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Campus als Lern-, Forschungs- und Arbeitsort

Facility Management: Hochschulen » Campus » Entwicklung & Planung » Lern-, Forschungs- & Arbeitscampus

Campus als Lern-, Forschungs- und Arbeitsort für Hochschulen

Campus als Lern-, Forschungs- und Arbeitsort

Der Campus als Lern-, Forschungs- und Arbeitsort beschreibt, wie die physische Hochschulumgebung Lernen, Forschung, Arbeit, Austausch und Aufenthalt wirksam unterstützt. Aus Sicht des Facility Managements ist der Campus nicht nur eine Ansammlung von Gebäuden, Räumen und Außenflächen, sondern ein zusammenhängendes akademisches Umfeld, das täglich von Studierenden, Forschenden, Lehrenden, Mitarbeitenden, Partnern und Besuchern genutzt wird. Die Qualität dieses Umfelds beeinflusst Konzentration, Zusammenarbeit, Sicherheit, Orientierung, institutionelle Identität und die allgemeine Zufriedenheit der Nutzerinnen und Nutzer. Facility Management stellt sicher, dass Flächen, technische Infrastruktur, Services und Betriebsprozesse so geplant, betrieben und weiterentwickelt werden, dass sie den akademischen Anforderungen entsprechen und langfristig nutzbar bleiben.

Campus als integrierter Lern- und Forschungsort

Ort der Wissensschaffung

Der Campus bildet die räumliche Grundlage für Lehre, Forschung, Reflexion und akademischen Austausch. Hörsäle, Seminarräume, Labore, Bibliotheken, Lernbereiche und digitale Arbeitsumgebungen müssen so betrieben werden, dass sie zuverlässiges Lernen und Forschen ermöglichen. Facility Management sorgt dabei für funktionierende Technik, sichere Nutzung, angemessene Raumqualität, Reinigung, Wartung und eine bedarfsgerechte Ausstattung.

Ort der akademischen Gemeinschaft

Ein Campus unterstützt nicht nur formale Lehr- und Forschungsprozesse, sondern auch Zugehörigkeit und Gemeinschaft. Informelle Begegnungen in Foyers, Cafés, Lernzonen, Innenhöfen oder auf Hauptwegen stärken die Verbindung zwischen Studierenden, Mitarbeitenden und Fachbereichen. Aus FM-Sicht müssen diese Bereiche gut erreichbar, gepflegt, sicher und einladend sein.

Ort der Arbeit, Konzentration und Zusammenarbeit

Der Campus muss unterschiedliche Arbeitsformen ermöglichen. Dazu gehören ruhige Bereiche für konzentriertes Arbeiten ebenso wie flexible Räume für Gruppenarbeit, Projektbesprechungen und interdisziplinäre Zusammenarbeit. Facility Management muss diese Anforderungen durch passende Zonierung, Akustik, Möblierung, technische Ausstattung und klare Nutzungsregeln unterstützen.

Ort der Erfahrung

Die Nutzerinnen und Nutzer erleben die Universität über den Zustand und die Qualität des Campus. Sauberkeit, Orientierung, Beleuchtung, Außenanlagen, Sicherheit, Servicequalität und der Pflegezustand von Gebäuden prägen den Gesamteindruck. Ein gut geführter Campus vermittelt Professionalität, Verlässlichkeit und akademische Identität.

Offenheit und Zugänglichkeit

Akademische Kultur lebt von Austausch, Sichtbarkeit und Zugänglichkeit. Räume sollten Begegnung ermöglichen, ohne Sicherheit, Vertraulichkeit oder konzentriertes Arbeiten zu beeinträchtigen. Gut auffindbare Eingänge, transparente Erdgeschosszonen, offene Lernbereiche und verständliche Wegeführungen unterstützen eine offene Campusatmosphäre.

Konzentration und Ruhe

Gleichzeitig braucht akademische Arbeit geschützte Räume. Studierende, Forschende und Mitarbeitende benötigen Bereiche, in denen sie lesen, schreiben, analysieren, vorbereiten und nachdenken können. Räumliche Qualität entsteht hier durch akustischen Schutz, gute Beleuchtung, ergonomische Arbeitsplätze, angenehmes Raumklima und störungsarme Lage.

Zusammenarbeit und Identität

Kollaborative Räume fördern Gruppenarbeit, Projektentwicklung und interdisziplinären Austausch. Die räumliche Gestaltung sollte flexible Möblierung, technische Ausstattung, Präsentationsmöglichkeiten und digitale Arbeitsformen unterstützen. Gleichzeitig sollen Gebäude und Räume die akademische Identität der Universität sichtbar machen, etwa durch Gestaltung, Materialien, Ausstellungen, Forschungsbezüge oder wiedererkennbare Campusbereiche.

Inklusivität und Kontinuität

Ein hochwertiger Campus muss für unterschiedliche Nutzergruppen zugänglich und verständlich sein. Barrierefreie Wege, klare Beschilderung, geeignete Sanitärbereiche, sichere Zugänge und inklusive Möblierung sind grundlegende Anforderungen. Gleichzeitig sollte der Campus verlässliche Orte bieten, die Nutzerinnen und Nutzer langfristig wiedererkennen und nutzen können.

Eingangsbereiche und Übergangszonen

Eingangsbereiche sind wichtige Orte für Ankunft, Orientierung und informelle Begegnung. Sie müssen klar erkennbar, barrierefrei, gut beleuchtet und mit einem nachvollziehbaren Leitsystem verbunden sein. Auch Flure, Treppen, Verbindungswege und Übergangszonen können kurze Gespräche und spontane Abstimmungen unterstützen, sofern sie ausreichend breit, sicher und nicht mit Fluchtwegen oder Brandschutzanforderungen in Konflikt stehen.

Commons, Cafés und soziale Knotenpunkte

Gemeinsame Lern- und Aufenthaltsbereiche bieten Raum für Begegnung zwischen Studierenden, Lehrenden und Mitarbeitenden. Cafés, Mensen, Lounges und informelle Sitzbereiche fördern soziale Kontakte und akademische Vernetzung. Facility Management muss hier Kapazität, Möblierung, Reinigung, Lärmentwicklung, Hygiene, Abfallmanagement und Betriebszeiten sorgfältig steuern.

Außenflächen und Veranstaltungsbereiche

Außenräume erweitern die Möglichkeiten zur Interaktion. Innenhöfe, Grünflächen, Sitzstufen, Plätze und beschattete Aufenthaltsbereiche können Lernen, Pausen und informelle Treffen unterstützen. Veranstaltungsfähige Bereiche wie Foyers, Aulen, flexible Hallen oder Außenplätze machen akademische und kulturelle Aktivitäten sichtbar. Für FM sind dabei Sicherheit, Beleuchtung, Pflege, Entwässerung, technische Versorgung und Besucherführung wesentlich.

Akustischer Schutz und räumliche Trennung

Ruhige Bereiche sollten von stark frequentierten Verkehrsflächen, Eingängen, Cafés und Veranstaltungszonen getrennt werden. Akustischer Schutz ist besonders wichtig, damit soziale und kollaborative Aktivitäten die konzentrierte Arbeit nicht stören. Facility Management muss Lärmquellen erkennen, Nutzungen sinnvoll zonieren und bei Bedarf bauliche oder organisatorische Maßnahmen ergreifen.

Individuelle Arbeitsumgebungen

Ein Campus benötigt Einzelarbeitsplätze, ruhige Bibliothekszonen, kleine Rückzugsräume, Fokusarbeitsplätze und temporär nutzbare Arbeitskabinen. Diese Bereiche müssen ausreichend beleuchtet, ergonomisch möbliert, technisch versorgt und klar gekennzeichnet sein. Wichtig sind auch Steckdosen, stabile Netzverbindungen, geeignete Tischgrößen und verständliche Nutzungsregeln.

Psychologischer Komfort und Umweltqualität

Konzentration hängt nicht nur von Stille ab. Nutzerinnen und Nutzer brauchen ein Gefühl von Sicherheit, Orientierung und persönlicher Kontrolle. Gute Sichtachsen, gepflegte Räume, angemessene Transparenz, kontrollierbare Beleuchtung, angenehme Temperatur, gute Luftqualität und störungsarme Möblierung tragen wesentlich zur Arbeitsqualität bei.

Formelle und informelle Zusammenarbeit

Zusammenarbeit findet nicht nur in klassischen Besprechungsräumen statt. Auch Projektflächen, Gruppenarbeitsräume, offene Lernbereiche, Laborumfelder und informelle Treffpunkte können kollaborative Arbeit unterstützen. Diese Räume sollten flexibel nutzbar, gut erreichbar und für unterschiedliche Gruppengrößen geeignet sein.

Anforderungen an Ausstattung und Betrieb

Kollaborationsräume benötigen robuste und flexible Möbel, Stromversorgung, digitale Infrastruktur, Präsentationstechnik, gute Akustik und einfache Buchungsprozesse. Besonders bei intensiver Nutzung muss FM sicherstellen, dass Räume regelmäßig gereinigt, gewartet und schnell wieder einsatzbereit gemacht werden.

Forschung, Studierende und hybride Formate

Forschungszusammenarbeit erfordert häufig geschützte Räume, Zugangskontrollen, sichere digitale Infrastruktur und Nähe zu Laboren oder Spezialflächen. Studierende benötigen gut verfügbare Gruppenlernflächen auch außerhalb der regulären Lehrzeiten. Hybride Zusammenarbeit braucht zusätzlich Kameras, Mikrofone, Displays, stabile Netzverbindungen und eine einfache Bedienbarkeit der Technik.

Komfort und Orientierung

Aufenthaltsqualität entsteht durch Licht, Akustik, Sitzmöglichkeiten, Raumklima, Beschattung und eine angenehme Möblierung. Nutzerinnen und Nutzer sollen sich ohne unnötige Belastung auf dem Campus aufhalten, lernen und arbeiten können. Ebenso wichtig ist eine klare Orientierung durch verständliche Wegeführung, aktuelle Beschilderung, erkennbare Eingänge und ein einheitliches Raumbenennungssystem.

Sicherheit, Barrierefreiheit und Sauberkeit

Ein Campus muss tatsächliche und wahrgenommene Sicherheit bieten. Beleuchtung, Sichtbeziehungen, Zugangskontrollen, Notfallorganisation und gepflegte Wege tragen dazu bei. Barrierefreiheit umfasst stufenfreie Zugänge, Aufzüge, geeignete Türbreiten, barrierefreie Sanitärbereiche und gut nutzbare Arbeits- und Aufenthaltsplätze. Sauberkeit und Instandhaltung sind dauerhaft zu sichern, da verschmutzte oder beschädigte Bereiche das Vertrauen in die gesamte Einrichtung beeinträchtigen.

Atmosphäre

Die Atmosphäre des Campus wird durch Materialien, Tageslicht, Begrünung, Ausblicke, Proportionen, Farben, Außenräume und den allgemeinen Pflegezustand geprägt. Facility Management kann die Atmosphäre durch Beleuchtung, Möblierung, Pflanzen, Ordnung, Pflege und eine konsistente Gestaltungssprache erheblich verbessern.

Öffentliche und halböffentliche Zonen

Öffentliche Campuszonen dienen Ankunft, Orientierung, Besucherzugang, Veranstaltungen und repräsentativer Wirkung. Dazu gehören Haupteingänge, zentrale Wege, Foyers und öffentliche Außenflächen. Halböffentliche akademische Zonen wie Learning Commons, Studierendenservices und gemeinsame Lernbereiche müssen gut zugänglich sein, aber klare Nutzungsregeln und angemessene Betriebsstandards haben.

Kontrollierte, ruhige und soziale Zonen

Kontrollierte Forschungszonen schützen sensible Forschung, Labore, Werkstätten, Datenräume und Spezialbereiche. Sie benötigen Zugangskontrolle, technische Betriebssicherheit und klare Zuständigkeiten. Ruhige Konzentrationszonen dienen Lesen, Schreiben, Lernen und fokussierter Arbeit. Soziale und informelle Zonen unterstützen Pausen, Gespräche und Gemeinschaft, müssen jedoch so angeordnet werden, dass sie ruhige oder geschützte Bereiche nicht stören.

Außenbereiche als Teil des Campusbetriebs

Außenbereiche sind nicht nur Ergänzungsflächen, sondern Teil der akademischen Erfahrung. Wege, Plätze, Grünflächen, Fahrradbereiche, Sitzmöglichkeiten und Außenarbeitsplätze unterstützen Bewegung, Aufenthalt, informelles Lernen und Orientierung. Facility Management muss Pflege, Verkehrssicherheit, Beleuchtung, Barrierefreiheit, Entwässerung und saisonale Nutzbarkeit sicherstellen.

Strategische Verantwortung des Facility Managements

Infografik, die strategisches Facility Management an einer Universität als zentralen Hub mit den Kernaufgaben Flächenplanung, Nutzerfeedback und Koordination darstellt.

Facility Management trägt wesentlich dazu bei, ob der Campus als Lern-, Forschungs- und Arbeitsort funktioniert. Es muss Flächenplanung, Betrieb, Instandhaltung, technische Infrastruktur, Nutzerkommunikation und Qualitätskontrolle miteinander verbinden. FM handelt dabei nicht nur reaktiv, sondern gestaltet die akademische Umgebung aktiv mit.

Wesentliche FM-Aufgaben sind:

  • Flächenstandards: Definition von Mindestanforderungen an Lernräume, Büros, Labore, Kollaborationsflächen, Aufenthaltsbereiche, Verkehrsflächen und Außenräume.

  • Nutzerfeedback: Systematische Erfassung von Rückmeldungen durch Befragungen, Serviceanfragen, Begehungen und Beschwerdemanagement.

  • Qualitätsmonitoring: Regelmäßige Prüfung von Komfort, Sauberkeit, Instandhaltungszustand, Orientierung, Sicherheit und tatsächlicher Nutzbarkeit.

  • Anpassungsplanung: Weiterentwicklung von Räumen bei neuen Lehrformaten, hybrider Arbeit, veränderten Studierendenzahlen oder neuen Forschungsanforderungen.

  • Bereichsübergreifende Koordination: Abstimmung mit akademischer Planung, IT, Bibliotheken, Studierendenservices, Arbeitssicherheit, Nachhaltigkeitsmanagement und Forschungseinheiten.

Diese Aufgaben sichern, dass der Campus nicht nur kurzfristig funktioniert, sondern langfristig anpassungsfähig, wirtschaftlich tragfähig und nutzerorientiert bleibt.

Systematische Bewertung der Campusqualität

Die Qualität des Campus sollte regelmäßig überprüft werden. Bewertungskriterien helfen, räumliche und betriebliche Stärken zu erkennen, Schwachstellen zu priorisieren und konkrete Verbesserungsmaßnahmen abzuleiten.

Kriterium

Bewertungsfrage

Akademische Unterstützung

Unterstützt der Campus Lernen, Forschung, Arbeit, Austausch und Reflexion?

Qualität der Interaktion

Gibt es geeignete Orte für geplante und spontane Begegnungen?

Qualität der Konzentration

Sind ruhige, geschützte und gut ausgestattete Bereiche verfügbar?

Qualität der Zusammenarbeit

Können Nutzerinnen und Nutzer in formellen, informellen und hybriden Umgebungen effektiv zusammenarbeiten?

Aufenthaltsqualität

Wird der Campus als komfortabel, sicher, barrierefrei, sauber und attraktiv erlebt?

Kulturelle Passung

Spiegelt die physische Umgebung die akademische Identität und die Werte der Universität wider?

Anpassungsfähigkeit

Können Räume auf veränderte Lern-, Forschungs- und Arbeitspraktiken reagieren?

Eine solche Bewertung sollte nicht einmalig erfolgen. Sie sollte Teil eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses sein, damit der Campus auf neue akademische Anforderungen, technische Entwicklungen und Nutzererwartungen reagieren kann.