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Büroflächen für Wissenschaft und Verwaltung

Facility Management: Hochschulen » Campus » Büro-, Verwaltungs- & Arbeitswelten » Büroflächen - Wissenschaft &Verwaltung

Büroflächen für Wissenschaft und Verwaltung

Büroflächen für Wissenschaft und Verwaltung sind eine zentrale Flächenkategorie im universitären Facility Management. Sie sichern die Arbeitsfähigkeit von akademischer Leitung, Forschung, Lehre, Prüfungsverwaltung, Studierendenservice, Fakultätsmanagement und zentraler Hochschulverwaltung. Ihre Planung darf daher nicht allein als Bereitstellung von Schreibtischen verstanden werden. Sie ist ein strategischer Bestandteil der Campusentwicklung, der Flächensteuerung, der Betriebsorganisation und der langfristigen Immobilienbewirtschaftung. In Hochschulen treffen sehr unterschiedliche Arbeitsformen aufeinander. Wissenschaftliche Beschäftigte benötigen ruhige Arbeitsplätze für Forschung, Publikation, Prüfungsvorbereitung, Betreuung und Konzeptarbeit. Verwaltungsbereiche benötigen verlässliche Strukturen für Personalwesen, Finanzen, Beschaffung, Recht, Prüfungswesen, Studienorganisation und zentrale Steuerungsaufgaben. Gleichzeitig entstehen Anforderungen an Teamarbeit, vertrauliche Gespräche, digitale Besprechungen, Akten- und Dokumentensicherheit, flexible Nutzung und wirtschaftlichen Flächenbetrieb. Für das Facility Management bedeutet dies: Büroflächen müssen funktional, sicher, anpassungsfähig, betrieblich effizient und nutzerorientiert geplant werden. Die Flächenstruktur muss zur Campusstrategie, zum Immobilienportfolio, zu den baulichen Standards, zur technischen Infrastruktur und zu den tatsächlichen Arbeitsprozessen der Universität passen.

Büroflächen für Forschung und Verwaltung

Strategische Relevanz im universitären Facility Management

Büroflächen beeinflussen nicht nur die tägliche Arbeitsplatzqualität, sondern auch die Leistungsfähigkeit der Universität als Organisation. Sie sind mit akademischen Prozessen, Verwaltungszuverlässigkeit, Ressourceneinsatz, Gebäudeeignung und Servicequalität eng verbunden.

Dimension

FM-Relevanz

Akademische Funktionalität

Büroflächen unterstützen Professorinnen und Professoren, wissenschaftliche Mitarbeitende, Promovierende, akademische Koordinatorinnen und Koordinatoren sowie das Fakultätsmanagement bei Forschung, Lehre, Betreuung, Prüfungsvorbereitung, Gremienarbeit und strategischer Fachbereichsentwicklung. Die Flächen müssen konzentriertes Arbeiten, wissenschaftlichen Austausch, Beratungsgespräche und projektbezogene Koordination ermöglichen.

Administrative Verlässlichkeit

Verwaltungsbereiche wie Personal, Finanzen, Studierendenverwaltung, Prüfungsämter, Beschaffung, Rechtsdienste und Hochschulleitung benötigen sichere, klar strukturierte und gut erreichbare Arbeitsumgebungen. Die räumliche Organisation muss Datenschutz, Prozesssicherheit, kurze Abstimmungswege und störungsarme Bearbeitung komplexer Vorgänge unterstützen.

Flächensteuerung

Eine strukturierte Büroflächenplanung schafft die Grundlage für nachvollziehbare Flächenvergabe. Die Zuteilung sollte sich nach Funktion, Arbeitsweise, Vertraulichkeitsbedarf, Anwesenheitsprofil, Organisationspriorität und betrieblichen Anforderungen richten. Historisch gewachsene Belegung allein ist keine ausreichende Entscheidungsgrundlage.

Immobilienplanung

Büroflächen beeinflussen Portfolioentscheidungen, Sanierungsprioritäten, Standortbewertungen, Umnutzungsmöglichkeiten und langfristige Campusentwicklung. Facility Management muss prüfen, welche Gebäude für Büroarbeit geeignet sind, wo Modernisierung erforderlich ist und welche Flächen künftig flexibel genutzt werden können.

Operative Serviceerbringung

Die Bürostruktur bestimmt Anforderungen an Reinigung, Wartung, Zugangskontrolle, Beschilderung, IT-Koordination, Möblierung, Umzugsmanagement, Schließsysteme und Störungsmanagement. Eine klare Flächenlogik erleichtert den Betrieb und reduziert vermeidbare Serviceaufwände.

Eine professionelle Flächenstrategie verbindet Nutzerbedarf und Betreiberverantwortung. Sie schafft transparente Kriterien für Flächenentscheidungen, verbessert die Auslastung und unterstützt eine einheitliche Qualität über Fakultäten, Institute und Verwaltungseinheiten hinweg.

Funktionale Bürotypologien

Universitäre Büroflächen sollten nach Arbeitsfunktion und Nutzungsprofil differenziert werden. Nicht jede Tätigkeit erfordert dieselbe Raumart. Entscheidend ist, ob die Arbeit Konzentration, Vertraulichkeit, Teamnähe, Publikumsverkehr, flexible Anwesenheit oder besondere technische Ausstattung verlangt.

Bürotypologie

Typische universitäre Nutzung

Planungsbedeutung

Einzelbüros

Professorinnen und Professoren, leitende Verwaltungsfunktionen, vertrauliche Beratungsrollen, prüfungsbezogene oder personalbezogene Tätigkeiten.

Einzelbüros sind dort erforderlich, wo vertrauliche Gespräche, konzentrierte Facharbeit, akademische Eigenständigkeit oder sensible Entscheidungsprozesse regelmäßig stattfinden. Sie sollten nicht primär als Statusfläche geplant werden, sondern als funktionale Antwort auf Vertraulichkeit, Verantwortung und Arbeitsinhalt.

Gemeinschaftsbüros

Wissenschaftliche Mitarbeitende, Promovierende, Verwaltungsteams, Fakultätsserviceeinheiten.

Gemeinschaftsbüros fördern eine effiziente Flächennutzung und ermöglichen fachliche Nähe innerhalb zusammengehöriger Arbeitsbereiche. Sie benötigen klare Belegungsregeln, ausreichende akustische Qualität, ergonomische Arbeitsplätze und angemessene Rückzugsmöglichkeiten für vertrauliche oder konzentrierte Tätigkeiten.

Teambereiche

Projektgruppen, administrative Serviceteams, Forschungskoordination, Campusplanungsteams.

Teambereiche unterstützen Kommunikation, schnelle Abstimmung und flexible Aufgabenverteilung. Sie sind besonders geeignet für Einheiten mit gemeinsamem Prozessverantwortungsbereich. Gleichzeitig müssen Zonierung, Akustik und Besprechungsmöglichkeiten so geplant werden, dass Teamarbeit nicht zu dauerhafter Störung führt.

Touchdown-Arbeitsplätze

Temporäre Arbeitsplätze für mobile Beschäftigte, Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler, externe Partner oder Mitarbeitende mit Teilzeitpräsenz.

Touchdown-Arbeitsplätze verbessern die Flächeneffizienz und reagieren auf schwankende Anwesenheiten. Sie benötigen einfache Buchbarkeit, verlässliche IT-Ausstattung, klare Nutzungsregeln, sichere Aufbewahrungsmöglichkeiten und eine gute Anbindung an Besprechungs- und Servicebereiche.

Unterstützungsnahe Bürobereiche

Büros in der Nähe von Service-Countern, Besprechungsräumen, Archiven, Laboren oder technischen Einheiten.

Diese Flächen stellen sicher, dass räumliche Lage und betriebliche Abhängigkeiten zusammenpassen. Ein Prüfungsamt benötigt beispielsweise Nähe zu Beratungs- und Wartebereichen, während eine Laboradministration häufig kurze Wege zu technischen oder wissenschaftlichen Einheiten braucht.

Eine funktionale Bürotypologie verhindert Fehlbelegungen und erleichtert spätere Anpassungen. Sie unterstützt außerdem ein einheitliches Verständnis darüber, welche Raumart für welche Aufgabe angemessen ist.

Einzelbüros und Vertraulichkeit

Einzelbüros bleiben im Hochschulumfeld wichtig, weil dort sensible akademische, personalbezogene, rechtliche, finanzielle oder studierendenbezogene Angelegenheiten bearbeitet werden. Im Facility Management dürfen sie jedoch nicht ausschließlich als hierarchische oder statusbezogene Räume betrachtet werden. Ihre Bereitstellung muss durch Funktion, Verantwortung, Konzentrationsbedarf und Prozessanforderung begründet sein.

Besonders kritisch sind Arbeitsbereiche, in denen personenbezogene Daten, Prüfungsentscheidungen, Berufungsverfahren, Konfliktgespräche, Rechtsfragen, Forschungsfinanzierung oder vertrauliche strategische Entscheidungen behandelt werden. In solchen Fällen muss die räumliche Planung Vertraulichkeit nicht nur ermöglichen, sondern aktiv schützen.

Anforderung

FM-Planungsaspekt

Vertrauliche Gespräche

Für Personalgespräche, Studierendenberatung, Prüfungsangelegenheiten, rechtliche Abstimmungen und Leitungsentscheidungen sind angemessene akustische Trennung, kontrollierter Zugang und visuelle Diskretion erforderlich. Türen, Wände, Verglasungen, Möblierung und Raumlage müssen so geplant werden, dass Gespräche nicht unbeabsichtigt mitgehört oder eingesehen werden können.

Konzentrierte akademische Arbeit

Einzelbüros können für wissenschaftliches Schreiben, Begutachtung, Forschungsentwicklung, Prüfungserstellung, Lehrkonzeption und Betreuungsaufgaben notwendig sein. Diese Tätigkeiten erfordern störungsarme Arbeitsbedingungen, ausreichende Arbeitsfläche, ergonomische Ausstattung und eine technische Infrastruktur für digitale Recherche, Kommunikation und Dokumentenbearbeitung.

Leitung und Governance

Dekanate, Institutsleitungen, Geschäftsführungen, zentrale Leitungsbüros und höhere Verwaltungsfunktionen benötigen Räume, die sowohl individuelles Arbeiten als auch vertrauliche Termine ermöglichen. Die Planung sollte berücksichtigen, dass diese Funktionen häufig zwischen Strategiearbeit, Gremienvorbereitung, Personalführung und kurzfristigen Abstimmungen wechseln.

Sensible Dokumentation

Büros mit Personalakten, Forschungsförderunterlagen, Prüfungsdokumenten, Rechtsvorgängen oder Finanzinformationen benötigen sichere Möblierung, Zugangskontrolle und klare Ablageregeln. Abschließbare Schränke, geregelte Schlüssel- oder Zutrittsberechtigungen sowie definierte Clean-Desk- und Archivierungsprozesse sind Teil der FM-Verantwortung.

Einzelbüros sollten dort eingesetzt werden, wo sie einen nachweisbaren funktionalen Nutzen haben. Gleichzeitig sollte geprüft werden, ob ergänzende vertrauliche Besprechungsräume bestimmte Anforderungen besser erfüllen können als dauerhaft exklusiv genutzte Einzelräume.

Teambereiche, Kommunikation und interne Koordination

Teambereiche sind für administrative und wissenschaftsnahe Funktionen wichtig, die regelmäßigen Austausch, gemeinsame Abläufe und koordinierte Serviceerbringung benötigen. Im universitären Facility Management müssen diese Bereiche so geplant werden, dass sie Kommunikation fördern, ohne Konzentration, Vertraulichkeit oder Servicequalität zu beeinträchtigen.

Geeignet sind Teambereiche vor allem für Einheiten mit hohem Abstimmungsbedarf, etwa Fakultätsverwaltungen, Prüfungskoordination, Projektadministration, Forschungsmanagement, Campusplanung, Veranstaltungsorganisation oder zentrale Servicefunktionen. Die räumliche Nähe ermöglicht schnelle Rückfragen, gemeinsame Priorisierung und transparente Bearbeitung von Vorgängen.

Aspekt des Teambereichs

Bedeutung

Funktionale Nähe

Beschäftigte, die an zusammenhängenden Prozessen arbeiten, sollten räumlich nah zueinander platziert werden. Dies reduziert Verzögerungen, vermeidet unnötige Wege und verbessert die Zuverlässigkeit von Serviceprozessen. Die Planung sollte Prozessketten berücksichtigen, nicht nur Organisationsdiagramme.

Interne Kommunikation

Teambereiche ermöglichen schnelle Abstimmungen in Verwaltungsprozessen, Forschungsmanagement, Projektadministration und Fakultätsbetrieb. Dafür sind kurze Wege, kleine Besprechungsmöglichkeiten und eine klare räumliche Ordnung wichtig. Spontane Kommunikation darf jedoch nicht dauerhaft in konzentrierte Arbeitszonen ausstrahlen.

Sichtbarkeit von Arbeitsabläufen

Gemeinsame Arbeitsumgebungen können die Transparenz von Aufgaben verbessern, besonders in serviceorientierten Einheiten wie Studierendenbüros, Prüfungsverwaltungen oder Fakultätssekretariaten. Aufgabenstände, Zuständigkeiten und Übergaben lassen sich leichter koordinieren, wenn die räumliche Struktur Zusammenarbeit unterstützt.

Kontrollierte Offenheit

Offene Teambereiche müssen mit Rückzugsmöglichkeiten, akustischen Maßnahmen und verbindlichen Nutzungsregeln kombiniert werden. Dazu gehören Räume für vertrauliche Gespräche, Telefon- oder Videopunkte, klare Verhaltensstandards und eine bewusste Trennung zwischen Kommunikationsbereichen und Fokusarbeitsplätzen.

Teambereiche dürfen nicht als reine Flächensparmaßnahme verstanden werden. Ihr Mehrwert entsteht nur, wenn sie zur Arbeitsorganisation passen, ausreichend unterstützt werden und die Nutzerinnen und Nutzer klare Regeln für Austausch, Ruhephasen und Vertraulichkeit haben.

Konzentration und fokussiertes Arbeiten

Büroflächen müssen Arbeiten unterstützen, die ununterbrochene Aufmerksamkeit verlangen. Dazu gehören wissenschaftliches Schreiben, Datenanalyse, Forschungsauswertung, Prüfungsvorbereitung, Budgetkontrolle, rechtliche Prüfung, Personalangelegenheiten, strategische Planung und komplexe administrative Sachbearbeitung.

Störungen entstehen häufig durch Durchgangsverkehr, Gespräche in offenen Bereichen, Drucker- und Kopierzonen, Küchen, Service-Counter, spontane Besprechungen oder digitale Meetings. Facility Management muss diese Einflussfaktoren bereits in der Planung berücksichtigen und geeignete räumliche sowie organisatorische Gegenmaßnahmen vorsehen.

Fokusanforderung

FM-Antwort

Ablenkungsarmes Arbeiten

Fokusarbeitsplätze sollten räumlich von Verkehrsflächen, Service-Countern, Kopierbereichen, Teeküchen und informellen Treffpunkten getrennt werden. Arbeitsplätze direkt an stark frequentierten Wegen oder Wartebereichen sind für konzentrierte Tätigkeiten ungeeignet.

Akustische Kontrolle

Schallabsorbierende Materialien, geeignete Trennwände, Türdichtungen, Möblierung und Zonierung zwischen ruhigen und kommunikativen Bereichen sind wesentlich. Besonders in Gemeinschaftsbüros und Teambereichen muss die Akustik aktiv geplant und regelmäßig überprüft werden.

Visuelle Ruhe

Fokussierte Arbeitsbereiche sollten nicht durch ständige Bewegungen, transparente Durchgangszonen oder unkontrollierte Einblicke belastet werden. Eine ruhige Raumorientierung, reduzierte Sichtachsen auf Verkehrsflächen und passende Arbeitsplatzanordnung verbessern die Konzentration.

Schutz des Arbeitsprozesses

Das Facility Management sollte erfassen, welche universitären Funktionen geschützte Fokuszeiten oder besonders ruhige Arbeitsbedingungen benötigen. Diese Erkenntnisse müssen in Belegung, Raumtyp, Zonierung und Nutzungsregeln einfließen.

Fokussiertes Arbeiten ist kein Komfortthema, sondern ein Qualitätsfaktor. Fehler in Prüfungsunterlagen, Finanzprozessen, rechtlichen Bewertungen oder wissenschaftlichen Arbeiten können erhebliche organisatorische Folgen haben. Daher muss Konzentration als betriebliche Anforderung ernst genommen werden.

Besprechungen und büroflächennahe Austauschzonen

Büroflächen für Wissenschaft und Verwaltung benötigen sorgfältig geplante Besprechungsunterstützung. Nicht jedes Gespräch sollte direkt am Arbeitsplatz stattfinden, besonders wenn Vertraulichkeit, Konzentration oder Störung anderer Beschäftigter betroffen sind.

Eine gute Büroflächenplanung stellt unterschiedliche Besprechungsformate bereit: kleine Räume für kurze Abstimmungen, geschlossene Räume für vertrauliche Gespräche, digitale Meetingräume für hybride Formate und nahe gelegene Austauschflächen für informelle Koordination. Die Räume müssen leicht erreichbar sein, dürfen aber die ruhigen Arbeitszonen nicht beeinträchtigen.

Besprechungstyp

FM-Bedeutung

Kurze interne Abstimmung

Kleine nahe gelegene Besprechungspunkte reduzieren Störungen im Bürobereich und unterstützen operative Effizienz. Sie eignen sich für kurze Rückfragen, Tageskoordination, Übergaben und Abstimmungen innerhalb von Teams.

Vertrauliche Besprechungen

Geschlossene Räume sind für Personalangelegenheiten, Studierendenberatung, Prüfungsfragen, rechtliche Themen, Finanzvorgänge oder Betreuungs- und Konfliktgespräche erforderlich. Sie müssen akustisch geeignet, diskret gelegen und zuverlässig buchbar sein.

Akademische Beratung

Büros und angrenzende Besprechungsräume müssen Beratung, Betreuung, Forschungskoordination und lehrbezogenen Austausch unterstützen. Dabei ist besonders auf Vertraulichkeit, ausreichende Aufenthaltsqualität und angemessene technische Ausstattung für digitale Unterlagen oder hybride Gespräche zu achten.

Administrative Termine

Besprechungsbereiche sollten für interne und externe Termine gut zugänglich sein, ohne den Backoffice-Betrieb zu stören. Besucherführung, Wartezonen, Zutrittslogik und Beschilderung müssen so gestaltet sein, dass sensible Arbeitsbereiche geschützt bleiben.

Besprechungsflächen müssen in einem angemessenen Verhältnis zur Bürofläche stehen. Zu wenige Räume führen zu Arbeitsplatzgesprächen, Lärm und Vertraulichkeitsrisiken. Zu viele oder schlecht ausgelastete Räume binden dagegen unnötig Fläche und Betriebskosten.

Flächeneffizienz und Flächensteuerung

Flächeneffizienz ist im universitären Facility Management wesentlich, weil Campusflächen begrenzt, kostenintensiv im Betrieb und häufig mit öffentlicher Rechenschaftspflicht verbunden sind. Effiziente Büroplanung bedeutet jedoch nicht einfache Flächenreduzierung. Sie bedeutet ein angemessenes Verhältnis zwischen Funktion, Belegung, Privatsphäre, Kommunikation und betrieblichem Wert.

Eine wirksame Flächensteuerung beruht auf transparenten Standards, verlässlichen Daten und klaren Entscheidungsprozessen. Sie berücksichtigt Anwesenheitsmuster, Arbeitsaufgaben, Vertraulichkeitsbedarf, technische Ausstattung, organisatorische Veränderungen und langfristige Nutzbarkeit.

Effizienzkriterium

FM-Anwendung

Funktionsbasierte Zuteilung

Büroflächen sollten nach Arbeitsanforderungen vergeben werden, nicht nur nach Hierarchie, Tradition oder historischer Belegung. Maßgeblich sind Tätigkeit, Vertraulichkeit, Kommunikationsbedarf, Anwesenheitsprofil, Führungsverantwortung und Prozessnähe.

Transparenz der Nutzung

Belegungsdaten, Raumbücher, CAFM-Daten, Nutzerprofile und Auslastungsanalysen sollten eine belastbare Grundlage für Flächenentscheidungen bilden. Eine transparente Datenbasis erleichtert Priorisierung, Nachvollziehbarkeit und faire Flächenvergabe.

Vermeidung von Doppelstrukturen

Besprechungsräume, Lagerflächen, Supportflächen und Sondernutzungen sollten gemeinsam genutzt werden, soweit dies funktional möglich ist. Dadurch lassen sich Flächenreserven aktivieren, Betriebskosten senken und Raumqualitäten bündeln.

Anpassungsfähigkeit

Bürogrundrisse sollten organisatorische Veränderungen ohne größere bauliche Eingriffe ermöglichen. Modulare Möblierung, flexible technische Infrastruktur und klare Ausbauprinzipien erleichtern Umzüge, Teamveränderungen und neue Arbeitsmodelle.

Lebenszykluswirtschaftlichkeit

Möblierung, technische Infrastruktur und Ausbaustandards sollten langfristige Nutzbarkeit, Wartbarkeit und Austauschbarkeit unterstützen. Kurzfristige Einsparungen dürfen nicht zu hohen Folgekosten, schlechter Ergonomie oder eingeschränkter Anpassbarkeit führen.

Flächeneffizienz muss immer mit Arbeitsfähigkeit verbunden bleiben. Eine rein quantitative Reduktion kann die Servicequalität, wissenschaftliche Produktivität und Prozesssicherheit verschlechtern. Professionelles Facility Management bewertet daher nicht nur Quadratmeter, sondern den betrieblichen Nutzen der Fläche.

Zentrale FM-Planungskriterien

Für eine konsistente Büroflächenplanung benötigt die Universität klare Kriterien, die sowohl Neubau- und Sanierungsprojekte als auch Umzüge, Reorganisationen und Bestandsoptimierungen leiten. Diese Kriterien sollten verbindlich dokumentiert, regelmäßig überprüft und mit Nutzervertretungen, Hochschulleitung, Arbeitsschutz, IT, Datenschutz und Gebäudebetrieb abgestimmt werden.

Planungsbereich

Erforderliche Berücksichtigung

Flächenstandards

Es sind Flächenrichtwerte für Einzelbüros, Gemeinschaftsbüros, Teambereiche und Unterstützungsflächen zu definieren. Die Standards sollten Arbeitsfunktion, Belegungsdichte, Möblierung, Bewegungsflächen, Barrierefreiheit, technische Ausstattung und künftige Anpassbarkeit berücksichtigen.

Vertraulichkeitsstandards

Kriterien für akustische Privatheit, visuelle Diskretion, Zugangskontrolle und sichere Aufbewahrung müssen festgelegt werden. Besonders relevante Bereiche sind Personal, Recht, Finanzen, Prüfungswesen, Studierendenberatung, Forschungsförderung und Hochschulleitung.

Kommunikationszonierung

Fokussierte Arbeitsbereiche sind von Besprechungszonen, Verkehrsflächen, Servicebereichen und informellen Austauschflächen zu trennen. Eine klare Zonierung reduziert Störungen, verbessert Orientierung und unterstützt unterschiedliche Arbeitsmodi innerhalb derselben Organisationseinheit.

Möblierungsstandards

Die Möblierung sollte langlebig, ergonomisch, modular und wartungsfreundlich sein. Höhenverstellbare Arbeitsplätze, geeignete Stauraumlösungen, flexible Tischsysteme und standardisierte Ersatzteile erleichtern Betrieb, Umzüge und Anpassungen bei Personal- oder Strukturveränderungen.

Technische Infrastruktur

Büroflächen benötigen ausreichende Strom- und Datenversorgung, geeignete Beleuchtung, Lüftung, Raumklima, WLAN-Abdeckung und digitale Meetingfähigkeit. Die technische Planung muss sowohl stationäres Arbeiten als auch hybride Besprechungen, mobile Geräte und zukünftige Anpassungen berücksichtigen.

Operatives Management

Büroflächen sind in CAFM, Reinigungspläne, Wartungsplanung, Belegungsmanagement, Zutrittsverwaltung und Umzugsmanagement zu integrieren. Nur wenn Flächen, Ausstattung, Zuständigkeiten und Nutzungsdaten sauber dokumentiert sind, kann der Betrieb effizient gesteuert werden.

Eine professionelle Planung von Büroflächen für Wissenschaft und Verwaltung schafft die Grundlage für leistungsfähige Hochschulprozesse. Sie verbindet akademische Freiheit, administrative Sicherheit, wirtschaftliche Flächennutzung und verlässlichen Gebäudebetrieb. Entscheidend ist eine funktionale, datenbasierte und nutzerorientierte Steuerung, die sowohl aktuelle Anforderungen als auch künftige Veränderungen der Universität berücksichtigt.