Facility Management für Forschung und wissenschaftliche Infrastruktur
Facility Management: Hochschulen » FM-Zielbild » Kerngeschäft der Hochschule » Forschung und wissenschaftliche Infrastruktur
Forschung und wissenschaftliche Infrastruktur
Facility Management für Forschungs- und Wissenschaftsinfrastruktur ist eine zentrale universitäre Funktion, da Forschung nur dann zuverlässig, sicher und leistungsfähig stattfinden kann, wenn Gebäude, technische Anlagen, Labore, Werkstätten, Reinräume, Spezialmedien und kritische Versorgungssysteme kontrolliert, verfügbar und fachgerecht betrieben werden. Im Unterschied zum klassischen Gebäudebetrieb erfordert Facility Management in Forschungsumgebungen ein hohes Maß an technischer Präzision, Sicherheitsbewusstsein, Risikosteuerung und Nutzerkoordination, da Forschungsprozesse häufig von stabilen Raumklimabedingungen, kontinuierlicher Energieversorgung, funktionierender Lüftung, gesicherter Medienversorgung, Zugangskontrolle, technischer Dokumentation und planbarer Instandhaltung abhängen. Dadurch ermöglicht und schützt Facility Management wissenschaftliche Arbeit, reduziert Ausfallrisiken, sichert spezialisierte Räume, schützt wertvolle Geräte und Proben, unterstützt die Einhaltung von Sicherheitsanforderungen und sorgt dafür, dass Forschung ohne vermeidbare technische, räumliche oder sicherheitsrelevante Unterbrechungen durchgeführt werden kann.
Forschungsinfrastruktur im Hochschulbetrieb
- Strategische Bedeutung
- Betrieb von Laboren
- Werkstätten
- Reinräume
- Großgeräte
- Sondermedien
- Forschungsflächen
- Kritische technische Infrastruktur
- Sicherheit, Risikomanagement und Betreiberverantwortung
- Instandhaltung und Servicekoordination
- Schnittstellenmanagement mit Forschenden und wissenschaftlichen Einheiten
Strategische Bedeutung für die Forschungsfunktion der Universität
Facility Management ist für die Forschung von strategischer Bedeutung, weil es die operativen Voraussetzungen für wissenschaftliche Leistung schafft. Forschungseinrichtungen sind nicht nur Gebäude mit Arbeitsplätzen, sondern komplexe technische Systeme, in denen Räume, Anlagen, Sicherheitsfunktionen, Versorgungssysteme und wissenschaftliche Geräte eng miteinander verbunden sind.
Ein Ausfall der Gebäudetechnik kann unmittelbare Auswirkungen auf Experimente, Messreihen, Langzeitstudien, Probenlagerung, Projektfristen und Drittmittelvorhaben haben. Daher muss Facility Management Forschungsinfrastruktur mit einer höheren Priorität behandeln als rein administrative Flächen. Besonders kritisch sind Bereiche, in denen technische Störungen Datenverluste, Materialschäden, Sicherheitsrisiken oder Verzögerungen in Forschungsprojekten verursachen können.
Facility Management unterstützt die Universität außerdem bei ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Eine professionell betriebene Forschungsinfrastruktur verbessert die Voraussetzungen für Kooperationen, Förderprojekte, Berufungen, internationale Partnerschaften und die Gewinnung qualifizierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.
| FM-Beitrag | Bedeutung für Forschung und wissenschaftliche Infrastruktur |
|---|---|
| Betriebskontinuität | Verhindert Unterbrechungen von Experimenten, Messungen, Prüfungen und langfristigen Forschungsprozessen. |
| Technische Zuverlässigkeit | Stellt sicher, dass Gebäudesysteme, Spezialmedien und Schnittstellen zu wissenschaftlichen Geräten funktionsfähig bleiben. |
| Sicherheit und Regelkonformität | Unterstützt den sicheren Betrieb von Laboren, Werkstätten, Reinräumen und technischen Bereichen. |
| Schutz von Vermögenswerten | Schützt wertvolle Instrumente, Proben, Materialien, Prototypen und Forschungsdaten. |
| Forschungsproduktivität | Ermöglicht es Forschenden, sich auf wissenschaftliche Arbeit zu konzentrieren, statt betriebliche Mängel zu kompensieren. |
| Institutionelle Wettbewerbsfähigkeit | Stärkt die Fähigkeit der Universität, Forschungsprojekte, Fördermittel, Partner und Talente zu gewinnen. |
Labore als kontrollierte Forschungsumgebungen
Labore sind zentrale Forschungsbereiche und erfordern besondere Aufmerksamkeit im Facility Management. Sie verbinden wissenschaftliche Nutzung mit anspruchsvoller Gebäudetechnik, Sicherheitsanforderungen, gesetzlichen und organisatorischen Vorgaben sowie hohen Anforderungen an Verfügbarkeit und Kontrolle.
Ein professionell betriebenes Labor benötigt zuverlässige Lüftung, stabile Stromversorgung, Wasser- und Abwassersysteme, Gasversorgung, Druckluft, Vakuum, Notduschen, Augenspülstationen, Brandschutz, Zutrittskontrolle, Abfallmanagement und eine abgestimmte Instandhaltung. Diese Systeme müssen nicht nur vorhanden sein, sondern auch regelmäßig geprüft, dokumentiert und an die Nutzung des Labors angepasst werden.
Die wichtigste Aufgabe des Facility Managements besteht darin, Laborbedingungen zu erhalten, die sicheres, genaues und kontinuierliches Arbeiten ermöglichen. Fehler in Lüftung, Temperaturregelung, Medienversorgung, Alarmierung oder Zugangskontrolle können Forschungsergebnisse verfälschen, Proben beschädigen, Geräte gefährden oder Mitarbeitende Risiken aussetzen.
Facility Management muss daher eng mit Laborleitungen, Sicherheitsbeauftragten, technischen Fachkräften und wissenschaftlichen Nutzergruppen zusammenarbeiten. Vor Änderungen an Laborflächen, neuen Geräten, Medienanschlüssen oder Nutzungsarten ist eine technische und sicherheitsbezogene Bewertung erforderlich. Dadurch werden Fehlanschlüsse, Überlastungen, unzulässige Nutzungen und ungeplante Betriebsrisiken vermieden.
| Laboranforderung | Relevanz für Facility Management |
|---|---|
| Lüftung und Luftwechsel | Unterstützt Sicherheit, Luftqualität und den Umgang mit gefährlichen Stoffen. |
| Technische Medienversorgung | Stellt Gase, Wasser, Druckluft, Vakuum oder weitere erforderliche Medien bereit. |
| Notfallsysteme | Sichert die Verfügbarkeit von Notduschen, Augenspülstationen, Alarmen und Abschaltsystemen. |
| Zutritt und Sicherheit | Schützt eingeschränkte Bereiche, Materialien, Geräte und Forschungsprozesse. |
| Instandhaltungskoordination | Verhindert Störungen durch Abstimmung von Servicearbeiten mit Forschungsabläufen. |
Werkstätten als technische Unterstützungsinfrastruktur
Wissenschaftliche und technische Werkstätten sind ein wichtiger Bestandteil der Forschungsinfrastruktur. Sie unterstützen Prototypenbau, Reparaturen, Prüfaufbauten, Anpassungen von Geräten, Lehrversuche, Materialbearbeitung und die Vorbereitung experimenteller Arbeiten.
Diese Bereiche enthalten häufig Maschinen, Werkzeuge, elektrische Betriebsmittel, Absauganlagen, Druckluft, Materiallager, Prüfplätze und spezialisierte Arbeitsstationen. Dadurch entstehen besondere Anforderungen an Arbeitssicherheit, technische Ordnung, Flächenorganisation und Instandhaltung.
Facility Management muss sicherstellen, dass Werkstätten sicher, funktional und für technische Arbeiten geeignet bleiben. Dazu gehören die regelmäßige Prüfung von Maschinen und elektrischen Anlagen, funktionierende Absaugung, ausreichende Beleuchtung, belastbare Bodenflächen, geordnete Lagerung, geregelte Abfallentsorgung und eindeutig festgelegte Verantwortlichkeiten.
Besondere Aufmerksamkeit erfordert die Schnittstelle zwischen Werkstattbetrieb und Forschungsbetrieb. Forschungsprojekte arbeiten häufig mit kurzfristigen Änderungen, Sonderanfertigungen oder experimentellen Aufbauten. Facility Management muss solche Anforderungen unterstützen, ohne die technische Sicherheit, den Brandschutz, Fluchtwege, Traglasten oder die Ordnung der Werkstatt zu gefährden.
Ein gut organisiertes Werkstatt-FM reduziert Ausfallzeiten, verhindert unsichere Improvisationen und stellt sicher, dass technische Unterstützungsleistungen zuverlässig erbracht werden können.
Reinräume und kontrollierte Umgebungen
Reinräume und andere kontrollierte Umgebungen stellen besonders hohe Anforderungen an das Facility Management. In diesen Bereichen kann die Forschungsqualität von Partikelkontrolle, Druckkaskaden, Luftfiltration, Feuchte, Temperatur, Reinigungsdisziplin, Zutrittsregeln und kontinuierlicher Überwachung abhängen.
Schon geringe Abweichungen können Experimente beeinträchtigen, Materialien kontaminieren, Messergebnisse verfälschen oder ganze Forschungsprozesse ungültig machen. Facility Management muss deshalb sicherstellen, dass technische Anlagen, Reinigungsabläufe, Wartungsarbeiten und Nutzerverhalten auf die geforderte Umgebungsklasse abgestimmt sind.
Zu den zentralen Aufgaben gehören geplante Instandhaltung, Filtermanagement, Kontrolle der Lüftungstechnik, Überwachung von Temperatur und Feuchte, Reinigung nach festgelegten Verfahren, Störungsmanagement, Alarmierung und die Koordination von Zutrittsberechtigungen. Servicearbeiten müssen so geplant werden, dass die Reinraumbedingungen möglichst wenig beeinträchtigt werden.
Nach Eingriffen in Reinräume oder kontrollierte Umgebungen sind Funktionskontrollen und gegebenenfalls Wiederfreigaben erforderlich. Nur so kann sichergestellt werden, dass die definierten Umgebungsbedingungen wieder erreicht und die Forschungsprozesse fortgesetzt werden können.
| Faktor kontrollierter Umgebungen | Bedeutung |
|---|---|
| Partikelkontrolle | Schützt empfindliche Forschungsprozesse und Materialien vor Kontamination. |
| Druckkontrolle | Erhält die Trennung zwischen reinen, kontrollierten und angrenzenden Bereichen. |
| Temperatur und Luftfeuchte | Unterstützt stabile Prozessbedingungen und die Leistungsfähigkeit technischer Geräte. |
| Spezialisierte Reinigung | Sichert erforderliche Reinheitsniveaus und verhindert Kontamination. |
| Monitoring und Alarme | Ermöglicht die frühzeitige Erkennung von Abweichungen von den Sollbedingungen. |
Großgeräte und hochwertige wissenschaftliche Anlagen
Großgeräte und hochwertige wissenschaftliche Anlagen sind kritische Bestandteile der Forschungsinfrastruktur. Dazu zählen zum Beispiel Mikroskopiesysteme, Prüfstände, Klimakammern, Scanner, Messsysteme, Fertigungsanlagen, Simulationsanlagen und weitere komplexe wissenschaftliche Instrumente.
Diese Anlagen stellen häufig präzise Anforderungen an Raum, Stromqualität, Kühlung, Erschütterungsfreiheit, Luftqualität, Temperatur, Feuchte, Sicherheit, Zugang und Wartung. Facility Management muss diese Anforderungen bereits bei Planung, Installation und Betrieb berücksichtigen. Eine ungeeignete Raumumgebung kann die Leistungsfähigkeit wissenschaftlicher Geräte verringern oder zu Schäden führen.
Besonders wichtig sind technische Schnittstellen. Stromversorgung, Notstrom, USV, Kühlwasser, Abluft, Datenanschlüsse, Bodenbelastbarkeit und Transportwege müssen mit den Geräteanforderungen abgeglichen werden. Auch die Wartbarkeit muss sichergestellt sein. Geräte dürfen nicht so aufgestellt werden, dass Servicezugänge blockiert, Fluchtwege eingeschränkt oder technische Anlagen überlastet werden.
Facility Management trägt damit direkt zum Schutz von Investitionen bei. Hochwertige Forschungsgeräte haben nicht nur einen hohen finanziellen Wert, sondern sind oft auch für Projektfristen, Forschungsdaten und wissenschaftliche Reputation entscheidend. Eine verlässliche Betriebsumgebung verlängert die Nutzungsdauer, verbessert die Messstabilität und reduziert ungeplante Ausfälle.
Spezialmedien und technische Versorgungssysteme
Spezialmedien sind für viele Forschungsbereiche unverzichtbar. Sie können Laborgase, Druckluft, Vakuum, deionisiertes Wasser, Kühlwasser, Dampf, Prozesswasser, Abluftsysteme, Stickstoff, Sauerstoff, technische Gase oder weitere fachbereichsspezifische Versorgungssysteme umfassen.
Facility Management muss diese Systeme als kritische Betriebsinfrastruktur behandeln. Entscheidend sind Verfügbarkeit, Druckstabilität, Medienqualität, Reinheit, sichere Leitungsführung, korrekte Kennzeichnung, Leckagevermeidung, Notabschaltung, Wartung und nachvollziehbare Dokumentation.
Die Bedeutung liegt darin, dass Forschung nur dann verlässlich durchgeführt werden kann, wenn das richtige Medium in der erforderlichen Qualität, Menge und Sicherheit bereitsteht. Druckschwankungen, Verunreinigungen, Leckagen oder unklare Zuständigkeiten können Experimente beeinträchtigen, Geräte beschädigen oder Sicherheitsrisiken verursachen.
Facility Management muss daher klare Betriebsprozesse festlegen. Dazu gehören regelmäßige Prüfungen, Zustandskontrollen, Störungsmeldungen, Freigabeverfahren, Dokumentation von Leitungsnetzen, Abstimmung mit Nutzern und eine klare Regelung, wer Änderungen an Medienanschlüssen planen, ausführen und freigeben darf.
| Bereich Spezialmedien | Bedeutung für Facility Management |
|---|---|
| Verfügbarkeit | Stellt sicher, dass Forschungsprozesse ohne Unterbrechung durchgeführt werden können. |
| Qualität und Reinheit | Schützt Experimente, Geräte und Messgenauigkeit. |
| Druck- und Durchflussstabilität | Unterstützt den stabilen Betrieb von Instrumenten und technischen Prozessen. |
| Sicherheitskontrollen | Reduziert Risiken im Zusammenhang mit Gasen, Drucksystemen und gefährlichen Medien. |
| Dokumentation | Unterstützt Rückverfolgbarkeit, Instandhaltungsplanung und Betreiberverantwortung. |
Forschungsbereiche und flexible wissenschaftliche Arbeitsflächen
Forschungsbereiche umfassen Projekträume, Messräume, Probenvorbereitungsbereiche, Lagerflächen, Kooperationszonen, Geräteräume und Sondernutzungsflächen. Diese Räume müssen anpassungsfähig sein, weil Forschungsprojekte sich verändern, neue Geräte installiert werden, Teams wechseln und befristete Drittmittelprojekte spezifische Anforderungen mit sich bringen.
Facility Management muss diese Flexibilität ermöglichen, ohne Sicherheit, Ordnung und technische Kompatibilität zu gefährden. Jede räumliche Veränderung sollte vorab darauf geprüft werden, ob Stromversorgung, Lüftung, Medienanschlüsse, Lastreserven, Brandschutz, Zugang, Fluchtwege, Reinigung und Instandhaltung weiterhin gewährleistet sind.
Ein strukturiertes Flächenmanagement ist dafür unerlässlich. Räume müssen nach Nutzung, technischer Ausstattung, Risikoklasse, Verantwortlichkeit und Belegungsstatus erfasst werden. So kann Facility Management schnell beurteilen, ob ein Raum für eine neue Nutzung geeignet ist oder welche Anpassungen erforderlich sind.
Auch temporäre Forschungsaufbauten benötigen klare Regeln. Provisorische Installationen, zusätzliche Geräte, Kabel, Lagerungen oder Versuchsanordnungen dürfen keine Sicherheitsmängel verursachen. Facility Management sollte daher frühzeitig in Projektplanungen eingebunden werden und Forschungseinheiten bei der praktischen Umsetzung unterstützen.
Kritische technische Infrastruktur
Kritische technische Infrastrukturen sind Gebäude- und Versorgungssysteme, deren Ausfall Forschung unmittelbar stören oder Schäden verursachen kann. Dazu zählen Stromversorgung, Notstrom, USV-Anlagen, Lüftung, Kühlung, Gebäudeautomation, Zutrittskontrolle, Brandschutz, Netzwerkschnittstellen, Monitoring-Systeme und Alarmanlagen.
Facility Management muss identifizieren, welche Anlagen und Räume forschungskritisch sind. Nicht jede Störung hat dieselbe Priorität. Ein Ausfall in einem Bürobereich unterscheidet sich deutlich von einem Ausfall in einem Labor, Reinraum, Serverraum, Kühlraum oder Messraum mit Langzeitexperimenten.
Für kritische Infrastruktur sind vorbeugende Instandhaltung, Zustandsüberwachung, Redundanzbewertung, Alarmmanagement, Eskalationswege und Notfallprozesse erforderlich. Reaktionszeiten müssen definiert und Zuständigkeiten eindeutig festgelegt werden. Ebenso wichtig ist eine aktuelle Dokumentation, damit Störungen schnell lokalisiert und behoben werden können.
Facility Management sollte außerdem prüfen, ob Forschungsprozesse bei Ausfall bestimmter Systeme abgesichert sind. Dazu gehören Fragen nach Ersatzstrom, Notabschaltung, Datenkontinuität, Temperaturhaltung, Alarmweiterleitung und Kommunikationswegen im Störungsfall.
| Kritische Infrastruktur | Relevanz für die Forschung |
|---|---|
| Stromversorgung und USV | Schützt empfindliche Geräte, Experimente und Datenkontinuität. |
| Lüftung und Abluft | Unterstützt Laborsicherheit und Prozessstabilität. |
| Kühlsysteme | Verhindert Überhitzung von Geräten und Technikräumen. |
| Gebäudeautomation | Steuert und überwacht komplexe technische Umgebungen. |
| Brandschutz und Alarme | Schützt Menschen, Geräte, Proben und Forschungsbereiche. |
| Zutrittskontrolle | Sichert eingeschränkte Forschungsflächen und wertvolle Vermögenswerte. |
Sicherheit, Risikomanagement und Betreiberverantwortung
Facility Management in Forschungsumgebungen erfordert ein starkes Sicherheits- und Risikomanagement. Labore, Werkstätten, Reinräume und technische Bereiche können mit Gefahrstoffen, Maschinen, Drucksystemen, elektrischen Risiken, biologischen Materialien, hochwertigen Anlagen oder sensiblen Daten verbunden sein.
Facility Management muss dazu beitragen, dass diese Infrastruktur sicher, regelkonform und nachvollziehbar betrieben wird. Dazu gehören klare Zuständigkeiten, regelmäßige Inspektionen, Wartungsnachweise, Prüfprotokolle, Betriebsanweisungen, Notfallverfahren und die Zusammenarbeit mit Sicherheitsfunktionen.
Betreiberverantwortung bedeutet, dass die Universität und ihre beauftragten Organisationseinheiten sicherstellen müssen, dass Räume, Anlagen und technische Systeme ordnungsgemäß betrieben werden. Facility Management spielt dabei eine zentrale Rolle, weil es viele operative Pflichten steuert, dokumentiert oder koordiniert.
Besonders wichtig ist die Abgrenzung von Verantwortlichkeiten. Universitätsleitung, Facility-Management-Einheiten, Forschende, Laborleitungen, Sicherheitsbeauftragte, externe Dienstleister und Fremdfirmen müssen wissen, wofür sie verantwortlich sind und welche Änderungen freigegeben werden müssen. Unklare Zuständigkeiten führen zu Sicherheitslücken, Verzögerungen und erhöhtem Haftungsrisiko.
Ein wirksames Risikomanagement sollte Gefährdungen frühzeitig erkennen, Maßnahmen priorisieren und sicherstellen, dass technische, organisatorische und personelle Schutzmaßnahmen zusammenwirken.
Instandhaltung und Servicekoordination
Instandhaltung in Forschungsumgebungen muss sorgfältig geplant und eng abgestimmt werden. Unkoordinierte Abschaltungen, Lärm, Staub, Zugangsbeschränkungen, Vibrationen oder technische Unterbrechungen können Experimente stören, Proben gefährden oder wissenschaftliche Daten beeinträchtigen.
Facility Management muss Wartungsfenster mit Forschenden, Laborleitungen, Werkstattleitungen, Geräteverantwortlichen und externen Dienstleistern koordinieren. Vor jeder Maßnahme sollte geprüft werden, welche Räume, Anlagen, Medien, Geräte und Forschungsprozesse betroffen sind. Besonders bei Langzeitversuchen, empfindlichen Messungen oder laufenden Laborprozessen ist eine frühzeitige Abstimmung notwendig.
Ein strukturierter Instandhaltungsansatz umfasst vorbeugende Wartung, Störungsreaktion, Ersatzteilplanung, Dienstleistersteuerung, Abschaltplanung, Sicherheitsfreigaben und Funktionsprüfung nach Abschluss der Arbeiten. Nach kritischen Eingriffen sollte bestätigt werden, dass Anlagen wieder ordnungsgemäß funktionieren und die vereinbarten Betriebsbedingungen erreicht werden.
Servicekoordination bedeutet auch, Fremdfirmen kontrolliert in Forschungsbereiche einzubinden. Zutritt, Einweisung, Arbeitsschutz, Reinheitsanforderungen, Sicherheitsregeln, Dokumentation und Kommunikation müssen vor Arbeitsbeginn geklärt sein. Dadurch werden Betriebsstörungen reduziert und die Sicherheit der Forschungseinrichtung verbessert.
Schnittstellenmanagement mit Forschenden und wissenschaftlichen Einheiten
Facility Management für Forschungsinfrastruktur hängt stark von der Zusammenarbeit mit Fakultäten, Instituten, Laborleitungen, Projektleitungen, technischen Mitarbeitenden und externen Dienstleistern ab. Forschungseinheiten haben oft sehr spezifische Anforderungen, die in technisch machbare und betrieblich sichere FM-Maßnahmen übersetzt werden müssen.
Ein professionelles Schnittstellenmanagement stellt sicher, dass Anforderungen frühzeitig verstanden, bewertet und umgesetzt werden. Dazu gehören neue Geräteinstallationen, Raumänderungen, Medienanschlüsse, Sonderreinigungen, Sicherheitsanforderungen, Zugangskonzepte, Instandhaltungsfenster und Störungsmeldungen.
Facility Management sollte nicht erst bei Problemen eingebunden werden, sondern bereits in der Planungsphase neuer Forschungsprojekte. So können technische Grenzen, Kosten, Risiken, Zeitpläne und Genehmigungsprozesse realistisch eingeschätzt werden.
Eine klare Kommunikation ist entscheidend. Forschende müssen wissen, wie sie Störungen melden, Änderungen beantragen, Serviceleistungen anfordern und kritische Betriebszustände kommunizieren können. Facility Management wiederum benötigt verlässliche Informationen zu Forschungsabläufen, Prioritäten, sensiblen Zeiten und besonderen Risiken.
| Schnittstellenanforderung | Bedeutung für Facility Management |
|---|---|
| Klärung von Anforderungen | Stellt sicher, dass technische und räumliche Bedürfnisse vor der Umsetzung verstanden werden. |
| Koordination von Änderungen | Verhindert unsichere oder nicht kompatible Änderungen an Räumen und Systemen. |
| Störungskommunikation | Ermöglicht schnelle Reaktion auf Unterbrechungen, die Forschungsarbeit beeinträchtigen. |
| Zutrittskoordination | Bringt Sicherheit, betriebliche Anforderungen und Dienstleisterzugang in Einklang. |
| Projektunterstützung | Hilft, Infrastruktur mit neuen Forschungsprojekten und Geräteinstallationen abzustimmen. |
Facility Management für Forschungs- und Wissenschaftsinfrastruktur ist wichtig, weil es wissenschaftliche Arbeit durch sichere, zuverlässige und spezialisierte Betriebsbedingungen ermöglicht. Labore, Werkstätten, Reinräume, Großgeräte, Spezialmedien, Forschungsflächen und kritische technische Infrastrukturen müssen als zusammenhängendes FM-System betrachtet und gesteuert werden.
Die wesentlichen Aufgaben bestehen darin, Betriebskontinuität zu sichern, Risiken zu reduzieren, technische Zuverlässigkeit herzustellen, Sicherheitsanforderungen umzusetzen, Verantwortlichkeiten zu klären, Instandhaltung zu koordinieren und die Anforderungen der Forschung in betriebliche Lösungen zu übersetzen.
Ein professionelles Facility Management schützt nicht nur Gebäude und Anlagen, sondern auch Forschungsergebnisse, Proben, Daten, Investitionen und institutionelle Reputation. Es trägt dazu bei, dass die Universität ihre wissenschaftliche Leistungsfähigkeit langfristig erhalten und weiterentwickeln kann.
