Mitarbeitende ausscheiden, muss ihr Wissen rechtzeitig dokumentiert und weitergegeben werden.

Personalkostenbezogene Aufwendungen

Interne Eigenleistung verursacht direkte und indirekte Kosten. Dazu zählen Gehälter, Sozialleistungen, Weiterbildung, Arbeitsmittel, Fahrzeuge, IT-Systeme, persönliche Schutzausrüstung, administrative Unterstützung und Führungsaufwand. Diese Kosten müssen transparent geplant und regelmäßig bewertet werden.

Typische Kostenbereiche sind:

  • Gehälter und beschäftigungsbezogene Aufwendungen

  • Schulungs- und Weiterbildungskosten

  • Ausrüstung, Werkzeuge und betriebliche Unterstützung

  • Verwaltungs-, Koordinations- und Führungskosten

  • Kosten für digitale FM-Systeme und Dokumentationsprozesse

Diese Aufwendungen sind nicht isoliert zu betrachten. Sie stehen in direktem Zusammenhang mit Betriebssicherheit, Servicequalität, Reaktionsfähigkeit und langfristiger Kosteneffizienz.

Auswirkungen auf die Betriebskosten

Kostenelement

Betriebliche Auswirkung

Interne Personalausstattung

Erhöhung fixer Betriebskosten

Schulungsinvestitionen

Verbesserung der langfristigen Betriebsqualität

Schnelle Reaktionsfähigkeit

Reduzierung störungsbedingter Kosten

Wissenserhalt

Verringerung der Abhängigkeit von externen Dienstleistern

Vorbeugende Fachkompetenz

Reduzierung korrektiver Instandhaltungskosten

Interne Eigenleistung kann höhere Fixkosten verursachen, bietet jedoch Vorteile bei Steuerung, Reaktionsgeschwindigkeit und Wissenssicherung. Besonders bei kritischen Anlagen, häufigen Nutzeranfragen oder komplexen Gebäuden kann internes Personal Kosten vermeiden, indem Störungen schneller behoben und externe Leistungen gezielter beauftragt werden.

Überlegungen zum Kostenmanagement

Kostenmanagement im universitären FM bedeutet nicht, interne Leistungen pauschal zu reduzieren. Entscheidend ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Eigenleistung, Fremdleistung, Risiko, Servicequalität und Wirtschaftlichkeit.

Wichtige Steuerungsfragen sind:

  • Welche Aufgaben müssen aus Gründen der Betriebssicherheit intern beherrscht werden?

  • Welche Leistungen können wirtschaftlich und qualitätsgesichert extern vergeben werden?

  • Wie viele interne Mitarbeitende sind für die vereinbarten Servicelevel erforderlich?

  • Welche Kompetenzen müssen intern vorhanden sein, um externe Dienstleister wirksam zu steuern?

  • Wo kann vorbeugende Instandhaltung spätere Kosten reduzieren?

Eine fundierte Kostenbetrachtung berücksichtigt daher nicht nur Personalkosten, sondern auch Ausfallrisiken, Qualitätsverluste, Folgeschäden, Nutzerzufriedenheit und den Wert internen Wissens.

Bedeutung der Wissenssicherung

Wissenssicherung stellt sicher, dass technisches, organisatorisches und betriebliches Wissen dauerhaft verfügbar bleibt. Für Universitäten ist dies besonders wichtig, weil Gebäude und Anlagen langfristig betrieben werden und viele Informationen über Jahre hinweg relevant bleiben.

Ohne strukturierte Wissenssicherung besteht das Risiko, dass wichtige Informationen nur in den Köpfen einzelner Mitarbeitender vorhanden sind. Bei Krankheit, Ruhestand, Arbeitsplatzwechsel oder organisatorischen Veränderungen kann dieses Wissen verloren gehen.

Wissenssicherung unterstützt:

  • Erhalt technischer und betrieblicher Fachkenntnisse

  • Kontinuität bei Personalwechseln

  • Reduzierung von Wissensverlusten

  • bessere langfristige Planung und FM-Leistung

  • schnellere Einarbeitung neuer Mitarbeitender

  • nachvollziehbare Entscheidungen im Gebäudebetrieb

Methoden der Wissenssicherung

Methode

Zweck

Standardisierte Dokumentation

Sicherung von Betriebsverfahren und Zuständigkeiten

Wartungs- und Instandhaltungsnachweise

Erhalt der technischen Historie

Schulungsprogramme

Weitergabe von betrieblichem Fachwissen

Digitale FM-Systeme

Speicherung und Verwaltung von Betriebsdaten

Nachfolgeplanung

Sicherung der Wissenskontinuität

Wissenssicherung sollte in den normalen FM-Prozess integriert sein. Jede Wartung, Störung, Prüfung, Maßnahme und relevante Nutzeranforderung sollte nachvollziehbar dokumentiert werden. Digitale Systeme können dabei helfen, Informationen zentral zu speichern und für berechtigte Personen zugänglich zu machen.

Wichtig ist auch die Qualität der Daten. Veraltete, unvollständige oder uneinheitliche Informationen können zu Fehlentscheidungen führen. Deshalb müssen Dokumentationsstandards, Verantwortlichkeiten und Aktualisierungsprozesse klar definiert sein.

Risiken ohne Wissenssicherung

Fehlende Wissenssicherung führt zu operativen Schwächen und erhöhtem Aufwand. Neue Mitarbeitende benötigen länger, um sich einzuarbeiten. Externe Dienstleister müssen häufiger beauftragt werden, weil interne Informationen fehlen. Entscheidungen werden stärker personenbezogen und weniger prozessgestützt getroffen.

Typische Risiken sind:

  • Verlust der Betriebskontinuität

  • erhöhter Einarbeitungs- und Schulungsaufwand

  • geringere Effizienz im Gebäudebetrieb

  • Abhängigkeit von individuellem Erfahrungswissen

  • wiederholte Fehler durch fehlende Dokumentation

  • geringere Transparenz bei Instandhaltungs- und Investitionsentscheidungen

Eine professionelle FM-Organisation behandelt Wissen daher als betriebliche Ressource, die aktiv gepflegt und geschützt werden muss.

Operative Integration

Eigenleistung muss in die Gesamtorganisation des universitären Facility Managements eingebunden sein. Interne FM-Mitarbeitende dürfen nicht isoliert arbeiten, sondern müssen mit Hochschulleitung, Fakultäten, Verwaltung, Arbeitssicherheit, IT, Einkauf, externen Dienstleistern und Nutzern abgestimmt handeln.

Operative Integration bedeutet, dass FM-Leistungen an den Zielen und Anforderungen der Universität ausgerichtet werden. Dazu gehören verlässliche Prozesse für Störungsmeldungen, Raum- und Veranstaltungsanforderungen, Wartungsplanung, Dienstleistersteuerung, Sicherheitsfragen und interne Kommunikation.

Wichtige Integrationsaufgaben sind:

  • Koordination des FM-Personals mit universitären Fachbereichen und Verwaltungsstellen

  • Ausrichtung der FM-Services an institutionellen Zielen

  • Unterstützung von Betriebseffizienz und Nutzerzufriedenheit

  • Beitrag zur kontinuierlichen Verbesserung der Servicequalität

  • transparente Steuerung von Eigen- und Fremdleistungen

  • klare Kommunikation von Zuständigkeiten, Prioritäten und Bearbeitungsständen

Eine gute Integration erhöht die Verlässlichkeit des FM-Betriebs und reduziert Reibungsverluste zwischen technischen, administrativen und akademischen Bereichen.

Beitrag zu nachhaltigem FM-Betrieb

Interne FM-Mitarbeitende leisten einen wichtigen Beitrag zu einem nachhaltigen und langfristig stabilen Campusbetrieb. Nachhaltigkeit bedeutet in diesem Zusammenhang nicht nur Energieeffizienz, sondern auch wirtschaftlicher Ressourceneinsatz, Erhalt von Gebäudewerten, Betriebssicherheit, Servicequalität und Wissenskontinuität.

Betriebsziel

Beitrag des internen FM-Personals

Servicezuverlässigkeit

Aufrechterhaltung der Betriebskontinuität

Qualitätssicherung

Unterstützung einheitlicher Service- und Leistungsstandards

Wissenserhalt

Sicherung institutioneller und technischer Fachkenntnisse

Kostenbewusstsein

Unterstützung eines effizienten Ressourceneinsatzes

Campusunterstützung

Verbesserung der operativen Leistungsfähigkeit der Universität

Durch qualifiziertes internes Personal kann die Universität ihre Gebäude aktiver steuern, Risiken früher erkennen und Leistungen besser an den tatsächlichen Bedarf anpassen. Die Eigenleistung bildet damit eine wesentliche Grundlage für einen sicheren, wirtschaftlichen und nutzerorientierten Hochschulbetrieb.