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Prozessdigitalisierung und Workflow-Management

Facility Management: Hochschulen » Strategie » Prozessmanagement » Prozessdigitalisierung & Workflows

Prozessdigitalisierung und Workflow-Management im Hochschul-Facility-Management

Prozessdigitalisierung und Workflow-Management

Prozessdigitalisierung und Workflow-Management sind zentrale Grundlagen für ein transparentes, steuerbares und revisionssicheres Facility Management an Universitäten. Universitäre FM-Organisationen betreuen komplexe Gebäudestrukturen mit Hörsälen, Laboren, Bibliotheken, Verwaltungsflächen, technischen Anlagen, Außenanlagen und Sonderbereichen mit erhöhten Sicherheits- oder Dokumentationsanforderungen. Täglich entstehen zahlreiche Vorgänge wie Störmeldungen, Wartungsaufträge, Prüfpflichten, Nutzeranfragen, Freigaben, Mängelmeldungen und Dienstleisteraufträge. Werden diese Prozesse papierbasiert, per E-Mail, telefonisch oder über uneinheitliche Tabellen gesteuert, entstehen Medienbrüche, Verzögerungen, Informationsverluste und unklare Verantwortlichkeiten. Digitale Workflows, CAFM-Systeme, Ticketing-Lösungen, mobile Instandhaltung, digitale Freigaben und Dashboards schaffen eine einheitliche Datenbasis, verbessern die Nachverfolgbarkeit und ermöglichen eine professionelle Steuerung des gesamten FM-Betriebs.

Digitale Steuerung betrieblicher Abläufe

Medienbrüche im universitären Facility Management ersetzen

Medienbrüche entstehen, wenn Informationen zwischen verschiedenen Kanälen oder Dokumentationsformen manuell übertragen werden müssen. Typische Beispiele sind Papierformulare, E-Mails, Telefonnotizen, Excel-Listen, handschriftliche Prüfprotokolle oder persönliche Absprachen ohne verbindliche Dokumentation. Im universitären Facility Management führt dies häufig zu doppelter Datenerfassung, unklaren Zuständigkeiten, verzögerter Bearbeitung und fehlender Nachvollziehbarkeit. Ein digitaler Workflow ersetzt diese fragmentierten Abläufe durch einen durchgängigen Informationsfluss. Meldungen, Aufträge, Freigaben, Nachweise und Statusinformationen werden zentral erfasst und objektbezogen dokumentiert. Dadurch ist jederzeit erkennbar, wer zuständig ist, welcher Bearbeitungsstand vorliegt, welche Frist gilt und welche Maßnahmen bereits durchgeführt wurden.

Praktische Anforderungen

  • Meldungen müssen mit Gebäude-, Raum- und Anlagenbezug erfasst werden.

  • Informationen sollen nur einmal eingegeben und systemseitig weiterverarbeitet werden.

  • Statuswerte, Fristen und Verantwortlichkeiten müssen eindeutig definiert sein.

  • Fotos, Prüfberichte, Kommentare und Abschlussnachweise müssen direkt dem Vorgang zugeordnet werden.

  • Persönliche E-Mail-Postfächer dürfen nicht als primärer Prozessspeicher dienen.

CAFM

Ein CAFM-System bildet das digitale Rückgrat des Facility Managements. Es verknüpft Gebäude, Räume, technische Anlagen, Außenflächen, Verträge, Dokumente, Wartungspläne, Prüfpflichten, Kostenstellen und Arbeitsaufträge in einer strukturierten Datenumgebung. Dadurch können operative Prozesse nicht nur ausgeführt, sondern auch nachvollziehbar dokumentiert und ausgewertet werden.

Im universitären Umfeld ist CAFM besonders wichtig, weil verschiedene Gebäudetypen sehr unterschiedliche Anforderungen haben. Labore benötigen andere Sicherheits-, Prüf- und Betriebsprozesse als Hörsäle, Bibliotheken oder Verwaltungsflächen. Ein CAFM-System stellt sicher, dass diese Unterschiede über Stammdaten, Objektstrukturen, Wartungsintervalle und Verantwortlichkeiten systematisch abgebildet werden.

Zentrale CAFM-Funktionen

Bereich

Bedeutung für das Facility Management

Gebäude- und Raumdaten

Grundlage für Flächenmanagement, Nutzerzuordnung und Kostenverteilung

Anlagendaten

Basis für Wartung, Instandhaltung, Prüfpflichten und Störungsmanagement

Dokumentenmanagement

Ablage von Plänen, Prüfberichten, Verträgen und Nachweisen

Auftragsmanagement

Steuerung von internen Leistungen und externen Dienstleistern

Berichtswesen

Auswertung von Kosten, Fristen, Anlagenzuständen und Leistungsqualität

Ticketing-Systeme

Ticketing-Systeme schaffen einen einheitlichen Eingangskanal für Störungen, Serviceanfragen, Beschwerden und Unterstützungsbedarfe. Anstatt Anliegen über E-Mail, Telefon oder informelle Nachrichten zu verteilen, werden sie strukturiert erfasst, kategorisiert, priorisiert und an die zuständige Stelle weitergeleitet.

Für Universitäten ist ein Ticketing-System besonders wertvoll, da viele unterschiedliche Nutzergruppen mit dem Facility Management kommunizieren. Dazu gehören Studierende, Lehrende, Forschende, Verwaltungsmitarbeitende, Laborleitungen, Bibliothekspersonal, externe Dienstleister und Veranstaltungsorganisatoren. Ein klarer Ticketprozess reduziert Doppelmeldungen, verbessert die Rückmeldung an Nutzer und erhöht die Bearbeitungssicherheit.

Mindestangaben in einem Ticket

  • Gebäude und Raum

  • Kategorie der Meldung, zum Beispiel Technik, Reinigung, Zutritt, Beleuchtung oder Sanitär

  • Beschreibung des Problems oder der gewünschten Leistung

  • Dringlichkeit und mögliche Auswirkungen auf Betrieb, Sicherheit oder Nutzung

  • Kontaktperson für Rückfragen

  • Fotos oder Dokumente, sofern relevant

Mobile Instandhaltung

Mobile Instandhaltung bringt digitale Arbeitsprozesse direkt an den Ort der Leistungserbringung. Techniker, Hausmeister, Objektbetreuer, Inspektoren und externe Dienstleister können Arbeitsaufträge, Checklisten, Anlagendaten, Wartungsanweisungen und Sicherheitsinformationen direkt auf mobilen Endgeräten abrufen. Dadurch wird die Arbeit vor Ort effizienter und die Dokumentation genauer.

Der wesentliche Vorteil liegt in der unmittelbaren Erfassung. Wartungsergebnisse, Fotos, Zählerstände, Mängel, Zeiten und Abschlussvermerke werden direkt am Objekt dokumentiert. Dadurch werden nachträgliche Übertragungsfehler, verlorene Notizen und verspätete Statusmeldungen reduziert.

Anforderungen an mobile Prozesse

  • Mobile Masken müssen einfach und praxisnah gestaltet sein.

  • Anlagen sollten über QR-Code, Barcode oder eindeutige Objektkennzeichnung identifizierbar sein.

  • Pflichtfelder müssen fachlich notwendig und nicht überladen sein.

  • Offline-Fähigkeit sollte berücksichtigt werden, besonders in Technikräumen, Untergeschossen oder abgelegenen Gebäudeteilen.

  • Checklisten müssen standardisiert sein, damit Prüfungen und Wartungen vergleichbar dokumentiert werden.

Digitale Freigaben

Digitale Freigaben sind notwendig, wenn Leistungen, Änderungen oder Aufträge eine formale Entscheidung erfordern. Dazu gehören Kostenfreigaben, Raumänderungen, Nutzungsänderungen, Instandsetzungsmaßnahmen, Beauftragungen externer Dienstleister, Zutrittsregelungen, Veranstaltungsunterstützung oder sicherheitsrelevante Maßnahmen.

Ein digitaler Freigabeprozess legt eindeutig fest, wer entscheiden muss, welche Informationen erforderlich sind, welche Frist gilt und wie die Entscheidung dokumentiert wird. Datum, Uhrzeit, Freigabeperson, Kommentar und gegebenenfalls Kostenrahmen werden systemseitig gespeichert. Das verbessert die Nachvollziehbarkeit und reduziert Verzögerungen durch unklare Zuständigkeiten.

Typische Freigabelogik

Freigabeart

Geeignete Anwendung

Einzelfreigabe

Kleine Maßnahmen mit klarer Zuständigkeit

Mehrstufige Freigabe

Kostenintensive oder organisatorisch komplexe Vorgänge

Parallelfreigabe

Beteiligung mehrerer Fachstellen ohne feste Reihenfolge

Sequenzielle Freigabe

Entscheidungen, die auf vorherigen Prüfungen aufbauen

Eskalationsfreigabe

Vorgänge mit Fristüberschreitung oder besonderer Dringlichkeit

Dashboards

Dashboards übersetzen Prozessdaten in steuerungsrelevante Informationen. Sie zeigen offene Vorgänge, Bearbeitungszeiten, überfällige Tickets, Wartungsrückstände, Prüfpflichten, Dienstleisterleistung, Kostenentwicklung, Mängelstatus und Dokumentationsqualität. Damit unterstützen sie sowohl die operative Steuerung als auch strategische Entscheidungen.

Ein Dashboard ist nur dann wertvoll, wenn die zugrunde liegenden Daten verlässlich sind. Kategorien, Statuswerte, Pflichtfelder und Verantwortlichkeiten müssen einheitlich gepflegt werden. Andernfalls entstehen Auswertungen, die zwar optisch überzeugend wirken, aber keine belastbare Entscheidungsgrundlage bieten.

Wichtige Kennzahlen

  • Anzahl offener, abgeschlossener und überfälliger Tickets

  • Durchschnittliche Reaktions- und Bearbeitungszeit

  • Wartungs- und Prüfungsrückstände

  • Wiederkehrende Störungen nach Gebäude, Raum oder Anlage

  • Leistungserfüllung interner Teams und externer Dienstleister

  • Kosten durch geplante und ungeplante Instandhaltung

  • Vollständigkeit von Abschluss- und Prüfdokumentationen

Grundsätze des Workflow-Managements

Professionelles Workflow-Management beginnt mit klar definierten Prozessen. Ein digitaler Prozess darf nicht einfach ein unklarer manueller Ablauf in Softwareform sein. Vor der technischen Umsetzung müssen Auslöser, Eingangsdaten, Rollen, Bearbeitungsschritte, Entscheidungsregeln, Fristen, Eskalationen, Pflichtnachweise und Abschlusskriterien eindeutig beschrieben werden.

Jeder wesentliche FM-Prozess benötigt eine fachliche Prozessverantwortung. Diese Rolle stellt sicher, dass der Prozess aktuell bleibt, die Datenqualität überwacht wird, Änderungen kontrolliert erfolgen und die beteiligten Organisationseinheiten einheitlich arbeiten. Ohne klare Prozessverantwortung entstehen unterschiedliche Arbeitsweisen, widersprüchliche Statusangaben und unzuverlässige Auswertungen.

Verbindliche Workflow-Prinzipien

  • Klare Rollen und Verantwortlichkeiten

  • Einheitliche Statuswerte

  • Verbindliche Fristen und Eskalationsregeln

  • Rollenbasierte Berechtigungen

  • Verpflichtende Dokumentation relevanter Nachweise

  • Regelmäßige Kontrolle der Datenqualität

  • Kontinuierliche Verbesserung auf Basis von Kennzahlen und Nutzerfeedback

Umsetzungsstruktur für die Prozessdigitalisierung

Die Einführung digitaler FM-Prozesse sollte phasenweise erfolgen und nicht als reines IT-Projekt verstanden werden. Prozessdigitalisierung ist ein Organisations- und Veränderungsprojekt, das fachliche Führung, operative Erfahrung, saubere Stammdaten, Systemkompetenz und Nutzerakzeptanz benötigt.

Zunächst werden bestehende Abläufe analysiert. Dabei werden Medienbrüche, Doppelarbeiten, Datenquellen, manuelle Übergaben, Dokumentationslücken, Nutzerbeschwerden und organisatorische Schwachstellen identifiziert. Anschließend wird der Zielprozess definiert, technisch konfiguriert, in einem Pilotbereich getestet und nach der Optimierung schrittweise ausgerollt.

Empfohlene Umsetzungsphasen

Phase

Inhalt

1. Prozessanalyse

Aufnahme bestehender Abläufe, Schwachstellen und Medienbrüche

2. Zielprozessdesign

Definition von Rollen, Statuswerten, Pflichtfeldern, Fristen und Eskalationen

3. Datenvorbereitung

Bereinigung von Gebäude-, Raum-, Anlagen-, Vertrags- und Dienstleisterdaten

4. Systemkonfiguration

Einrichtung von Formularen, Workflows, Berechtigungen und Schnittstellen

5. Pilotbetrieb

Test in ausgewählten Gebäuden, Prozessen oder Nutzergruppen

6. Schulung und Kommunikation

Einweisung von Nutzern, Mitarbeitenden, Führungskräften und Dienstleistern

7. Rollout und Optimierung

Schrittweise Einführung, Auswertung von Kennzahlen und laufende Verbesserung

Erwarteter Nutzen der Prozessdigitalisierung und des Workflow-Managements

Prozessdigitalisierung und Workflow-Management verbessern das universitäre Facility Management, indem sie Abläufe schneller, transparenter und zuverlässiger machen. Sie reduzieren manuelle Tätigkeiten, vermeiden Informationsverluste, verbessern die Nachverfolgung und schaffen eine gemeinsame Datenbasis für operative Entscheidungen und strategische Steuerung.

Der Nutzen zeigt sich auf mehreren Ebenen: Mitarbeitende erhalten klare Arbeitsaufträge, Nutzer erhalten nachvollziehbare Rückmeldungen, Dienstleister können verbindlicher gesteuert werden, und Führungskräfte erhalten belastbare Kennzahlen. Gleichzeitig wird die Dokumentation von Wartungen, Prüfungen, Freigaben und Mängelbeseitigungen verbessert, was die Betreiberverantwortung und Revisionssicherheit stärkt.

Zusammenfassung der zentralen Mehrwerte

  • Höhere Transparenz über laufende Vorgänge

  • Schnellere Bearbeitung von Störungen und Serviceanfragen

  • Bessere Steuerung von Wartungen, Prüfungen und Dienstleistern

  • Verlässliche Dokumentation für Betreiberpflichten und Audits

  • Reduzierung von Medienbrüchen und manueller Doppelarbeit

  • Verbesserte Datenbasis für Budgetplanung und Ressourcensteuerung

  • Höhere Servicequalität für Studierende, Mitarbeitende und wissenschaftliche Einrichtungen