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Archiv-, Lager- und Nebenflächen

Facility Management: Hochschulen » Campus » Büro-, Verwaltungs- & Arbeitswelten » Archiv-, Lager- & Neben

Archiv-, Lager- und Nebenflächen in Büro- und Verwaltungsarbeitswelten an Hochschulen

Archiv-, Lager- und Nebenflächen

Archiv-, Lager- und Nebenflächen sind für das Facility Management einer Universität von hoher Bedeutung, auch wenn sie im täglichen Betrieb weniger sichtbar sind als Büro-, Lehr-, Forschungs- oder Publikumsflächen. Sie beeinflussen die Flächeneffizienz, die betriebliche Ordnung, die Arbeitssicherheit, die Einhaltung organisatorischer und rechtlicher Anforderungen, die Digitalisierung sowie die langfristige Nutzbarkeit von Gebäuden. In einem universitären Umfeld entstehen laufend Akten, Materialien, Ausstattung, Ersatzteile, Veranstaltungselemente, technische Betriebsmittel und temporäre Projektbestände, die ohne klare Steuerung unkontrolliert anwachsen können. Dadurch werden wertvolle Flächen blockiert, Fluchtwege gefährdet, technische Räume zweckentfremdet, Reinigungs- und Wartungsprozesse erschwert und Sanierungs- oder Umzugsprojekte verzögert. Ein professionelles Facility Management muss diese Flächen daher aktiv planen, dokumentieren, überwachen und regelmäßig bewerten. Dazu gehören Aktenreduktion, Digitalisierung, Entrümpelung, Standardisierung, Flächenoptimierung und belastbare organisatorische Systeme. Ziel ist nicht nur die Reduzierung von Lagerflächen, sondern eine geordnete, sichere und wirtschaftliche Nutzung aller Nebenflächen im gesamten Campusbestand.

Archiv- und Lagerflächen im Hochschulbetrieb

Strategische Relevanz für das universitäre Facility Management

Archiv-, Lager- und Nebenflächen haben eine strategische Funktion, weil sie unmittelbar mit Flächenverfügbarkeit, Gebäudebetrieb, Investitionsplanung und Nutzerzufriedenheit verbunden sind. Wenn diese Flächen nicht gesteuert werden, entstehen verdeckte Kosten durch ineffiziente Raumnutzung, doppelte Bestände, unnötige Anmietungen, lange Suchzeiten und erhöhte Betriebsrisiken.

Dimension

FM-Relevanz

Flächeneffizienz

Verhindert, dass wertvolle Büro-, Lehr-, Forschungs- oder Serviceflächen durch ungeordnete Lagerung belegt werden.

Betriebliche Ordnung

Unterstützt saubere, sichere und gut steuerbare Gebäude durch die Reduzierung von Unordnung, Zwischenlagerung und nicht definierten Lagerpraktiken.

Compliance

Stellt sicher, dass Akten, Geräte, Materialien und Verbrauchsmittel nach Aufbewahrungs-, Sicherheits-, Zugangs- und Datenschutzanforderungen gelagert werden.

Immobilienoptimierung

Schafft Möglichkeiten zur Zusammenlegung, Umnutzung und besseren Auslastung bestehender Flächen.

Bauplanung

Verhindert, dass Lager- und Nebenflächenbedarfe bei Neubauten, Sanierungen, Umzügen und Modernisierungen übersehen werden.

Für das Facility Management bedeutet dies, dass Archiv-, Lager- und Nebenflächen nicht als Restflächen betrachtet werden dürfen. Sie sind Teil der strategischen Flächensteuerung. Jede dieser Flächen sollte einem klaren Zweck, einer verantwortlichen Organisationseinheit und einem dokumentierten Nutzungsstandard zugeordnet sein.

Besonders in Universitäten ist die Steuerung anspruchsvoll, da viele Organisationseinheiten eigene Arbeitsweisen, Aktenbestände, Forschungsgegenstände, Veranstaltungsmaterialien und technische Anforderungen haben. FM muss daher sowohl zentrale Standards setzen als auch berechtigte dezentrale Anforderungen berücksichtigen. Eine gute Balance verhindert Überregulierung, schafft aber gleichzeitig Transparenz und Verbindlichkeit.

Funktionale Klassifizierung von Archiv-, Lager- und Nebenflächen

Eine klare funktionale Klassifizierung ist die Grundlage für Planung, Betrieb, Sicherheit und Kontrolle. Ohne definierte Kategorien werden Räume häufig informell genutzt. Ein freies Büro wird zum Lagerraum, ein Technikraum wird für Möbel genutzt oder ein Flur dient als temporäre Ablagefläche. Solche Nutzungen erschweren die Gebäudesteuerung und können Sicherheitsrisiken verursachen.

Flächentyp

Typische Nutzung in Universitäten

Bedeutung für die FM-Planung

Archive

Studierendenakten, Prüfungsunterlagen, Personalakten, Finanzunterlagen, Rechtsdokumente, historische Universitätsunterlagen.

Muss Aufbewahrungsfristen, Zugriffsrechte, Vertraulichkeit, Brandschutz, Tragfähigkeit und geeignete Umgebungsbedingungen berücksichtigen.

Dezentrale Lagerflächen

Büromaterial, Lehrmaterialien, Projektmaterialien, Veranstaltungsbedarf, Fakultätsausstattung.

Erfordert Zuweisungsregeln, Regalsysteme, Bestandskontrolle und regelmäßige Überprüfung.

Betriebliche Lagerflächen

Reinigungsmaterialien, Wartungswerkzeuge, FM-Ausstattung, Ersatzteile, Möbel, Beschilderung, saisonale Gegenstände.

Muss effiziente FM-Serviceprozesse unterstützen und sicherheitsrelevante Anforderungen erfüllen.

Nebenräume

Kopierräume, Druckerbereiche, Poststellen, Teeküchenunterstützung, Geräteräume, Schließfachbereiche.

Muss nach Arbeitsabläufen, Nutzerfrequenz, Servicebedarf, Zugänglichkeit und technischer Ausstattung dimensioniert und positioniert werden.

Temporäre Lagerflächen

Umzugsmaterialien, bauphasenbezogene Lagerung, veranstaltungsbezogene Gegenstände, Projektausstattung.

Benötigt eine zeitlich begrenzte Zuweisung, klare Verantwortung, Rückbaupflicht und regelmäßige Kontrolle.

Die funktionale Klassifizierung sollte in Raumdaten, CAFM-Systemen, Grundrissen, Raumhandbüchern und Flächenberichten abgebildet werden. Dadurch wird erkennbar, welche Flächen für langfristige Archivierung, operative FM-Prozesse, dezentrale Nutzerbedarfe oder temporäre Projekte vorgesehen sind.

Besonders wichtig ist die Abgrenzung zwischen dauerhaftem Bedarf und temporärer Nutzung. Temporäre Lagerung darf nicht unbemerkt zu dauerhafter Flächenbindung werden. Jede temporäre Lagerfläche sollte mit einem Enddatum, einer verantwortlichen Stelle und einer Entscheidung zum weiteren Verbleib der eingelagerten Gegenstände verbunden sein.

Aktenreduktion

Aktenreduktion ist ein zentraler Hebel zur Optimierung von Büro-, Verwaltungs- und Archivflächen. Universitäten sammeln über viele Jahre erhebliche Papiermengen an. Gründe dafür sind lange Aufbewahrungsfristen, dezentrale Zuständigkeiten, unklare Eigentümerschaft, Unsicherheit über rechtliche Anforderungen und historisch gewachsene Ablagestrukturen.

Das Facility Management sollte Aktenreduktion nicht isoliert durchführen. Es muss gemeinsam mit Verwaltung, Rechtsabteilung, Datenschutz, IT, Registratur, Prüfungsämtern, Personalabteilungen und weiteren betroffenen Organisationseinheiten arbeiten. Ziel ist eine kontrollierte Reduzierung physischer Aktenbestände, ohne Nachweispflichten, Datenschutz oder Verwaltungsfähigkeit zu gefährden.

Maßnahme zur Aktenreduktion

Bedeutung

Prüfung von Aufbewahrungsfristen

Identifiziert, welche Akten weiterhin physisch aufzubewahren sind, welche digitalisiert werden können und welche zur Entsorgung freigegeben werden dürfen.

Klärung der Eigentümerschaft

Ordnet Akten bestimmten Fachbereichen, Abteilungen oder Funktionen zu und verhindert herrenlose Bestände.

Entfernung veralteter Unterlagen

Befreit Lager-, Archiv- und Büroflächen von überholten, doppelten oder nicht mehr erforderlichen Dokumenten.

Sichere Entsorgung

Schützt vertrauliche Informationen zu Studierenden, Personal, Forschung, Finanzen und Verträgen.

Regelmäßige Aktenaudits

Verhindert, dass nach einer Bereinigung erneut ungeordnete Aktenbestände entstehen.

Ein professioneller Aktenreduktionsprozess beginnt mit einer Bestandsaufnahme. Dabei werden Aktenarten, Mengen, Standorte, Verantwortliche, Aufbewahrungsfristen und Schutzbedarfe erfasst. Anschließend wird entschieden, welche Unterlagen archiviert, digitalisiert, vernichtet oder an eine zuständige Stelle übergeben werden. Für das FM ist die Flächenwirkung besonders relevant. Reduzierte Aktenbestände können Archivräume entlasten, Büros von Schränken befreien und Flächen für höherwertige Nutzungen zurückgeben. Gleichzeitig verbessert sich die Übersichtlichkeit, und Suchzeiten werden reduziert. Eine einmalige Bereinigung reicht jedoch nicht aus. Aktenreduktion muss durch feste Regeln, regelmäßige Prüfzyklen und klare Verantwortlichkeiten dauerhaft abgesichert werden.

Digitalisierung und digitales Records Management

Digitalisierung kann den Bedarf an physischen Archiv- und Lagerflächen deutlich verringern. Sie darf jedoch nicht nur als technischer Scanvorgang verstanden werden. Ohne Standards entstehen doppelte Systeme: Papierakten bleiben erhalten, digitale Kopien sind schwer auffindbar, Zuständigkeiten bleiben unklar und rechtliche Unsicherheiten nehmen zu.

Ein wirksames digitales Records Management verbindet Dokumentenerfassung, Klassifizierung, Zugriff, Aufbewahrung, Löschung und Nachvollziehbarkeit. Das Facility Management spielt dabei eine unterstützende, aber wichtige Rolle, weil die Digitalisierung direkte Auswirkungen auf Flächenbedarf, Raumprogramme, Umzugsplanung und Gebäudenutzung hat.

Digitalisierungsaspekt

FM- und Organisationsrelevanz

Digital-first-Prozesse

Reduzieren die zukünftige Papiererzeugung und begrenzen den Bedarf an zusätzlichen Archiv- und Lagerflächen.

Scanstandards

Stellen sicher, dass Dokumente vollständig, lesbar, indexiert, auffindbar und in nutzbaren Formaten gespeichert werden.

Rechtliche Gültigkeit

Klärt, welche Dokumente digital geführt werden dürfen und welche weiterhin als physisches Original erforderlich sind.

Zugriffsmanagement

Ermöglicht sicheren digitalen Zugriff und reduziert die Abhängigkeit von physischen Aktenräumen.

Flächenfreigabe

Ermöglicht dem FM, freigewordene Archiv- und Lagerflächen für höherwertige Campusfunktionen zu nutzen.

Digitalisierung sollte vorrangig dort beginnen, wo große Aktenmengen, hohe Zugriffshäufigkeit oder erhebliche Flächenbelastungen bestehen. Dazu können Prüfungsakten, Verwaltungsunterlagen, Personalprozesse, Rechnungsablagen oder projektbezogene Dokumentationen gehören. Vor der Umsetzung müssen Schutzbedarf, Aufbewahrungsanforderungen, Rollen und Freigabeprozesse geklärt sein. Für FM-Projekte ist wichtig, dass digitalisierte Prozesse in Raum- und Bauprogramme zurückwirken. Wenn weniger Aktenräume benötigt werden, können Archivflächen verkleinert, zusammengelegt oder umgenutzt werden. Gleichzeitig müssen Server-, IT-, Datenschutz- und Arbeitsplatzanforderungen mitgedacht werden, damit Digitalisierung nicht lediglich physischen Platz spart, sondern organisatorisch belastbar funktioniert.

Entrümpelung und betriebliche Bereinigung

Entrümpelung ist für Sicherheit, Betrieb, Reinigung, Instandhaltung und Nutzerverhalten entscheidend. Unkontrollierte Lagerung entsteht häufig schleichend. Einzelne Kartons, alte Möbel, defekte Geräte, nicht abgeholte Projektmaterialien oder überzählige Verbrauchsmittel werden zunächst nur vorübergehend abgestellt und bleiben dann dauerhaft liegen. In Universitätsgebäuden tritt Unordnung besonders häufig in Fluren, Kellern, Kopierräumen, leerstehenden Büros, Technikräumen, Lagern, Nebenräumen und gemeinschaftlich genutzten Bereichen auf. Dies beeinträchtigt das Erscheinungsbild, erschwert die Reinigung, blockiert Wartungszugänge und kann Flucht- und Rettungswege gefährden.

Bereich der Entrümpelung

FM-Anforderung

Flure und Fluchtwege

Müssen frei von Möbeln, Kartons, Geräten, Müll, Veranstaltungsmaterial und temporärer Lagerung bleiben.

Technikräume

Dürfen nicht für sachfremde Lagerung genutzt werden, da dies Wartung, Brandschutz, Betriebssicherheit und Zugänglichkeit beeinträchtigen kann.

Leerstehende Büros

Dürfen ohne Dokumentation, Freigabe und zeitliche Begrenzung nicht zu informellen Lagerräumen werden.

Gemeinschaftliche Unterstützungsbereiche

Benötigen klare Regeln für Verbrauchsmaterialien, Geräte, Abholung, Rückgabe und Entsorgung.

Baubezogene Bereinigung

Vor Sanierungen, Umzügen oder Umbauten müssen Flächen geräumt, inventarisiert und für die weitere Nutzung bewertet werden.

Ein wirksames Bereinigungskonzept umfasst Begehungen, Fotodokumentation, Verantwortlichkeitsklärung, Fristsetzung, Entsorgungsfreigabe und Nachkontrolle. Wichtig ist, dass FM nicht nur räumt, sondern Ursachen beseitigt. Wenn keine klaren Lagerplätze, Abholregeln oder Entsorgungsprozesse bestehen, entsteht Unordnung nach kurzer Zeit erneut. Entrümpelung sollte auch mit Arbeitsschutz, Brandschutz, Reinigung, Umzugsmanagement und Nutzerkommunikation abgestimmt werden. Besonders bei vertraulichen Unterlagen, technischen Geräten, Laborbedarf oder inventarisierten Vermögensgegenständen ist eine einfache Entsorgung nicht ausreichend. Es müssen Freigaben, Dokumentation und gegebenenfalls Wiederverwendung oder fachgerechte Verwertung organisiert werden.

Standardisierung von Lagerflächen

Standardisierung stellt sicher, dass Archiv- und Lagerflächen sicher, effizient, wartbar und campusweit vergleichbar sind. Sie reduziert Einzellösungen, verbessert die Transparenz und stärkt die Verantwortung der Nutzer. Ohne Standardisierung entstehen unterschiedliche Beschriftungen, uneinheitliche Regalsysteme, unklare Zugänge, überfüllte Räume und Sicherheitsmängel.

Standardisierungsfeld

Erforderlicher Inhalt

Raumkategorien

Definition von Archiv, dezentralem Lager, betrieblichem Lager, temporärem Lager und Nebenraumnutzung.

Regale und Möblierung

Verwendung standardisierter Regale, Schränke, Kennzeichnungen und Kriterien für Tragfähigkeit, Stabilität und Zugänglichkeit.

Zugangskontrolle

Vergabe von Zugangsrechten nach Vertraulichkeit, Sicherheitsanforderung, betrieblicher Verantwortung und tatsächlichem Bedarf.

Beschriftungssysteme

Sicherstellung, dass Räume, Regale, Akten, Behälter, Geräte und Materialgruppen schnell identifiziert werden können.

Sicherheitsstandards

Berücksichtigung von Brandlasten, freien Gängen, Lüftung, Reinigung, Standsicherheit, Lastgrenzen und Verbot unsicherer Lagerung.

Dokumentation

Erfassung von Lagerräumen in CAFM-Systemen, Grundrissen, Raumbüchern, Inventarlisten und Belegungsübersichten.

Ein einheitlicher Standard sollte Mindestanforderungen und empfohlene Ausstattungen definieren. Dazu gehören Raumkennzeichnung, Regalhöhen, Gangbreiten, Lagerzonen, Brandschutzvorgaben, Zutrittsregelungen, Reinigungszugänge, Bodenbelastbarkeit und Inventarführung. Für sensible Akten oder wertvolle Geräte sind zusätzliche Sicherheits- und Zugriffskonzepte erforderlich. Standardisierung erleichtert auch die Kommunikation mit Nutzern. Wenn klar ist, welche Räume wofür vorgesehen sind, was gelagert werden darf und wer verantwortlich ist, sinkt die Zahl informeller Lagerlösungen. Zudem kann FM Lagerflächen besser vergleichen und entscheiden, ob Flächen überfüllt, untergenutzt, falsch genutzt oder für eine Umnutzung geeignet sind.

Flächenoptimierung

Archiv-, Lager- und Nebenflächen müssen regelmäßig optimiert werden, weil sie im laufenden Betrieb oft unbemerkt wachsen. Während Büro- und Lehrflächen meist aktiv geplant werden, entstehen Lagerflächen häufig reaktiv. Wird ein Raum frei, wird er als Lager genutzt. Wird ein Projekt abgeschlossen, bleiben Materialien zurück. Wird ein Bereich umgebaut, entstehen Zwischenlager, die später nicht aufgelöst werden.

Flächenoptimierung kombiniert Bedarfsanalyse, Bestandsaufnahme, Konsolidierung, Digitalisierung, Entsorgung, Standardisierung und organisatorische Steuerung. Ziel ist eine bedarfsgerechte Flächennutzung, bei der notwendige Lagerfunktionen gesichert werden, aber keine wertvollen Campusflächen unnötig gebunden bleiben.

Optimierungsmaßnahme

FM-Nutzen

Zentralisierung, wo sinnvoll

Reduziert doppelte Lagerbestände in mehreren Bereichen und verbessert Kontrolle, Sicherheit und Bestandsübersicht.

Dezentralisierung, wo erforderlich

Hält häufig benötigte Materialien nahe bei den Nutzern und vermeidet ineffiziente Wegezeiten.

Vertikale Lagerung

Erhöht die Kapazität durch geeignete Regalsysteme, ohne zusätzliche Bodenfläche zu beanspruchen.

Gemeinsame Lagerpools

Reduzieren Doppelbestände bei Verbrauchsmaterialien, Veranstaltungsequipment, Möbeln und Geräten.

Zeitlich begrenzte Lagerung

Verhindert, dass temporäre Lagerflächen dauerhaft blockiert werden.

Umnutzung freigegebener Flächen

Ermöglicht die Nutzung zurückgewonnener Flächen für Büros, Servicefunktionen, Zusammenarbeit, Technik oder Gebäudebetrieb.

Zentralisierung ist besonders sinnvoll bei selten genutzten Akten, Ersatzmöbeln, Veranstaltungsmaterialien oder standardisierten Verbrauchsgütern. Dezentralisierung bleibt dort wichtig, wo Materialien täglich benötigt werden, etwa in Servicebereichen, Laborunterstützung, Reinigung oder Lehrbetrieb. Die richtige Entscheidung hängt von Zugriffshäufigkeit, Sicherheitsanforderungen, Transportaufwand und Flächenwert ab.

Ein professioneller Optimierungsprozess sollte messbar sein. Wichtige Kennzahlen sind belegte Quadratmeter, Auslastung, Lagerdauer, Zahl der verantwortlichen Organisationseinheiten, Art der eingelagerten Gegenstände, Sicherheitsmängel und Potenzial zur Flächenfreigabe. Nach der Optimierung müssen Flächen aktiv überwacht werden, damit sie nicht erneut ungeordnet belegt werden.

Organisatorische Systeme

Gute organisatorische Systeme sind entscheidend, weil Lagerprobleme selten allein durch fehlende Fläche entstehen. Häufige Ursachen sind unklare Zuständigkeiten, fehlende Inventare, nicht definierte Entsorgungswege, uneinheitliche Zugriffsrechte und mangelnde Nachverfolgung. Selbst große Lagerflächen werden ineffizient, wenn niemand ihren Inhalt, Zweck und Verantwortungsbereich kennt.

Organisatorisches System

Bedeutung

Verantwortlichkeitsmatrix

Legt fest, wer Eigentümer, Betreiber, Prüfer und Räumungsverantwortlicher einer Lager- oder Archivfläche ist.

Inventarsystem

Erfasst Materialien, Möbel, Geräte, Akten, Sondergegenstände, Lagerorte und Zustände.

Zugangsregeln

Steuert, wer Gegenstände einlagern, entnehmen, prüfen, verschieben oder entsorgen darf.

Prüfzyklus

Stellt regelmäßige Kontrollen von Lagervolumen, Sicherheit, Ordnung, Relevanz und Flächenbedarf sicher.

Entsorgungsverfahren

Definiert Schritte für Freigabe, vertrauliche Entsorgung, Wiederverwendung, Recycling, Verwertung oder Abfallbeseitigung.

Umzugs- und Projektkoordination

Sichert, dass Lagerbedarfe bei Umzügen, Sanierungen, Neubauten, Rückbau und Bauphasen berücksichtigt werden.

Eine Verantwortlichkeitsmatrix sollte für jede Fläche mindestens die fachlich verantwortliche Organisationseinheit, die FM-Betriebsverantwortung, die Zugangsberechtigten und den Prüfturnus enthalten. Dadurch wird verhindert, dass Räume zu herrenlosen Sammelflächen werden.

Das Inventarsystem muss zur Größe und Komplexität der Universität passen. Für kleinere Lager kann eine strukturierte Liste ausreichend sein. Für größere Bestände, technische Geräte, Möbelpools oder zentrale Archive ist eine digitale Lösung mit eindeutigen Standorten, Kategorien und Zuständigkeiten erforderlich.

Auch Entsorgungsprozesse müssen klar geregelt sein. Es sollte festgelegt werden, wer Entsorgung beantragen darf, welche Freigaben erforderlich sind, wie vertrauliche Informationen geschützt werden, wie inventarisierte Gegenstände ausgebucht werden und welche Materialien wiederverwendet oder recycelt werden können. Damit wird Lagersteuerung zu einem dauerhaften Bestandteil des professionellen Facility Managements.