Zentraler und dezentraler Betrieb
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Zentralisierte und dezentralisierte Betriebsorganisation als zentrale Gestaltungsfrage im universitären Facility Management
Zentralisierte und dezentralisierte Betriebsorganisationen bestimmen, wie das universitäre Facility Management Zuständigkeiten, Ressourcen, Serviceleistungen, Objektverantwortung und Nähe zu Nutzenden innerhalb der Campusorganisation verteilt. Für Hochschulen ist diese Balance besonders wichtig, weil das FM einerseits gesamtuniversitäre Ziele, Budgetvorgaben, Betreiberpflichten, Nachhaltigkeitsanforderungen und einheitliche Standards sicherstellen muss, andererseits aber schnell und fachgerecht auf spezifische Anforderungen von Fakultäten, Instituten, Forschungsgruppen, Verwaltung, Studierendenservices und Gebäudenutzenden reagieren muss. Ein professionelles Betriebsmodell kombiniert daher zentrale Steuerung mit lokaler Reaktionsfähigkeit, ordnet klare Verantwortung für Gebäude und Liegenschaften zu, sichert die Nähe zu akademischen Nutzenden und gewährleistet standardisierte Prozesse über alle FM-Leistungen hinweg.
Zentraler und dezentraler Hochschulbetrieb
- Zweck zentralisierter und dezentralisierter Betriebsorganisation im universitären FM
- Zentralisierte Betriebsorganisation im universitären FM
- Dezentralisierte Betriebsorganisation im universitären FM
- Ausbalancierung zentraler Steuerung und lokaler Verantwortung
- Objektverantwortung als verbindendes Element
- Fakultätsnähe im universitären FM-Betrieb
- Standardisierte Prozesse über zentrale und dezentrale Betriebsorganisation hinweg
- Governance-Modell für hybride Betriebsorganisation
- Entscheidungsrechte in zentralisierter und dezentralisierter Betriebsorganisation
- Betriebsprinzipien für eine wirksame Balance
- Typische Herausforderungen und Managementreaktionen
Zweck zentralisierter und dezentralisierter Betriebsorganisation im universitären FM
Das Betriebsmodell des universitären Facility Managements legt fest, welche Aufgaben zentral gesteuert werden und welche Aufgaben eine lokale oder objektbezogene Verantwortung benötigen. Ziel ist nicht die Entscheidung für ein rein zentralisiertes oder rein dezentralisiertes Modell, sondern die sachgerechte Zuordnung jeder FM-Funktion zur passenden Organisationsebene.
Zentralisierung eignet sich für Aufgaben mit strategischer, finanzieller, rechtlicher oder sicherheitsrelevanter Bedeutung. Dezentralisierung ist sinnvoll, wenn Gebäudekenntnis, Nutzerkontakt, schnelle Reaktion und lokale Koordination erforderlich sind.
| Betriebsprinzip | Zweck im universitären FM |
|---|---|
| Zentrale Steuerung | Sichert Governance, Budgetkontrolle, Standards, Berichtswesen, Compliance und strategische Ausrichtung. |
| Dezentrale Betriebsorganisation | Ermöglicht schnelle Reaktion auf Anforderungen von Fakultäten, Gebäuden, Instituten und Campusbereichen. |
| Objektverantwortung | Ordnet Verantwortung für Gebäudezustand, Nutzerkoordination, Mängel, Servicequalität und Risiken zu. |
| Fakultätsnähe | Verbessert das Verständnis für Lehrbetrieb, Forschung, Labore, Prüfungen und Nutzererwartungen. |
| Standardisierte Prozesse | Verhindert uneinheitliche Arbeitsweisen und schafft vergleichbare Servicequalität. |
Zentralisierte Betriebsorganisation im universitären FM
Zentralisierte Betriebsorganisation bedeutet, dass wesentliche FM-Aufgaben von einer zentralen Organisationseinheit geplant, gesteuert und überwacht werden. Dieses Modell ist besonders geeignet für Funktionen, bei denen Einheitlichkeit, Risikokontrolle, Wirtschaftlichkeit, rechtssichere Dokumentation und strategische Steuerung erforderlich sind.
In einer Universität betrifft dies insbesondere Themen, die nicht isoliert auf Gebäude- oder Fakultätsebene entschieden werden sollten. Technische Standards, Betreiberpflichten, Energieziele, Vertragsbedingungen, Datenstrukturen und Berichtspflichten müssen campusweit einheitlich geregelt sein.
Wichtige zentralisierte FM-Funktionen
| Zentralisierte Funktion | Grund für zentrale Steuerung |
|---|---|
| FM-Strategie und Governance | Stellt sicher, dass FM-Ziele der Gesamtstrategie der Universität entsprechen. |
| Budget- und Ressourcenplanung | Unterstützt transparente Mittelverteilung, Personalplanung und Investitionspriorisierung. |
| Betreiberverantwortung | Erfordert einheitliche Delegation, Dokumentation, Überwachung und Nachweisführung. |
| Technische Standards | Verhindert uneinheitliche technische Lösungen in Gebäuden, Anlagen und Projekten. |
| Vertragsmanagement | Sichert professionelle Beschaffung, Leistungssteuerung und Dienstleistermanagement. |
| Energiemanagement | Benötigt einheitliche Messkonzepte, Zielwerte, Auswertungen und Optimierungsmaßnahmen. |
| Nachhaltigkeitskoordination | Richtet den Campusbetrieb an Umwelt-, Klima- und Ressourcenzielen aus. |
| CAFM- und Datenmanagement | Sichert einheitliche Datenstrukturen, Anlagenverzeichnisse, Workflows und Reporting. |
| Compliance-Berichterstattung | Liefert verlässliche Informationen zu Prüfungen, Risiken, Mängeln und Audits. |
Vorteile zentralisierter Betriebsorganisation
Zentralisierte Betriebsorganisation verbessert Konsistenz, Steuerbarkeit und Transparenz. Sie reduziert Doppelstrukturen, stärkt die Verhandlungsposition gegenüber Dienstleistern und schafft einheitliche Service- und Qualitätsstandards für den gesamten Campus.
Ein weiterer Vorteil liegt in der besseren Priorisierung von Budgets und Maßnahmen. Das zentrale FM kann den gesamten Gebäudebestand bewerten und Investitionen nach Risiko, Dringlichkeit, Gebäudezustand, Nutzungsintensität und strategischer Bedeutung einordnen.
Risiken einer Überzentralisierung
Eine zu stark zentralisierte FM-Organisation kann den Kontakt zur Gebäuderealität und zu den konkreten Anforderungen der Fakultäten verlieren. Entscheidungen können länger dauern, weil Informationen mehrfach geprüft, weitergeleitet oder priorisiert werden müssen.
Für Nutzende kann Überzentralisierung bürokratisch wirken, besonders wenn keine greifbaren Ansprechpartner vorhanden sind. Dies ist kritisch bei Laboren, Werkstätten, Studios, Archiven, Reinräumen oder anderen Sonderflächen, die ein genaues Verständnis lokaler Abläufe erfordern.
Dezentralisierte Betriebsorganisation im universitären FM
Dezentralisierte Betriebsorganisation bedeutet, dass bestimmte FM-Verantwortlichkeiten näher an Gebäuden, Fakultäten, Instituten oder Campuszonen angesiedelt werden. Dadurch werden Reaktionsfähigkeit, Kommunikation und lokales Verständnis verbessert.
Diese Struktur ist besonders wichtig, weil universitäre Gebäude sehr unterschiedliche Anforderungen haben. Ein Laborgebäude benötigt andere Betriebsabläufe als ein Hörsaalzentrum, eine Bibliothek, ein Verwaltungsgebäude oder ein künstlerisches Studio.
Wichtige dezentralisierte FM-Funktionen
| Dezentralisierte Funktion | Grund für lokale Verantwortung |
|---|---|
| Gebäudeebene Koordination | Erfordert Kenntnis von Nutzenden, Zugängen, Mängeln, technischen Einschränkungen und Tagesbetrieb. |
| Fakultätsbezogene Servicekoordination | Unterstützt Nutzerkommunikation, Sonderanforderungen und Eskalation akademischer Bedarfe. |
| Lokale Instandhaltungsreaktion | Verbessert die Reaktionszeit bei Störungen, Defekten und dringenden Betriebsproblemen. |
| Koordination der Flächennutzung | Benötigt Kenntnis tatsächlicher Belegung, temporärer Bedarfe und lokaler Nutzungskonflikte. |
| Unterstützung von Veranstaltungen und Prüfungen | Erfordert Abstimmung von Terminen, Zutritt, Reinigung, Sicherheit, Logistik und Ausstattung. |
| Koordination von Laboren und Sonderbereichen | Benötigt enge Abstimmung mit Forschung, Sicherheit, Technik und Betriebsunterbrechungen. |
| Aufsicht über Campuszonen | Unterstützt Steuerung von Außenflächen, Reinigung, Sicherheit, Logistik und Nutzererlebnis. |
Vorteile dezentralisierter Betriebsorganisation
Dezentralisierung verbessert die Servicegeschwindigkeit und stärkt das Vertrauen der Nutzenden. Lokale FM-Ansprechpartner kennen Gebäudenutzung, Belegung, Betriebszeiten, Prüfungsphasen, Veranstaltungen und besondere Anforderungen.
Zudem werden Probleme früher erkannt. Wiederkehrende Störungen, Reinigungsmängel, Temperaturprobleme, Sicherheitsrisiken oder Nutzungskonflikte können vor Ort schneller beurteilt, priorisiert und an die zuständigen zentralen Fachbereiche eskaliert werden.
Risiken einer Überdezentralisierung
Wenn Dezentralisierung nicht klar gesteuert wird, entstehen uneinheitliche Servicequalitäten, doppelte Ressourcen, unklare Zuständigkeiten und schwache Compliance-Kontrolle. Lokale Teams können eigene Arbeitsweisen entwickeln, die nicht mit zentralen Standards übereinstimmen.
Auch die Kosten- und Vertragssteuerung kann erschwert werden, wenn lokale Einheiten Leistungen informell beauftragen oder Dienstleister direkt anweisen. Deshalb müssen dezentrale Rollen durch klare Prozesse, Dokumentationspflichten und Eskalationswege geführt werden.
Ausbalancierung zentraler Steuerung und lokaler Verantwortung
Ein ausgewogenes Betriebsmodell definiert eindeutig, welche Entscheidungen zentral getroffen werden und welche Verantwortung lokal wahrgenommen wird. Zentrale Steuerung ist dort erforderlich, wo Standards, Budgetkontrolle, Risikoübersicht und Compliance im Vordergrund stehen.
Lokale Verantwortung ist dort notwendig, wo schnelle Abstimmung, Gebäudekenntnis, Nutzerkommunikation und operative Koordination entscheidend sind. Beide Ebenen dürfen nicht parallel oder gegeneinander arbeiten, sondern müssen über klare Schnittstellen verbunden sein.
| FM-Bereich | Zentrale Verantwortung | Dezentrale Verantwortung |
|---|---|---|
| Strategie | FM-Zielbild, Governance, Budgetgrundsätze und Berichtswesen. | Rückmeldung zur operativen Machbarkeit und zu lokalen Nutzerbedarfen. |
| Technischer Betrieb | Standards, Verträge, Anlagendaten, Prüflogik und Risikoberichterstattung. | Gebäudeüberwachung, Erstreaktion, lokale Koordination und Mängelnachverfolgung. |
| Objektverantwortung | Portfolioregeln, Zustandsbewertung und Investitionspriorisierung. | Gebäudespezifische Verantwortung für Zustand, Kommunikation und lokale Risiken. |
| Flächenmanagement | Vergabegrundsätze, Flächendatenmodell und Reporting. | Belegungsinformationen, Nutzerabstimmung und temporäre Anpassungen. |
| Services | Service-Standards, Verträge, Qualitätskriterien und Eskalationsregeln. | Tageskoordination von Reinigung, Sicherheit, Logistik, Veranstaltungen und Feedback. |
| Nachhaltigkeit | Universitätsweite Ziele, Maßnahmen, Reporting und Energiestrategie. | Lokale Umsetzung, Nutzeraktivierung und operative Beobachtung. |
| Compliance | Delegationsrahmen, Dokumentationsregeln und Berichtskanäle. | Durchführung, Nachweiserfassung, Ereignismeldung und Maßnahmenverfolgung. |
Objektverantwortung als verbindendes Element
Objektverantwortung verbindet zentrale Governance mit dezentraler Betriebsorganisation. Sie ordnet einer Person oder einem Team bestimmte Gebäude, Liegenschaften oder Campuszonen zu und schafft damit eine klare operative Verantwortung.
Diese Rolle betrachtet ein Gebäude nicht nur als technische Anlage, sondern ganzheitlich. Dazu gehören baulicher und technischer Zustand, Nutzeranforderungen, Servicequalität, Sicherheit, Reinigung, Energieverhalten, Zugänglichkeit, Risiken und laufende Maßnahmen.
Kernfunktionen der Objektverantwortung
| Funktion | Bedeutung |
|---|---|
| Kenntnis des Gebäudezustands | Technische Mängel, Sicherheitsprobleme und Serviceabweichungen werden erkannt und verfolgt. |
| Nutzerkommunikation | Fakultäten, Institute und Gebäudenutzende erhalten einen klaren FM-Ansprechpartner. |
| Operative Koordination | Instandhaltung, Reinigung, Sicherheit, Logistik und Dienstleister werden zusammengeführt. |
| Risikoeskalation | Kritische Themen werden rechtzeitig an das zentrale FM-Management gemeldet. |
| Dokumentationsunterstützung | Gebäudedaten, Prüfnachweise und Serviceaufzeichnungen werden gepflegt. |
| Maßnahmenverfolgung | Reparaturen, Verbesserungen und nutzerbezogene Maßnahmen werden bis zum Abschluss überwacht. |
Fakultätsnähe im universitären FM-Betrieb
Fakultätsnähe ist im universitären Facility Management unverzichtbar, weil akademische Einheiten sehr unterschiedliche Betriebsanforderungen haben. Eine juristische Fakultät, ein ingenieurwissenschaftliches Labor, eine medizinische Forschungseinheit, ein Kunststudio und eine Bibliothek nutzen Flächen, Technik und Services unterschiedlich.
Fakultätsnähe bedeutet, dass das FM akademische Anforderungen versteht und in geordnete betriebliche Maßnahmen übersetzt. Dies darf jedoch nicht zu Sonderprozessen ohne zentrale Steuerung führen.
Warum Fakultätsnähe wichtig ist
Fakultätsorientierte FM-Koordination verbessert die Planung von Lehrperioden, Forschungsabläufen, Prüfungen, Veranstaltungen, Zutrittsbedarfen, Laboren, Werkstätten und Sonderflächen. Sie unterstützt auch die Klärung von Konflikten bei Flächen, Ressourcen oder Serviceleveln.
| Fakultätsanforderung | Operative Bedeutung für das FM |
|---|---|
| Lehrpläne | Beeinflussen Reinigung, Raumverfügbarkeit, Heizung, Kühlung, Zutritt und Wartungsfenster. |
| Forschungsbetrieb | Erfordert technische Zuverlässigkeit, Betriebskontinuität, Sicherheitskoordination und schnelle Eskalation. |
| Laborbedarfe | Betreffen Lüftung, Gase, Entsorgung, Zutrittskontrolle, Prüfungen und Notfallreaktion. |
| Prüfungszeiten | Erfordern stabile Raumverfügbarkeit, Logistik, Sicherheit und technische Betriebsbereitschaft. |
| Fakultätsveranstaltungen | Benötigen Reinigung, Zutritt, Möblierung, Sicherheit, Logistik und Besucherkoordination. |
| Sonderflächen | Erfordern angepasste Betriebsregeln für Studios, Werkstätten, Sportbereiche, Archive oder Sammlungen. |
Standardisierte Prozesse über zentrale und dezentrale Betriebsorganisation hinweg
Standardisierte Prozesse verhindern, dass lokale Flexibilität zu organisatorischer Uneinheitlichkeit führt. Sie machen FM-Leistungen transparent, messbar und steuerbar und schaffen für alle Fakultäten, Institute und Gebäudenutzenden nachvollziehbare Abläufe.
Ein standardisierter Prozess legt fest, wie eine Aufgabe ausgelöst, bewertet, priorisiert, bearbeitet, dokumentiert und abgeschlossen wird. Dabei können gebäudespezifische Besonderheiten berücksichtigt werden, solange sie geregelt, genehmigt und dokumentiert sind.
Kernprozesse, die standardisiert werden müssen
| Prozess | Warum Standardisierung notwendig ist |
|---|---|
| Serviceanfragen | Stellt sicher, dass alle Nutzenden derselben Anfrage-, Priorisierungs- und Nachverfolgungslogik folgen. |
| Störungsmeldungen | Schafft einheitliche Kategorien, Dringlichkeitsstufen, Zuständigkeiten und Reaktionserwartungen. |
| Wartungsplanung | Unterstützt planbare Terminierung, Dokumentation und Ressourcenkontrolle. |
| Prüfmanagement | Sichert nachvollziehbare Erfüllung von Betreiberpflichten und Nachverfolgung von Mängeln. |
| Flächenanfragen | Stellt transparente Kriterien für Bedarfsprüfung, Zuweisung und Genehmigung bereit. |
| Veranstaltungsunterstützung | Klärt Zuständigkeiten für Aufbau, Reinigung, Zutritt, Sicherheit und Kostenverrechnung. |
| Dienstleisterkoordination | Sichert einheitliche Regeln für Zutritt, Sicherheitsunterweisung, Leistungsnachweise und Eskalation. |
| Reporting | Schafft vergleichbare Daten für Managemententscheidungen und Leistungsbewertung. |
Governance-Modell für hybride Betriebsorganisation
Ein hybrides Modell kombiniert zentrale Steuerung mit dezentraler Ausführung. Damit lokale Einheiten an zentralen Regeln ausgerichtet bleiben, benötigt die Universität klare Governance-Mechanismen für Standards, Entscheidungen, Eskalationen, Berichtswesen und Qualitätskontrolle.
Governance im Facility Management bedeutet nicht nur Kontrolle, sondern auch Orientierung und Entscheidungssicherheit. Sie sorgt dafür, dass zentrale FM-Leitung, Fachabteilungen, Objektmanager, Fakultätskontakte, Service Desk und externe Dienstleister nach abgestimmten Regeln zusammenarbeiten.
| Governance-Element | Funktion |
|---|---|
| Zentrale FM-Leitung | Legt Strategie, Standards, Budgets, Prioritäten und Berichtserwartungen fest. |
| Objekt- oder Gebäudemanager | Koordinieren zugeordnete Gebäude und dienen als lokale FM-Vertretung. |
| Fakultätskontakte im FM | Unterstützen die Kommunikation zwischen FM und akademischen Einheiten. |
| Service Desk oder Helpdesk | Bietet einen einheitlichen Eingangspunkt für Anfragen, Störungen und Informationen. |
| Standardarbeitsanweisungen | Definieren, wie wiederkehrende FM-Prozesse bearbeitet werden müssen. |
| Eskalationsregeln | Klären, wann lokale Themen an das zentrale Management weitergeleitet werden müssen. |
| Leistungsreporting | Zeigt Servicequalität, Risiken, Kosten, Reaktionszeiten und offene Maßnahmen. |
| Review-Meetings | Stimmen zentrales FM, Objektverantwortung, Fakultätsbedarfe und Dienstleister aufeinander ab. |
Entscheidungsrechte in zentralisierter und dezentralisierter Betriebsorganisation
Klare Entscheidungsrechte verhindern Verzögerungen, Konflikte und Verantwortungsunklarheiten. Universitäten sollten zwischen strategischen, taktischen, operativen und eskalierenden Entscheidungen unterscheiden.
Strategische Entscheidungen betreffen langfristige FM-Ausrichtung, große Investitionen, Campusstandards und Budgetrahmen. Taktische Entscheidungen übersetzen diese Vorgaben in Jahresprogramme, Servicelevel, Betriebskonzepte und Ressourcenplanung. Operative Entscheidungen betreffen die tägliche Koordination im Gebäude.
| Entscheidungsebene | Typischer Entscheidungsinhalt | Empfohlene Verantwortung |
|---|---|---|
| Strategisch | FM-Strategie, Budgetrahmen, größere Investitionen, Campusstandards und Governance-Prinzipien. | Zentrale Hochschulleitung und zentrales FM-Management. |
| Taktisch | Servicelevel, Betriebskonzepte, Jahresmaßnahmen, Vertragsstrategie und Ressourcenplanung. | Zentrales FM-Management mit Rückmeldung von Objektmanagern und Fakultäten. |
| Operativ | Tägliche Koordination, Mängelnachverfolgung, lokale Terminplanung und Nutzerkommunikation. | Objektmanager, lokale FM-Teams und Servicekoordinatoren. |
| Eskalation | Ungelöste Konflikte, Sicherheitsrisiken, Budgetlücken und Prioritätsentscheidungen. | Zentrales FM-Management oder definiertes Governance-Gremium. |
Betriebsprinzipien für eine wirksame Balance
Ein ausgewogenes Betriebsmodell sollte auf klaren Betriebsprinzipien beruhen. Die zentrale FM-Organisation definiert Standards, Steuerungsmechanismen, Budgets, Datenstrukturen und Qualitätsanforderungen, während dezentrale Einheiten lokale Umsetzung, Nutzerkommunikation, objektbezogene Koordination und frühzeitige Problemerkennung übernehmen.
Für die praktische Umsetzung sind besonders folgende Prinzipien relevant:
| Prinzip | Anwendung im universitären FM |
|---|---|
| Zentral steuern | Standards, Budgets, Verträge, Compliance und strategische Ziele zentral festlegen. |
| Lokal koordinieren | Gebäudenahe Themen, Nutzerkommunikation und operative Abstimmungen vor Ort führen. |
| Objektverantwortung formalisieren | Für jedes Gebäude klare Zuständigkeiten, Berichtslinien und Eskalationswege definieren. |
| Fakultätsnähe sichern | Akademische Anforderungen verstehen, ohne zentrale Prozesse zu umgehen. |
| Einheitlich dokumentieren | CAFM-Daten, Prüfungen, Tickets, Maßnahmen und Serviceleistungen vergleichbar erfassen. |
| Gezielt eskalieren | Sicherheitsrisiken, Budgetkonflikte und wiederkehrende Probleme rechtzeitig an die zentrale Ebene melden. |
Typische Herausforderungen und Managementreaktionen
Universitäre FM-Organisationen stehen häufig vor Herausforderungen an den Schnittstellen zwischen zentraler Steuerung, dezentraler Ausführung, Fakultätsanforderungen und Dienstleistermanagement. Diese Herausforderungen sollten nicht nur reaktiv bearbeitet, sondern systematisch über Governance, Prozessstandards, Rollenklärung und Leistungsdaten gesteuert werden.
Die folgende Übersicht zeigt typische Problemstellungen und geeignete Managementreaktionen:
| Herausforderung | Managementreaktion |
|---|---|
| Fakultäten umgehen zentrale FM-Prozesse | Einheitlichen Serviceeingang, klare Anfrageregeln und transparente Eskalationswege etablieren. |
| Lokale Teams entwickeln unterschiedliche Standards | Standardarbeitsanweisungen, Audits und gemeinsame Qualitätskennzahlen einführen. |
| Zentrales FM wird als zu distanziert wahrgenommen | Objektmanager und fakultätsnahe Koordinatoren zuordnen. |
| Objektverantwortung ist unklar | Gebäudeportfolios, Rollenbeschreibungen und Berichtspflichten definieren. |
| Entscheidungen verzögern sich zwischen zentraler und lokaler Ebene | Entscheidungsrechte und Eskalationsschwellen klären. |
| Datenqualität unterscheidet sich je Gebäude | Gemeinsame CAFM-Strukturen, Pflichtdatenfelder und regelmäßige Datenprüfungen nutzen. |
| Dienstleister erhalten widersprüchliche Anweisungen | Autorisierte Ansprechpartner und Kommunikationsregeln vertraglich festlegen. |
| Compliance-Nachweise sind unvollständig | Dokumentation, Prüfverfolgung und Berichtspflichten standardisieren. |
Hybride Betriebsorganisation als bevorzugtes Modell für universitäres FM
Zentralisierte und dezentralisierte Betriebsorganisation sollten im universitären Facility Management nicht als konkurrierende Strukturen verstanden werden. Sie müssen als koordiniertes hybrides Modell gestaltet werden, das zentrale Steuerung für Governance, Standards, Budgets, Compliance, Verträge und strategische Ausrichtung mit dezentraler Verantwortung für Objektbetreuung, Fakultätsnähe, schnelle Reaktion und lokale Servicequalität verbindet.
Standardisierte Prozesse bilden das verbindende System zwischen beiden Ebenen. Sie stellen sicher, dass Anfragen, Störungen, Wartungen, Prüfungen, Flächenbedarfe, Veranstaltungen, Dienstleisterleistungen und Berichte nach vergleichbaren Regeln bearbeitet werden. Das bevorzugte Modell für Universitäten ist daher ein FM-Betriebsmodell, das zentral geführt, lokal verankert, prozessual standardisiert und transparent gesteuert wird.
